Unter Null

Müde. Sie war einfach nur noch müde. Selbst der stechende Schmerz aus ihren Wunden war nicht in der Lage sie wachzuhalten. Als die erlösende Schwärze sich über sie legte, zogen die letzten Stunden nochmals an ihrem inneren Auge vorbei.
Voller Elan waren sie am Vortag in den Jet gestiegen. Elisa hatte es geschafft Valerie in die Mission einzuschleusen. Offiziell brachen sie zu einem Einkaufsbummel nach New York auf. Jaenett war bereits auf dem Weg ihnen eine Auswahl an Kleidern in den richtigen Größen zu besorgen, damit ihre Tarnung auch ausreichenden gesichert sein würde.
Elisa hatte den Eindruck, dass Nathans Begeisterung in Bezug auf Valeries Teilnahme bei dieser gefährlichen Mission, sich in Grenzen hielt. Aber letzten Endes war das ein Problem des Paares und nicht eines von Elisa. Valerie war eine gut ausgebildete Mossad-Agentin. Sie hatte bessere Aussichten einen direkten Kampf zu überleben, als Elisa selbst. Schließlich hatte Val im Gegensatz zu ihr als Soldatin gedient und war demnach im Kampf besser geschult als Elisa und vielleicht sogar Nathan selbst.
Bis an die Zähne bewaffnet und in warme Polarmonturen waren sie von dem Eisbrecher gestiegen. Es war bitterkalt. Die Kälte schmerzte auf ihrem Gesicht und Elisa zog den Schal über Nase und Mund, so dass nur noch ihre Augen zu sehen waren, naja jedenfalls wenn man in der absoluten Dunkelheit überhaupt etwas hätte sehen können. Überraschenderweise waren sie auf Land gestoßen als sie die Koordinaten von dem verkohlten Papier erreicht hatten. Vorsichtig tastend, mit jedem Schritt erwartend einzubrechen, kämpften sie sich langsam vorwärts. Die Waffen im Anschlag, obwohl Elisa insgeheim fürchtete das der Abzug versehentlich losgehen würde, weil sie in dem vermaledeiten Handschuh kaum ein Gefühl in den Fingern für den empfindlichen Hebel hatte. Bei ihrem Glück würde sie ihre Gefährten mit einem Kopfschuss selbst niederstrecken. Das spärliche Licht der Taschenlampe mit der Elisa auf den Weg leuchtet flackerte ab und an als wäre es selbst den Batterien zu kalt um ihren Dienst zu verrichten. Auf dem Weg stießen sie auf eine kleine Ansammlung von Benzinkanistern, die irgendjemand liegenlassen hatte. „Hier ist jemand. Wir sind hier richtig.“ flüsterte Elisa und war sich nicht mal sicher ob die anderen sie überhaupt hören konnten. Sie stampften weiter durch das Eis und den Schnee.„Siehst du da das Licht, Val ?“ „Was für ein Licht. Ich sehe nicht mal meine Hand vor Augen.“ gab Val mürrisch zurück. „Doch ich glaube da ist was, da hinten.“ Sie bewegten sich vorsichtig auf das vermeintliche Licht zu in das Elisa deutete. Mit einem Mal erschallte Vals Stimme „Halt, Elisa ! Hier ist der Untergrund nicht mehr fest.“ Leises Plätschern war zu hören, als das Wasser auf die Eisschollen traf die wirr auf dem Meer herumschwammen. „Scheiß, auf das Licht wir suchen uns einen anderen Weg. In dieser Dunkelheit schaffen wir es niemals über die Schollen und wenn wir ins Wasser fallen sind wir innerhalb von wenigen Augenblicken erfroren oder ertrunken.“ Elisa stimmte Val leise zu und sie wendeten sich nach rechts. Dort schien das Land fest zu bleiben. Es war zwar mühselig über die Schneedünen zu gelangen und innerhalb kürzester Zeit schnauften sie Beide schwerfällig. Hinter der dritten Dünung, gab Val Zeichen anzuhalten. „Schau dir das an. Was ist das!“ Beide duckten sich in die Sicherheit des Hügels. „Schau dir das an. Das ist beleuchtet wie ein Fucking Fußballplatz. Ich sehe, zwei …nein …warte … drei Wachen.“ „Wir müssen näher ran. So erwischen wir sie nie?“ antwortete Elisa zerknirscht. Sie deuteten nach rechts ein weiterer kleiner Hügel der ihnen die Sicherheit zu bieten schien die Wachen auszuschalten. Mit Handzeichen einigten sie sich darauf wer welche Wache erledigen wollte und drehten die Schalldämpfer auf ihre Waffen. Elisa zielte und schoss. Wieder ihr Erwarten funktionierte ihre Waffe und die Wache fiel getroffen zu Boden. Auch Valeries Ziel viel getroffen um und sie rannten gemeinsam auf die Wellblechhütte zu, die in der Beleuchtung eindeutig auszumachen war. Sie waren gerade bei dem Versorgungszelt angekommen als ohne Vorwarnung die Hölle losbrach. Der Schnee um Elisas Füße flog auf als die Kugeln einschlugen. „Zu der Hütte, schnell!“ schrie Val und Elisa folgte ihr ohne weitere Überlegung. Sie waren gerade dabei die Treppe hinaufzusteigen als Elisa den Schmerz an ihrer linken Seite spürte und aufschrie. Sie war getroffen und ihre Beine gaben kurz nach. Schon spürte sie wie Val sie am Arm griff und in die Sicherheit der Hütte zog.
„Da müssen mehr Wachen der Eiskönigin sein.“ Val nickte Elisa zu „Ja, die müssen im Schutz des Zeltes oder der Dünung gehockt haben.“ Elisa sah sich kurz um. Sie waren in einem Waffenlager gelandet. Überall um sie herum standen Kisten mit Sprengstoffen, Panzerfäusten und Waffen aller Art. Elisa schaute an sich herunter. Ihre linke Seite schien in Flammen zu stehen. Aber außer dem Loch in ihrem Anorak konnte sie kein Blut ausmachen. Sie hatten die Umgebung nicht gesichert, ein fataler Fehler und wo zum Geier war nur Nathan. Irgendwie war er ihnen im Gefecht abhandengekommen. Dann flog eine Granate durch das vordere Fenster. „Verdammt, sind die nun völlig verrückt? Wenn das hier hoch geht fliegt die ganze Eisscholle in die Luft. Was für beschissene Idioten sind das denn? Die Wissen doch das hier ihr Waffenlager ist.“ Schrie Elisa in voller Panik, die sie nun erfasste als die Flammen um die Kisten zu züngeln begannen. Sie hatten nicht viel Zeit. Nicht lange und die ganze Hütte würde in die Luft fliegen. Wenn sie aber durch die Tür flüchteten würde man sie ganz sicher erschießen. „Wir müssen hier raus. Das Fenster.“ Sie hatten die Wahl wie sie sterben wollten. Erfrieren im eiskalten Wasser, erschossen durch einen Kugelhagel oder mit dem Waffenlager in die Luft fliegen.“ Ohne weiter nachzudenken, schlug Elisa mit der Waffe das Fenster ein. Kletterte flugs auf eine Kiste und mit den Händen ihr Gesicht schützend sprang sie durch die restlichen Glasscheiben in das kalte Wasser. Die Luft blieb ihr weg als die Kälte durch ihre Kleidung drang.
Elisa hatte keine Ahnung wie Val es aus dem Gebäude heraus gekommen war. Wie sie es in ein Boot geschafft hatte und Elisa vor dem sicheren Tod zu bewahren. Elisa dachte ihr Zähne würden bersten so klapperte sie mit den Zähnen. Val hatte sie in sichere Entfernung von der Hütte auf das Wasser hinausgefahren und half Elisa jetzt aus der nassen Jacke. Sie untersuchten schnell die Wunde an ihrer Seite. Ihr Pullover unter der Jacke war linksseitig mit Blut getränkt, doch wie es aussah handelte es sich dabei nur um einen Streifschuss. Sie zogen aus dem Medikit das was sie brauchten um die Wunde notdürftig zu versorgen und Val hüllte Elisa in eine silberne Thermodecke, die sie vor der sicheren Unterkühlung schützen sollte und die Val in weiser Voraussicht in ihrem Rucksack dabei hatte. „Sollen wir abbrechen oder kannst du noch?“ Elisa versuchte das Zähneklappern unter Kontrolle zu bringen und mimte die Mutig. „Es wird schon gehen!“ Gab sie von sich und zog aus ihrem Rucksack eine zweite Pistole, die erste war im Polarwasser verloren gegangen und wäre sicher auch nicht mehr funktionstüchtig gewesen. Val nickte und setzte sich wieder auf den Fahrersitz. Elisa blieb im Heck des Bootes sitzen und versuchte ihr Zittern unter Kontrolle zu bringen.
Wie Val die Bohrinsel gefunden hatte, würde Elisa wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Aber nun waren sie da. Leider waren sie nicht die einzigen. Elisa konnte die Personen nicht richtig ausmachen aber in dem nachfolgenden Feuergefecht war sie sicher, dass sie trotz ihrer zitternden Hände, die eine Person mehrfach getroffen hatte zumindest bevor eine Kugel sie in die linke Schulter traf. Das zweite Boot schubste sie unsanft von dem Steg weg und Val, die irgendwann aufhörte zu Feuern brachte sie hinter einer Säule in Sicherheit. „Ich bin getroffen, linke Schulter.“ Elisas Worte glichen mehr einem Krächzen. „Das war’s dann. Wir brechen ab. Scheiß auf die Lady. Das ist sicher die Basis wenn sie sie so gut verteidigen. Wir sollten die Bohrinsel einfach sprengen. Hammer weg, Eiskönigin weg, Lady weg aber die Gefahr ist gebannt. „Ja, gute Idee.“ Elisa ließ sich nach hinten sinken und schloss für einen Moment die Augen. „Ich bringe nur die Sprengladungen an, Elisa du musst wachbleiben.“
Wachbleiben fiel Elisa zunehmend schwerer. Sie wusste sie verlor Blut aus der Wunde in ihrer Schulter und diese Decke hielt sie vielleicht am Leben aber die eisige Kälte bekam sie einfach nicht aus ihren Knochen und im Grunde wollte sie nichts anders als einfach nur schlafen. Sie bekam nur mehr verschwommen mit wie Val die Sprengladungen anbrachte. Als sie den Wind auf ihren Wangen spürte wurde ihr in einem entlegenen Winkel ihres Geistes klar, dass Val das Boot in eine sichere Entfernung von der Bohrinsel brachte. „Ich fahr noch ein bisschen raus und dann lass ich sie alle hochgehen …“ waren die letzten Worte, die Elisa von Val noch hörte. Sie spürte die Explosion mehr als sie sie hörte. Doch wieso hatte sie das Gefühl sie würde fliegen. Müde, sie war einfach nur so unglaublich müde. Nur ein paar Minuten Schlaf und Alles würde wieder gut. Sie hatte sich getäuscht, sie flog nicht, sie lag flach auf dem eisigen Boden, doch sie spürte keinen Schmerz, sie spürte nicht mal mehr ihren eigenen Körper. Es war so verlockend sich einfach treiben zu lassen. Elisa schloss die Augen.
Kurz kehrte Licht in ihr Blickfeld. „Ja so ist es gut, nicht wieder einschlafen.“ erklang eine Stimme außerhalb ihres Blickfeldes. War es wärmer? Das war schön. Doch mit der Wärme kam der Schmerz und das obwohl das dunkle Vergessen so verheißungsvoll schien. Es lockte sie. Zog sie in ihren Bann und Elisa war willens sich darauf einzulassen. Es war als drehte sie sich um und das Licht in ihrem Rücken wurde schwächer und schwächer. Doch die Schatten des Polarmeeres ängstigten sie nicht. Es war als hießen sie sie willkommen. Sie sah Val, so hübsch in dem Kleid, das sie in Paris gekauft hatten, die aus der Tiefe die Hand nach ihr ausstreckte. Elisa lächelte und streckte ebenfalls den Arm aus,  versuchte Val zu erreichen. Kurz bevor ihre Finger sich berührten wurde sie fortgerissen.
Sie bekam keine Luft, musste würgen und als das Licht heiß in ihren Augen brannte schrie sie einfach los.

Kurz OOC: Wir haben das RP schon zu genüge ausdiskutiert und jeder weiß hoffentlich was schief gelaufen ist und wo man sich selbst korrigieren kann. Ich werde mich dazu jetzt nicht weiter auslassen. In groben Zügen haben wir das RP so gespielt. Zumindest bis zur Bohrplattform, der Rest ist nach den mit Nea abgestimmten Abläufen fantasievoll ausgeschmückt. Den Teil auf der Plattform habe ich völlig ausgelassen. Das ändert das Ergebnis der Russen nicht, aber alles andere wäre für mich unlogisch und nicht schlüssig gewesen. Es ist schon schwer Elisa am Leben zu lassen aber ein Tod pro Plotteil reicht völlig denke ich.

Vielen lieben Dank an Beric. Die Location war super schön und wirklich sehr stimmungsvoll. Auch Nea möchte ich herzlich danken, die einen niedlichen und ganz tollen Zoo in Belgravia gebaut und die in sich geschlossene und spannende Indizienkette aufgebaut hat. Mith danke ich für den Einsatz als leidensgeprüfte Lady Mathilda

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Tanz auf dem Drahtseil

Über den ganzen Tag hinweg versuchten Elisa und Eric Informationen über den Flecken zu finden, den das X markierte. Aber nichts führt zu fruchtbaren Erkenntnissen. Elisa hatte versucht Nathan zu erreichen. Vielleicht wussten die Briten, ja etwas was Langley nicht wusste. Aber der strebsame Nathan war nirgends telefonisch aufzutreiben und gegen Abend war es Elisa leid im Trüben zu fischen.
„Lass uns eine Pause machen. Mir raucht schon der Kopf vor lauter nachdenken und suchen. Auf diesem Flecken scheint einfach nichts zu sein als Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Wir sollten einfach davon ausgehen, dass sich die Eiskönigin auf einem Schiff befindet. Alles andere ist bezüglich dieser Ausgangslage pure Spekulation. Ich versuche morgen einen Termin bei den Briten zu bekommen. Mal sehen welche Informationen ihnen vorliegen.“ Eric nickte und legte die Papiere die er gerade studierte zur Seite.
Elisa beobachtete den kräftigen Mann, der leger und in bequemer Kleidung mit einer Wollmütze auf dem Kopf und mit einem üppigen Bart, über den Akten brütete. Das war wirklich ein seltsames Bild. Eric passte mehr in einen Schützengraben oder auf ein Kampffeld als auf einen Arbeitsstuhl und über Akten gebeugt.
„Wie sind die britischen Agenten denn so?“ fragte er den Blick fragend auf sie gerichtet. „Gut angezogen, steif und zugeknöpft!“ gab Elisa in Anbetracht ihrer Gedanken zum Besten. „Ein Besuch bei einem der hiesigen Scheider würde dir sicher auch gut tun.“ Sie schmunzelte ihm zu. „Es ist nicht schick, aber dafür äußerst bequem.“ Elisa musste lachen. „Ja das glaub ich dir. Wie sieht es aus. Lust auf einen Drink im Pub?“ „Ja, sehr gerne aber ich muss erst einmal kurz zu meiner Unterkunft. Bestelle mir schon mal einen schottischen Whiskey. Ich komme gleich nach.“
Elisa nickt und sie trennten sich an der Kreuzung zur Elisabeth Street. Sie deutete noch auf den Pubeingang bevor sich Eric in Richtung Bourne Street aufmachte. Elisa wartete mehr als eine halbe Stunde. Sie hatte es sich in einem der gemütlichen Sessel am hinteren Ende des Pubs bequem gemacht und hatte schon die Befürchtung, dass irgendetwas gravierendes Eric aufgehalten hatte.
„Einen dreifachen schottischen Whiskey“ donnerte eine Stimme die Elisa inzwischen gut kannte durch das Pub. Sie schaute auf und ihre Augen suchten in der Menge nach Eric. Doch sie konnte ihn nicht ausmachen. Dann verdunkelte ein Hüne gekleidet in einen maßgeschneiderten Anzug und mit einem leichten drei Tagebart ihr Blickfeld.
Sie hielt vor Überraschung den Atem an und ihre Augen weiteten sich als sie atemlos: „Du meine Güte, wie hast du das denn so schnell zu Wege gebracht?“ von sich gab. Der Hüne stellte sich als Eric heraus. Er hatte aus seinem Gepäck augenscheinlich einen Anzug ausgegraben und sich in aller Eile den Bart abrasiert. Elisa schmunzelte als er sich neben sie auf einen weiteren Sessel niederließ. Er wirkte noch etwas ungelenk in dem feinen Zwirn, doch Elisa bemerkte, wie die ein oder andere Dame im Pub ihn neugierig taxierte.
Sie unterhielten sich noch eine Weile angeregt über die Ereignisse in London. Doch gingen sie nicht ins Detail. Man wusste ja nie welche Lauscher offenstanden und Elisa hatte einen leichten Schwips als sie sich zur vorgerückter Stunde trennten.
Am nächsten Tag kam sie wieder einmal nur schleppend aus den Federn. Der Wein bzw. der Whiskey machten ihr einen dicken Kopf, den sie nur schwer los wurde. Doch als sie sich endlich auf den Weg in die Botschaft begab um Nathan zu kontaktieren, lief er ihr oder sie ihm über den Weg.
Sie machten sich kurzer Hand auf den Weg in die Konditorei und Elisa kam endlich dazu den lang ersehnten Scones zu genießen.
Leise stimmten sie ihre Ergebnisse ab und Elisa war wieder einmal erstaunt wie die Briten auf ihre Royals fixiert waren. Natürlich lag es nicht in Elisas Interesse eine Geisel zu gefährden. Aber das Leben der Lady Mathilda Darcy, war für sie nicht wichtiger als das Leben jeder x-beliebigen Geisel. Oberste Priorität hatte für Elisa, die Eiskönigin aufzuhalten und ihr den arktischen Hammer wegzunehmen. Dieser gefährdete schließlich die halbe Menschheit. Was zählte dagegen ein einziges Leben. Für Nathan und für den Duke, der sich später zu ihnen gesellte, galten andere Prioritäten. Elisa hielt sich zurück. Sie würde sicher nicht mit zwei Briten über die Wichtigkeit ihrer Blaublüter diskutieren. Da würde sie auf verlorenem Posten stehen. Vor allem, da der Duke wohl mit der vermissten in verwandtschaftlichen Verhältnis stand.
Doch nach diesem Gespräch war für Elisa klar. Sie hatten die gleiche Aufgabe aber unterschiedliche Zielsetzungen und Nathan würde um keinen Preis zulassen, dass der Countness von Abingdon, Mathilda Darcy auch nur ein Haar gekrümmt wurde.
Elisa seufzte schwer als sie einen Bericht für Langley in den Fernschreiber tippte.
Die Mission „Tobias“ schien in einem Tanz auf dem Drahtseil auszuarten.
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X für Nichts

Als Elisa am nächsten Tag frisch gemacht für den Tag in ihr Wohnzimmer trat lag die Akte fein säuberlich gestapelt auf ihrem Tisch und von Eric war nichts mehr zu sehen. „Er ist heute morgen schon früh aufgebrochen“ antwortete ihr Jaenett auf die Frage wo der Besucher abgeblieben war. „Ich glaube er hat die ganze Nacht durchgearbeitet, dass Bett im Gästezimmer sah ungenutzt aus. Möchtest du Frühstück eigentlich ist es aber schon Zeit für Lunch!“ Elisa verzog das Gesicht bei der kleinen unausgesprochenen Rüge, dass sie mal wieder nicht aus den Federn gekommen war.
„Nein ich gehe rüber zu Blackbirds oder in die Konditorei und hole mir dort etwas, die haben so leckere Scones mit Blaubeeren.“ gab Elisa zurück und huschte durch die Ausgangstür. Bei Blackbirds traf sie auf Valerie und nicht viel später gesellte sich Nathan zu ihnen. Natürlich gab es nur ein Thema, den Ermittlungstand bezüglich der Entführung der Lady Mathildas. Nathan war bereits im Bed&Breakfast von Mrs. Hooch gewesen und konnte mit einem Bild eines Eisbrechers, eines angekohlten Briefes und einem zerknüllten Kartenausschnitt aufwarten. Zudem war Mrs. Hooch sehr auskunftsfreudig aufgetreten und hatte mit dem Verdächtigen Arnor Johansen des Öftern abends zu einem Plausch zusammengesessen. Dementsprechend waren die Informationen, die sie zu Protokoll gab sehr nützlich. Der Kartenauschnitt wies auf einen Bereich in der Grönlandsee hin, doch eine genauere Bestimmung war nur anhand einiger Koordinaten möglich, die sich auf dem angekohlten Brief befanden. Nathans weitere Recherche hatte aber ergeben, dass es dort wohl nichts gab. Kein Land nur die offene See.
Sie hatten gerade die Köpfe zusammengesteckt um aus den vorliegenden Indizien mehr ableiten zu können, als Elisas Blick auf die andere Straßenseite fiel und sie Eric erkannte. Er war neu in der Stadt und Elisa nahm an, dass er noch niemanden kannte und so winkte sie ihn zu sich, um ihn Val und Nathan vorzustellen. Damit Nathan genug Zeit hatte, die Unterlagen zusammen zu räumen rief sie laut „Eric, wie schön. Komm doch rüber zu uns.“ Elisa hielt es für ratsam, weder Erics Tarnung noch die von Nathan und Val einfach so zu offenbaren. Deshalb kam es zu einigen holprigen und unsauberen Erläuterungen um wen es sich bei Eric handelte. Während Elisa von dem neuen Sicherheitsbeauftragten in der Botschaft sprach, erklärte Eric er wäre für Hilfsdienste wie Aktenarchivierung usw. verantwortlich. Aufgrund der Ereignisse und der vielen Arbeit bezüglich der royalen Entführung waren sie nicht dazugekommen sich bezüglich Erics auftauchen abzustimmen und Elisa schwor sich, dies alsbald nachzuholen. Hilfsdienste die Statur und das Auftreten Erics ließ für Val und Nathan sicher nur den Schluss zu, dass es sich bei Eric um einen gut ausgebildeten Soldaten handelte und Elisa war sicher, dass sie schon zu der Erkenntnis gekommen waren, dass er zu Unterstützung Elisas in London war. Doch professionell wie beide waren verlor weder Nathan noch Valerie ein Wort über die Unstimmigkeiten. Im Gegenteil, Valerie kehrte schon bald wieder die arbeitsame Clubbesitzerin raus und versuchte Eric für Dienste im Club anzuwerben. Da sie am Vortag als Tarnung ein Paar in dem Zoo abgeben haben, kam es direkt zur nächsten Unstimmigkeit. Eric, der sich nicht sicher war inwieweit die Paar Tarnung aufrechterhalten werden sollte, machte ein zwei Bemerkungen, die Elisa rot anlaufen ließen. Sie mussten sich ganz dringend genauer abstimmen.
Doch Valerie war locker gelöst wie immer und Nathan, wie es Elisa vorkam, peinlich berührt. Zum Glück löste sich die kleine Gesellschaft alsbald auf und Elisa blieben weitere peinliche Aussagen erspart. Val und Nathan, die gemeinsam zum Club aufbrachen ließen Elisa und Eric allein zurück, die sich dann wieder an die Arbeit machten.
An diesem Abend versuchten sie noch über die zwei krankgemeldeten Wächter mehr informationen zu erhalten. Was sich aber schwerer rausstellte als sie gedacht hatten. Emerson hatte sich bereits nach Hawaii abgesetzt und Colin Brown, der Taugenichts, zog es vor sein Geld für Nutten und Alkohol zu verprassen. Da er einen Alkoholpegel intus hatte, der es ihm erschwerte auch nur drei Wörter am Stück herauszupressen, konnten sie nicht mehr von ihm erfahren, als das ein Mann, da mit deutschem Dialekt wohl ein Nazi, ihm Geld gegeben hatte, dass er an diesen Tagen dem Zoo fernblieb. Elisa hatte, dass Gefühl, dass der junge Mann in Bälde wieder seinen Dienst im Zoo würde aufnehmen müssen, da das Geld sicher nicht allzu lang ausreichen würde, wenn er es weiterhin so sorglos in Alkohol und Vergnügen umsetzte.
Das B&B von Mrs. Hooch, suchten sie am nachfolgenden Tag auf und ihre Tatkraft wurde auch belohnt. Zu den Unterlagen, die Nathan bereits mit ihr geteilt hatte fanden sie in einem der Müllkörbe in Zimmer Nr. 5 des B&B ein zusammengeknülltes Butterbrotpapier auf dem, außer dem ein oder anderen Einriss, ein rotes X prangte. Noch an Ort und Stelle legten sie das Butterbrotpapier auf das Original des gefundenen Kartenausschnitts. Doch wie bei den Koordinaten führte das X auf eine Stelle in der Grönlandsee wo es außer Wasser nichts gab. Elisa zog ihre Kamera aus der Tasche und machte eine Aufnahme von dem entsprechenden Ausschnitt.
„Es muss dort etwas geben. Land, ein Schiff oder eine Bohrplattform was auch immer. Irgendwas muss dort sein. Sonst würde uns das X dort nicht hinführen.“ Eric nickte zustimmend: „Und wir werden rausfinden was dort ist.“

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Schlag auf Schlag

Prof. Dr. Paul Blacksmith war tot. Elisa warf einen prüfenden Blick auf den Sarg in dem die Leiche, die die Briten ihnen ausgehändigt hatten, lag. Natürlich hatte man den Leichnam eingehend untersucht um festzustellen ob er den arktischen Hammer in sich trug. Aber die Gerichtsmediziner hatten nichts Außergewöhnliches feststellen können und so war er zur Überführung nach Amerika freigegeben worden. Paul Blacksmith verbliebene Angehörige waren verständigt worden und Blacksmith Mutter würde ihren Sohn beerdigen können. Elisa war auf einem geschäftlichen Kurzbesuch in der Schweiz gewesen, als sich die Dinge in London zugespitzt hatten, und konnte sich somit nur auf den Bericht verlassen, den man ihr hatte zukommen lassen. Allerdings gab es da einiges was ihr nicht ganz schlüssig vorkam. Aber der Tod von Paul Blacksmith rührte sie nicht zu Tränen und sie respektierte Nathan Finch zu sehr als, dass sie ihm Schwierigkeiten bereiten wollte. Aber zwei Schusswunden, ohne Verteidigungswunden bei einem ansonsten unbewaffneten Mann. Sie zuckte mit den Schultern und schob die Akte in den Umschlag, der mit dem Schriftzug „TOP SECRET“ in dicken, roten Lettern versehen war.
Sie hatte Besuch von einem Beauftragten des Innenministeriums erhalten. Einem gewissen Duke McKenzie, der für die Koordinierung und Organisation der Zusammenarbeit zwischen den britischen Agenten und ihrer Agency zuständig war. Elisa war überrascht gewesen, als ein Mann wie ein Schrank vor ihr stand. Er war fast zwei Kopf größer als sie und sein Hals war ungefähr so dick wie ihr eigener Oberschenkel. Aber seiner einschüchternden Erscheinung zum trotz war er sehr aufmerksam und zuvorkommend gegenüber Elisa gewesen, was Elisa zunächst überraschte. Aber sie merkte schnell, dass hinter der Fassade rausgeputzten Highlanders ein wacher Geist mit Intelligenz und Stärke wohnte. Sie besprachen grob die Vorgehensweise und Elisa bekam, den Eindruck das eher das Verhalten der britischen Agenten für die Einsetzung dieses Mannes verantwortlich war als die eigentliche Zusammenarbeit beider Geheimdienste. Zumindest hatten sie ja in Solobukowa hervorragende Arbeit geleistet.
Aber die Eiskönigin war nicht untätig gewesen. Außer Blacksmith schien sie noch weitere Mitarbeiter zu haben, die ihr treu ergeben waren und wie es schien hatte Blacksmith Vasilovs Arbeit am arktischen Hammer fertiggestellt, denn die Eiskönigin hatte die diesmal die Briten an ihrem empfindlichsten Nerv getroffen. Ein Mitglied der königlichen Familie, Countess of Abingdon, Lady Mathilda Darcy war bei der Einweihung des neuen Elefantengeheges des Londoner Zoos, von der Eiskönigin, entführt worden. Für die Freilassung der Lady, verlangte die Eiskönigin Sendezeit zur Primetime im britischen Fernsehen für eine Ankündigung. Natürlich war jetzt sensible Zusammenarbeit gefragt und Elisa gab dem Duke zu verstehen, dass die Londoner Station ihr Bestes geben würde um die Briten bei den Untersuchungen zu unterstützen. 
Am nächsten Tag machte sich Elisa deshalb direkt auf den Weg in den Zoo um selbst den Tatort zu untersuchen und Zeugen zu befragen. Zu ihrem Glück hatte man aus Langley Unterstützung geschickt. Einen breitschultrigen Soldaten namens Eric Johansen, den sie sofort und ohne Verzögerung ins kalte Wasser schmiss. Denn sie nahm in noch bevor er sich eine Unterkunft hatte suchen können, geschweige denn irgendwelche Koffer aus packen zu können, mit in den Zoo um die Untersuchungen schnellst möglich voranzutreiben.
Schon die Kassiererin am Eingang erzählte ihr von zwei Zoowächtern, die sich an diesem Tag krank gemeldet hatten. Wobei einer, ein gewisser Colin Brown, als Taugenichts und der zweite ein älterer Mitarbeiter Namens Emerson als Zuverlässig und Kompetent bezeichnet wurde. Elisa war froh in dem Elefantengehege nicht allein auf Spurensuche gehen zu müssen. Denn die riesigen Dickhäuter waren über das Eindringen in ihre Privatsphäre nicht wirklich begeistert und neben ihnen wirkte selbst ihre stämmige und muskelbepackte Soldaten-Begleitung zierlich und verletzlich. In dem Gehege fanden sie eine zerrissene und nasse Papiertüte mit Weißbrotpampe, einer Dose schwedischen Stinkefisches und ebenfalls aufgeweichten Flugtickets. Ausgestellt auf einen gewissen „Fritz Müller“ und einen „Arnor Johansen“. Elisa schaut kritisch zu ihrem neuen Mitarbeiter. Sollte die Ähnlichkeit des Nachnames reiner Zufall sein. Nachdem sich Paul Blacksmith, so einfach in die Londoner Gesellschaft hatte einführen können viel ihr schwer Fremden zu vertrauen. Doch daran konnte sie jetzt sowieso nicht viel ändern. Sie würde Eric Johansen von zu Hause aus überprüfen ein Anruf bei ihren Freunden in Langley würde ausreichen um alles über ihn zu erfahren was sie wissen musste.
Im Weiteren fanden sie Fetzen einer zerrissenen Quittung, was sie darauf schließen ließ, dass die Attentäter in dem B&B von Mrs. Hooch untergekommen waren, einen Seidenschal und eine Holzklappe die wenn man sich in die Tiefen des düsteren Tunnels wagte zu einem Ausgang auf die Straße vor dem Zoo führte. Dort fanden sie eine Papiertüte mit zwei Uniformen wie die Wächter des Zoos sie trugen. Anhand der Indizien war es ihnen möglich die Entführung zu rekonstruieren und auch wenn man nicht wusste wo sich die royale Lady aufhielt, zumindest war nun klar wie sie unter den Augen aller entführt hatte werden können.
Die Managerin des Zoos hatte ihnen die Adressen der krankgemeldeten Mitarbeiter gegeben und so hatten sie, außer mit den vorhandenen Indizien auch noch mit drei weiteren Spuren die weiter verfolgt werden konnten, den Zoo verlassen. Mittlerweile war es schon spät und sie entschieden die Spurensuche am nächsten Tag weiter zu verflogen. Eric musste sich noch durch den Aktenberg der Eiskönigin arbeiten und für Elisa war es auch Zeit. Sie musste sich ausruhen. Sie bot Eric an die Nacht in ihrem Gästezimmer zu verbringen, sie konnte ihn schließlich nicht auf der Straße schlafen lassen, nachdem sie schon vereitelt hatte, dass er sich eine Unterkunft besorgte. Als sie ihn in ihrem Wohnzimmer allein ließ, war er schon in die Akten vertieft. Elisa seufzte schwer. Das würde sie am nächsten Tag wohl wieder alles so sortieren müssen. Aber sollte er sich einlesen. Es war gut, dass sie jetzt wieder Unterstützung im Aussendienst hatte.
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Wir ernten was wir säen!

Pling … Pling… ein steter Tropfen füllt die Lache, die sich auf dem kalten grauen Boden des Labors sammelt.

Paul Blacksmith, alias Serge Fabrese hatte den leicht debilen Bodevan mit einer List in seine Falle gelockt. Mit der Aussicht auf ein Vermögen von 15 Pfund war Bodevan pünktlich an der Tür zum Labor erschienen und mit der Bitte ihm behilflich zu sein, lockte er den gutgläubigen Jungen in den hinteren Teil des Labors. Während Bodevan, der in einer kurz auflodernden Flamme von geschäftlicher Raffinesse, versuchte 3 Pfund mehr aus dem Geschäft zu ziehen, wurde indes von der heimtückischen Attacke Pauls überrascht, der seinem Opfer den Arm hinter den Rücken zog und die Nadel einer Spritze in seine Halsschlagader stieß um ihn ein Serum zu injizieren, dass ihn gefügiger und willenloser machen sollte.

Indes sammelten sich vor der Tür des Labors die Agenten der verschiedenen Geheimdienste. Nathan Finch vom MI5 und seine Freundin Valerie van Dyke wurden von den Agenten gerufen, die seit Tagen das Labor von einer gegenüber liegenden Wohnung beobachteten. Die Agenten des KGB wurden von einem der Schatten informiert, die Paul Blacksmith seit seiner Flucht aus dem Safehaus des KGBs folgten. Während Paul unwissend über diese Vorgänge sein nächstes Opfer vorbereitete entschloss man sich vor der Tür zur kurzfristigen Zusammenarbeit. Valerie van Dyke, deren Tarnung noch immer intakt war und die es auch blieben sollte, bezog in der Überwachungswohnung Posten mit einem Scharfschützengewehr im Anschlag, um jeden niederzustrecken der die Wohnung verließ und nicht Nathan Finch hieß.

Der Code der Eingangtür war den Agenten aus den vorherigen Ermittlungen wohlbekannt und so öffnete man die Tür und drang in Agentenmanier in das Labor ein.

Doch Paul Blacksmith, der den mittlerweile sabbernden und geistig noch mehr verwirrten Bodevan, als Schutzschild vor seinen Körper zog die Stahlgittertür zum rückwärtigen Teil des Labors zu und stellte sich in einen Winkel zur Tür der ihm einigermaßen Schutz vor den Waffen der Agenten bot. Doch er hatte sich damit selbst in einer Mausefalle eingesperrt aus der es keinen Ausweg gab.

Die Ereignisse hatten ihn überrascht doch schnell wurde ihm klar, dass er einen anderen Weg finden musste um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Er hatte was sie wollten. Sie wollten den Hammer, zumindest die Russen wollten das zurück was sie als ihr Eigentum wähnten. Und alle, selbst die Briten, wollten die Eiskönigin. Also hatte er einiges mit dem er handeln konnte. Er verfluchte sich für einen Moment, dass er nicht das Angebot des KGBs angenommen hatte, solange es noch möglich gewesen war. Aber er hatte sein Versprechen der Eiskönigin gegenüber erfüllen müssen und das war der Hammer, aus diesem Grund war er geflohen. Hatte das Päckchen mit den Forschungsergebnissen aufgegeben und hatte sich in der kleinen Pension versteckt. Er hätte flüchten sollen doch sein Ehrgeiz hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er konnte weder das Geld noch seine Pässe in seinem Domizil holen und so war er zurück in das Labor gegangen und sie hatten ihn gestellt.

Er stellte sich vor die Stahlgittertür und hob die Arme. Der verwirrte Körper Bodevans glitt zu Boden, gluckste und gab Töne die sich wie Boohhh anhörten von sich. Paul knirschte kurz mit den Zähnen, dieser Junge hätte so ein schönes Versuchsobjekt abgegeben. Dann hätte sein Leben zumindest einem höheren Zweck gedient. Aber jetzt hatte Paul andere Sorgen. Er musste seinen Arsch heil aus diesem Labor bringen. Er lockte die Agenten und die Russen so schien es, zumindest Anna, die zu einem gewissen Grad einen Narren an ihm gefressen hatte, waren bereit weiter mit ihm zu handeln. Doch dieser britische Sturkopf von einem Agenten, dachte allein sein Geschrei würde Paul dazu bringen, die wertvollen Informationen zu verschenken. Doch Paul wusste, wenn er die Informationen preisgab, dann würden sie ihn erschießen. Auch wenn es sich technisch gesehen um Mord handelt, da er unbewaffnet und sich bereit gezeigt hatte aufzugeben. Auch Agenten des Staates konnten nicht so einfach jemanden töten, nicht mal jemand der des Mordes überführt worden war und dieser Agent war zwar der Meinung, dass er jemanden getötet hatte, doch Beweisen konnte er dies nicht. Zumindest solange nicht bis sie das Grab fanden und dann mussten sie ihm Paul Blacksmith, sein Handeln erstmal nachweisen.

Doch dieser Brite war wirklich ein verdammter Sturkopf. Das Bündnis der beiden Geheimdienste bröckelte von Minute zu Minute mehr. Mittlerweile zielte der Brite auf Pauls Kopf und Anna auf den Kopf des Briten. Wäre die Situation nicht so brenzlig für ihn gewesen hätte Paul sogar lachen müssen, so verdreht war das Ganze mittlerweile.

„Sie haben nichts was sie uns geben können. Sie haben Menschen getötet. Sie werden diesen Raum nicht lebend verlassen. Anna, sie und ihr Partner ziehen sich jetzt zurück und ich erledige den Rest.“

Der Kerl schien es ernst zu meinen. Paul zog sein Ass aus dem Ärmel, es schien als wäre die Zeit mehr als Reif dafür. „Wenn sie mich erschießen bekommen sie gar nichts. Erschießen sie mich und ich nehme den realen Namen der Eiskönigin mit in mein dunkles Grab.“ Anna wurde hellhörig, der männliche Russe schien sich mittlerweile auf die Seite des Briten zu schlagen. Aber Anna war seine Freifahrtkarte, sie schien entschlossen im Notfall auch den Briten zu erschießen.

„Dann sagen sie den Namen.“ Paul war gerade im Begriff ihn höhnisch anzublinzeln als ein einzelner Schuss durch das Labor dröhnte und seinen Oberschenkel durchschlug. Sein höhnischer Blick wurde zur Grimasse des Schmerzes gefolgt von einem markerschütternden Schrei während er an der Wand nach unten rutschte weil seine Beine ihn nicht mehr trugen:

„Katharina … du britisches Schwein“ log er und seine Finger krampften sich über seine Wunde bis das Blut über seine Finger lief. „Mehr bekommst du nicht von mir.“

„Sie haben schätzungsweise 7 Minuten Paul, mehr nicht. Sagen sie uns sofort den Namen.“

„Ich hab vielleicht nur 7 Minuten. Arrrgghh und was glaubst du wie lange ihr habt. 1 Woche vielleicht 2. Ihr wähnt euch in Sicherheit weil der Virus bis 30 Grad inaktiv ist. Aber was denkst du wohl welche Temperatur der menschliche Körper hat, mmhh.“

Er biss sich auf die Zähne der Schmerz zog sich durch seinen Körper aber im Gefängnis hatte er gelernt mit Schmerzen umzugehen. Sein Rücken zeugte davon. Sein Blick ging nach oben in das bärtige Gesicht des Briten.

„Für England“ sagte Finch.

Paul hörte den Schuss nicht, der ihm das bösartige und doch geniale Hirn durchschlug.

 

Noch ein bisschen OOC: Es war meine Premiere als Spielabschnittsleiterin und ich danke euch, dass ihr so eifrig mitgespielt habt. Es war in manchen Teilen nicht so koordiniert wie wir es aus den vorangegangenen Plotabschnitten gewöhnt sind, aber ich hoffe ihr hatten bei den RPs dennoch euren Spass. Ich fand das Klasse das es bis zu dem Finale zwei unterschiedliche Stränge gab wie mit den Informationen umgegangen wurde. Einmal Nathan und Valerie die ermittelt, überwacht und ausgewertet haben. Dann Anna, Elena/Hans, die recht schnell hinter den Mittäter kamen und dann ein Angebot unterbreitet und ein Safehaus eingerichtet haben um an die Informationen zu kommen. Das war echt alles super und ich habe viel Lernen dürfen. Ich stimme Nea zu, dass jeder Spieler auf neue Ideen kommt und ich war zum Teil echt überfordert ;-). Aber wir haben die berühmte Kurve genommen und ich freue mich auf den 4ten Plotteil an dem ich jetzt auch wieder aktiv und unwissend mit Elisa ermitteln darf.

Ein ganz ganz herzlicher Dank geht an BODEVAN, der mir so eifrig geholfen hat die schönen Indizien herzustellen und im Finale dann noch sehr intensiv das Opfer gemimt hat. Vielen lieben Dank dafür. Ich find euch alle Klasse.

 

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Der Mittäter !

Paul streckte sich auf dem Bett genüsslich aus. Er dachte an ihre ausladenden Brüste und stellte sich vor wie es wohl wäre wenn sie ihre Beine weit für ihn spreizen würde. War er von allen guten Geistern verlassen. Diese Braut kostete ihn noch das Leben, wenn er nicht aufpasste. Doch er wollte sie, begehrte sie. Es war immer dasselbe. Genauso war es mit ihr, seiner guten Fee, seiner Samariterin. Die Frau, die ihm geholfen hatte aus dem Gefängnis zu fliehen. Die Flucht der drei anderen Insassen waren ein gutes Ablenkungsmanöver gewesen, so dass es erst einmal ein paar Tage gedauert hatte bevor man sein Verschwinden überhaupt bemerkt hatte. Sie war klug, belesen und äußerst raffiniert. Er vergötterte sie. Als sie ihm von Vasilovs Tod berichtet hatte, war er nur allzu bereit gewesen ihr zu helfen. Dieses Projekt würde ihm zu Ruhm und Ansehen verhelfen. Das war größer als die Erfindung der Atombombe, größer als alles was die Wissenschaft bisher geschafft hatte und er wäre der führende Wissenschaftler nach Vasilov. Aber Vasilov war tot und konnte nichts mehr für sich beanspruchen.
Zunächst hatte er ihr mit Rat beigestanden, doch egal wie präzise seine Anweisungen auch waren, die Wissenschaftler schafften es einfach nicht. So hatte sie die Flucht für ihn eingefädelt, hatte dafür Sorge getragen, dass er unbeschadet das Land verlassen konnte und nach ein, zwei Zwischenstationen in der Schweiz und Deutschland, in denen er sie hatte näher kennenlernen dürfen und er die Unterlagen Vasilovs eingehend hatte studieren können, stellte sie ihm in London ein großzügiges Domizil zur Verfügung, genug Geld das er im Wohlstand leben konnte und einen neuen Namen, den er sich sogar hatte aussuchen können.

 

 

Nach einem Nerven aufreibenden Besuch bei Alexejs Witwe war es ihm gelungen Zugang zu dessen Labor zu bekommen. Er hatte sofort mit den Forschungen begonnen und er war gut vorangekommen.
Doch er hatte sich ablenken lassen. Ablenken von großen Titten und langen Beinen. Verflucht seien die Weiber mit ihren Reizen. Aber war es ihm zu verdenken nach drei Jahren Knast in denen er keine Frau hatte, wo er sich hatte seiner Haut wehren müssen. Es hatte einiger Anstrengungen bedurft, bis sie ihn in Ruhe gelassen hatten, bis sie ihn respektierten, manche sogar fürchteten. Doch zum Schluss hatte sich niemand mehr an ihn herangetraut. Weder in der einen noch in der anderen Weise. Keiner von ihnen wollte vergiftet werden und er war ihnen den Beweis, dass er dazu fähig war nicht schuldig geblieben.
Er hatte den Abend mit einer schönen Frau genossen. Aber obwohl sie ihm gegenüber zugängig erschien blieb sie auf Distanz. Sicher war sie auch eine von den Frauen, die einen stattlichen, großen Mann bevorzugten mit schlechten Manieren und einem schicken Auto. Auf der anderen Seite war sie mit Jegorowa verheiratet. Einen alten Wissenschaftler, der, wenn Paul – oh nein – Serge er war ja jetzt Serge Fabrese, sich richtige erinnerte, weder stattlich war noch schlechte Manieren hatte.
Aber das spielte jetzt auch keine Rolle mehr. Er brauchte ein neues Versuchsobjekt. Seines war ihm durch die Finger geschlüpft und einfach gestorben. Er war mit dem Virus im Großen und Ganzen zufrieden. Zufrieden mit seiner Wirkungsweise und den damit verbunden Auswirkungen, allerdings war das bisher nur die halbe Miete. Er musste auch die anderen Probleme lösen und das würde noch ein Weilchen dauern, so fürchtete er. SIE war mit seinen Ergebnissen ebenfalls zufrieden, aber sie drängte ihn schneller voranzukommen. Und jetzt wurde seine Arbeit noch mehr behindert. Wie zum Teufel hatte Jegorowa davon erfahren, wer er war und was er tat. Irgendwo musste Vasilov einen alten Bildfetzen von ihm gehabt haben und noch dazu hatte er in einem seiner Tagebücher über ihn geschrieben. Jegorowa hatte ihn zu einer Wohnung gelockt. Er hatte zuerst nicht gewusst, dass sie es war, doch er war auf den ältesten Trick überhaupt reingefallen und die ersten zwei Tage hatte er auch das Gefühl gehabt Oberwasser zu haben, schließlich war sie die Nacht bei ihm geblieben und hatte ihm alles zugesagt, was er verlangt hatte. Doch er hätte sich denken können, dass dies nur Geschwätz gewesen war. In der ersten Nacht, als sie vor Müdigkeit nicht mehr die Augen hatte offen halten können war er aus der Wohnung geschlichen und hatte die sich die Leiche vom Hals geschafft. Das fehlte noch das sie ihn wegen Mordes drankriegten. Ohne Leiche keine Mordanklage. Dann war er zurück in die Wohnung gegangen. Er konnte nicht in sein Domizil zurück, dass war zu gefährlich und mit Anna würde er zurechtkommen. Wenn alles Andere fehlschlug dann würde sie einfach sein nächstes Versuchsobjekt sein. Es wäre zwar schade um diese Titten, aber das war nicht zu ändern, wo gehobelt wurde fielen nun mal Späne. Das war auch in der Wissenschaft nicht anders.
Doch dann hatte sie die Wohnungstür verschlossen. Sie tat zwar völlig unschuldig doch er war nicht aus der Wohnung gekommen und das gefiel ihm ganz und gar nicht. Und dann kam da auch noch so ein Krautfesser in die Wohnung. Angeblich ein Unterhändler, der das Angebot festigen sollte. Doch der erzählte nur Bockmist und wusste nicht einmal Pauls richtigen Namen. Immer wieder redete er ihn mit Peter an. Doch dann hatte er einsehen müssen, dass sie wirklich Beweise dafür hatten, dass er der war der er war. Sie hatten seinen Safe aufgebrochen. In einem Umschlag, den der Deutsche ihm zugeworfen hatte lagen Bilder seines Originalpasses, seiner Unterlagen und seines Geldes. All dem was SIE ihm nicht hatte geben wollen, weil es ihn in Gefahr bringen würde und worauf er bestanden hatten. Dann hatte der Unterhändler ihm noch einen Umschlag gegeben, der gleiche Bockmist, den sie ihm schonmal Angeboten hatten. Ein Haus auf der Krim, wer würde dort schon leben wollen, eine neue Identität ein nicht weiter beziffertest Geldpolster und natürlich nur Arbeiten unter voller Kontrolle.
Das konnten sie sich in den Hintern schieben. Dank einer mit Wasser gefüllten Glasampulle war ihm die Flucht aus der Wohnung gelungen. Auf der Straße war er einem Geschenk Gottes in die Arme gelaufen, sein neues Versuchsobjekt. Er hatte alles klar gemacht, es würde ihm wie einen reifen Apfel in den Schoss fallen. Er legte sich auf die andere Seite und schlief ein.

Für heute wähnte er sich in Sicherheit. Von der Tatsache, dass dieser Unterhändler ihm einen Schatten an die Fersen geheftet hatte, ahnte Paul nichts. Er war der Ansicht seine Drohung den arktischen Hammer in London freizusetzen hätte ihm genug Angst gemacht um ihn ziehen zu lassen.
Und auch die Tatsache, dass die Amerikaner in Zusammenarbeit mit den Briten das ehemalige Labor Vasilovs unter Beobachtung hatten, war Paul gänzlich unbekannt.
So steuerte er, ohne dass es ihm bewusst war, auf eine Katastrophe zu.
Zumindest hatte er in der Nacht in dem er die Leiche vergraben hatte, einen Brief an SIE in den Briefkasten werfen können. SIE würde ihn erneut retten da war er sich sicher.

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Der Mühen Lohn !

Elisa wechselte die Straßenseite. Heute würden sie sich treffen um zu sehen, welchen Schatz sie, in der heiklen Mission in Sologubowka unter Einsatz ihres Lebens, ergattert hatten. Noch während ihr Finger auf der Klingel zu Noahs Apartment lag, machte sie seine Silhouette auf der Straße aus, hob winkend die Hand in seine Richtung und rief über den Autolärm hinweg seinen Namen. Als er sie gehört hatte hob er ebenfalls die Hand zum Gruß und sie gingen aufeinander zu.
Nach einer kurzen Begrüßung überlegten Sie ob sie Nathan im Club bei Valerie suchen oder direkt zu seiner Unterkunft beim Savoy gehen sollten. Elisa wollte vor Noah nicht preisgeben, dass sie wußte das Valerie zur Zeit nicht in der Stadt war und so schlug sie vor es zunächst im Club zu versuchen, da dieser näher und auf dem Weg lag. Doch dazu kam es gar nicht. Sie setzten sich gerade in Marsch, als Nathan ihnen über den Weg lief. Sein Arm in einer weichen Schlinge, schaute er sie fast herausfordernd an. „Wollen wir nachschauen gehen?“ Elisa, die sich noch kurz nach seinem Befinden erkundigte, nickte zustimmend. So machten sie sich auf den Weg zurück in die Elisabeth Street um endlich einen Blick in das Bankschließfach des seligen Alexej Vasilov zu werfen. Der freundliche Mr. Fletcher begrüßte sie geschäftsmäßig und ließ sie nach einigem Zögern in den hinteren Bereich wo die Schließfächer dicht an dicht eingebaut waren. „Welches Schließfach ist es?“ Noah wirkte angespannt fast schon genervt. Elisa zog den kleinen Zettel heraus auf den sie die Nummer notiert hatte, die sie seinerzeit auf der Visitenkarte Vasilovs gefunden hatte. Sie gab die sechsstellige Nummer an Nathan und Noah weiter. „Bist du sicher Elisa. Die Nummern hier sind alle vierstellig.“ Sie warf einen Blick auf die Wand. Dann versuch es mit den letzten vier Ziffern?“ gab Elisa fast schnippisch zurück. Langsam wurde sie auch nervös wie schwer konnte es sein ein Schließfach zu öffnen. „Nein warte Noah. Schau her. Hier schau. Das ist das richtige Schloss. Das Schließfach hat die Nummer 3875 aber die Industrienummer des Schlosses ist die die Elisa genannt hat.“ Elisa rollte mit den Augen. Langsam hatte sie genug von den dämlichen Vasilov-Rätseln. Konnte dieser Mann nicht einfach ein X an die richtige Stelle malen?
Noah schob den Schlüssel in das entsprechende Schließfach und öffnete es. Es war zu eng und Noah und Nathan, die vor Elisa standen einfach zu groß. So sah sie den kleinen Aktenkoffer erst als Noah ihn aus dem Schließfach gezogen hatte. „Wollen wir das nicht besser bei euch im Hauptquartier oder in meiner Station untersuchen?“ Aber Noah schien der eher neugierige Typ zu sein und öffnete den Aktenkoffer sofort. Dokumente, ein Tonband und ein Backenzahn befanden sich darin. Nathan entschied dann kurzerhand, dass sie in die amerikanische Botschaft umsiedeln würden. Elisa würde für die CIA Duplikate von allem anfertigen, außer natürlich von dem Backenzahn und Nathan würde dann die Originale von seiner Behörde untersuchen lassen. Elisa würde er einen Bericht mit den Ergebnissen zukommen lassen und wenn die Agency darauf bestehen würden, so versicherte er, könnten sie auch nochmals eigene Untersuchungen anstrengen.
Elisa dankte ihm als sie in der Station angekommen waren. Doch obwohl sie die letzten Tage mit Noah und Nathan eine gefährlichen Einsatz überstanden hatten. Ihr Leben gegenseitig in die Hände des Anderen gelegt hatte, begegnete Noah jetzt Elisa wieder mit einem Misstrauen, dass sie nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie war ehrlich zu Nathan und Noah gewesen. Hatte ihre eigene Tarnung preisgegeben, obwohl es möglich gewesen wäre, ihre vor Noah aufrecht zu erhalten nachdem sie über seine Funktion Bescheid gewusst hatte. Nathan versuchte seinerseits Noahs harte Worte zu entschärfen aber Elisa wusstte, dass dies eine vergebliche Mühe war. Noah würde sich nicht mit Worten überzeugen lassen und so würde sie es gar nicht erst versuchen. Ob sie sich, wie Nathan gesagt hatte, im Notfall auf Noah verlassen konnte stellte er mit seiner Einstellung selbst in Frage. Elisa schickte die Angestellten samt und sonders in die Pause und fertigte Duplikate an. Das Tonband fädelte sie ein und drückte auf Start.
Die Stimme der Eiskönigin, unterbrochen von diversen Umgebungsgeräuschen bei der Aufnahme, erfüllte den Raum. Sie war ihnen schon wieder zuvorgekommen. Während Elisa das Tonband zum Zwecke der Vervielfältigung erneut und im Stillen durchlaufen ließ, dachte sie über das gehörte nach. Natürlich musste man das Band ausgiebig analysieren. Eventuell konnte man aus den Hintergrundgeräuschen auf den Aufnahmeort schließen. Aber die vorrangigsten und vielleicht wichtigsten Informationen waren :
1. Die größte Antriebsfeder der Eiskönigin schien Rache zu sein. Sie hatte mit der Bombe in der Botschaft den Tod Vasilovs vergolten und nun war es nicht mehr nur die CIA, die in ihrem Fokus stand. 
2.  Sie versuchte die Arbeit Vasilovs zu beenden, den arktischen Hammer fertigzustellen und zum Einsatz zu bringen.
3. Sie nutzte dazu Wissenschaftler, die im Dunstkreis Vasilovs standen oder gestanden hatten.
Nathan, der im Laufe des Gesprächs immer blasser wurde, schlug vor die Unterlagen weiterzugeben und das Gespräch auf den nächsten Tag zu vertagen. Elisa war der Ansicht, dass seine Wunde ihn stärker belastete als er zuzugeben bereit war. So nickte sie zustimmend und Sean brachte Nathan und Noah auf ihr Geheiß aus der Botschaft. Elisas Arbeitstag war noch lange nicht zu Ende. Sie musste die Dokumente analysieren, das Tonband mehrfach abhören und einen Bericht zur Agency schicken.
Außerdem war da noch das Köfferchen der Russin. Sie holte ihn unter ihrem Schreibtisch hervor und setzte ihn auf dem Tisch ab. Dann versuchte sie die Schnappverriegelung: Verschlossen natürlich! Eine Weile stocherte sie in den Schlössern nur um dann laut fluchend das Teil vom Tisch zu stoßen. „Meine Güte, geh auf du bescheuertes Ding.“ Eine Spitze des Koffers knallte auf den Parkett und hinterließ eine dicke Schmarrn. Doch die Wucht des Aufpralls gab der Verriegelung den letzten Kick und die Schnapper sprangen auf. Die Seitenteile des Koffers öffneten sich als er über den Boden kugelte und einige Papiere fielen heraus. Elisa sprang auf, nahm einzelne Dokumente in die Hand und prüfte sie. Ein Name sprang ihr ins Auge : „Edeltraut Bregelmann“ ?? Wer zum Geier war Edeltraut Bregelmann. Zwischen den Papieren fiel ihr ein deutscher Reisepass auf. Sie nahm ihn, prüfte die Angaben und das Bild.  Sie Stutzte und griff nach der Lupe, die auf dem Tisch lag. Dann zog ein breites Grinsen über ihr Gesicht. So war das also. Hatte sie wieder einmal Recht behalten. Dann zog ihr ein Schauer über den Rücken. Wenn Elisa sie erkannt hatte, dann war anzunehmen, dass auch „Edeltraut Bregelmann“  in Sologubowka ihre Gegner erkannt hatte.
„Verdammte Scheiße“ fluchte Elisa laut und griff zum Telefon.
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Dichter Nebel über der Sowjetunion

Nach dem Bad kuschelte sich Elisa in ihren Bademantel und genoss bei einer heißen Tasse Tee das Abendlicht das durch das Giebelfenster zu sehen war. Ihr Blick wanderte zu der kleinen Notiz, die sie in Händen hielt und sie würde beten wenn sie denn gläubig wäre. Die letzten Tage waren ereignisreich gewesen und ob sie auch die Mühe wert gewesen waren würden sie am morgigen Tag feststellen. Sie hatte ihre Tarnung gegenüber Noah Hill aufgegeben und dieser war Elisa nicht sehr begeistert vorgekommen, dass Nathan Finch seine Tätigkeit ihr gegenüber preisgegeben hatte. Doch nun war das nicht mehr zu ändern. Im Grunde hatte er sich mit dem Rätsel, das er Elisa und Valerie gezeigt hatte, selbst verraten. Den Rest musste Elisa sich einfach nur zusammenreimen und das Reimen lag ihr nun mal. Da die Fakten nun offen lagen, planten sie die Reise zum Heimatort Vasilovs mit Hill und Finch.
Als erstes war die Einreise zu beachten. Dieses Kaff lag mitten im Feindesland. Die Agenten des MI5 waren im Grunde für inländisches Zuständig und befanden sich bei einer Mission im Ausland per se schon auf dünnem Eis. Und Elisa? Als amerikanische Agentin konnte sie sich ausmalen was ihr blühen würde wenn man sie auf russischem Boden erwischte. Gulag, Verhöre und/oder Erschießungskommando, nichts davon war etwas auf das sie scharf war. Doch nicht umsonst hatte Harper sie gelehrt was es wert sein konnte reich zu sein und die Reichen und Mächtigen zu kennen. Schon seit Jahren kannte Elisa Irina Petretkova. Eine reiche Witwe adliger Abstammung, die ihre eigenen Gründe hatte ihr Heimatregime nicht zu lieben. Elisa hatte seinerzeit gemeinsam mit John Harper Irina angeworben und immer wenn sie in die UdSSR wollte nutzte sie ihre Bekanntschaft. Zur Sicherheit versüßte Elisa den Landesverrat noch mit einem Diadem oder einem Collier aus dem Bestand ihres Vaters. Also war der Plan mit Elisas Jet einzureisen und als Grund für die Reise diente eine Einladung zu einer der frivolen und elitären Feiern im Hause Petretkova. Die Tatsache, dass Elisa mit zwei schmucken Briten einreiste machte die Sache noch glaubhafter. Beim KGB war man über den erlesenen und unersättlichen Geschmack der jugendhaften Witwe durchaus im Bilde. Dann würde man die restliche Strecke mit Irinas Privathelikopter zurücklegen, das letzte Stück würden sie durch den Schnee marschieren müssen. Elisa musste über Noah Hill schmunzeln, der Schneider der einen edlen und eleganten Geschmack im Bezug auf seine Kleidung hatte, legte auch im Einsatz mehr Wert auf gutes Aussehen als auf Zweckmässigkeit. Elisa hoffte das ihm im tiefen Schnee nicht die Zehen abfroren und er sie aufhielt. Sie wäre dann gezwungen ihn als Störfaktor auszuschalten und das würde die Zusammenarbeit mit Nathan sicher schwieriger gestalten. Im Kaff angekommen erschwerte ihnen dichter Nebel die Arbeit. Allerdings hatte der Nebel auch so seine Vorteile. Elisa, Nathan und Noah konnten zwar weniger sehen aber auch sie waren nicht so schnell auszumachen. Sie schwärmten aus. Nach kurzem hörte sie Noahs Stimme durch den Funk „Wir sind nicht allein. Drei Personen, zwei Weiblich, eine Männlich wie´s aussieht. Stehen an einem Grab. Aber ich kann nichts hören. Näher ran ist gefährlich.“ Nathan deutete Elisa an, dass sie gemeinsam die Position wechseln mussten und so kämpften sie sich durch Gestrüpp und Unterholz bis sie eine Position erreicht hatten, in der Elisa über das Richtmikrofon mit Unterbrechungen und kratzigen Untertönen das Gespräch, der Personen verfolgen konnte. Bei den Personen handelte es sich, nach der Sprache um Russen. Sie hatten den Sarg ausgebuddelt und suchten nun nach dem Schlüssel. Elisa fluchte. Sie waren zu spät. Die Russen würden den Schlüssel ergattern und damit die Informationen aus dem Bankschließfach erhalten. Doch irgendetwas hielt die drei auf den Sarg einfach zu öffnen. „Sarin -Gas“ hörte Elisa durch das Mikrofon. Wieso sollte Vasilov den Schlüssel mit Saringas schützen. Elisa hielt Nathan und Noah über den Funk auf dem Laufenden. Aus den Kommentaren aus dem Funkgerät entnahm Elisa das Noah am liebsten sofort alle auf diesem Friedhof umgenietet hätte, um den Sarg im Ganzen nach London zu schaffen. Nathan war natürlich entsetzt, wie er es auch nur in Erwägung ziehen konnte Sarin-Gas nach Britannien schaffen zu wollen. Elisa versuchte die hitzige Diskussion über Funk zu ignorieren und weiter auf das Gespräch der Russen zu achten. Als eine der Frauen angab, dass sie über Funk Verstärkung und einen Helikopter rufen wollte, spie Elisa die Informationen in das eigenen Funkgerät, lies das Richtmikrofon auf dem Rucksack zurück und zog die Waffe. 3:3 konnten sie es mit den Russen aufnehmen, zumal diese gar nicht damit rechneten, dass sie vor Ort waren. Aber mit Verstärkung – nein – Gulag, Verhör, Erschießungskommando. Nathan und Noah sahen das genauso und so gab Nathan den Befehl, das Noah die Frau aufzuhalten hatte, die versuchte Verstärkung zu rufen und zu einem entfernten Wagen lief. Er selbst würde den stämmigen Russen aufs Korn nehmen würde und Elisa sollte die zweite Frau übernehmen.
Dann schrie er über den Friedhof in seinem holprigen Russisch „Waffen runter, sie sind umzingelt.“
Doch natürlich interessierte das die Russen in keinster Weise. Der stämmige Russe drehte sich herum und eröffnete sofort das Feuer auf Nathan und die Frau gab Fersengeld, noch bevor Elisa einen Schuß abgeben konnte. Elisa überblickte kurz das Terrain. Sie konnte Noah nicht sehen, hatte keine Ahnung wo er war und wenn sie quer über den Friedhof lief um der Frau zu folgen, konnte sie leicht ins Visier des Russen geraten. Also entschied sie geschützt durch das Gestrüpp und die Bäume um den Friedhof zu laufen. Dann sah sie die Frau, die in einem dunklen Mantel im Licht des Schnees, sich hinter einem Grabstein verschanzt hatte. Die Waffe vor sich um zu schießen, den Rücken Elisa zugewandt. Elisa versuchte ihren Atem zu kontrollieren und sich so leise wie möglich zu nähern. Doch die Frau war völlig von dem Geschehen vor sich in Bann gezogen. Der Russe und Nathan lieferten sich ein übles Gefecht.

 

Als Elisa nah genug herangekommen hielt sie die Waffe auf den Hinterkopf der Frau gerichtet „Waffe fallen lassen und aufstehen, oder ich schieße.“ Keine Reaktion der Frau, Elisa gab einen Warnschuss und drei weiter Schüsse ab, danach legte sie die Waffe dann erneut auf ihren Schädel an. „Ich sagte Waffe fallenlassen und aufstehen.“ Durch den Schuss und den Treffer zuckte die Frau zusammen und tat wie ihr geheißen. Elisa zog sie, vor sich haltend wie einen Schutzschild, in den Schutz der Bäume. Die Frau trug einen weiße Fellmütze, eine dicke Brille und Elisa wunderte sich nicht das sie nicht geschossen hatte. Mit so einer Brille, deren Gläser getönt wirkten, konnte man in der Dunkelheit wohl so gut wie nichts sehen. Die Frau trug zudem einen Mantel und einen Rock. Elisa war erneut verwundert welche Kleidung manch einer zu Einsätzen trug. In dem Moment tauchte Noah neben Elisa auf, durchs Funkgerät gab Nathan durch, dass der Russe lag aber Nathan selbst verwundet war. Noah eilte zu ihm und brachte ihn zu Elisa und der Russin. Der Russe bewegte sich noch und wie es Elisa vorkam wollte er das Sarin-Gas im Sarg freisetzen.

 

Nach kurzer Absprache gab Nathan zu verstehen, dass er die Russin in Schach halten konnte und Noah und Elisa sich um den Sarg kümmern sollten. Noah hatte den Ruf nach Verstärkung nicht aufhalten können, auch wenn er die Frau außer Gefecht gesetzt hatte und so blieben ihnen nur noch Minuten wenn nicht gar Sekunden.
„Aufhören. Bleiben sie liegen oder ich schieße.“ Elisa gab noch diese Warnung ab bevor sie auf den Kopf des Russen zielte. Doch der gab nicht nach und so blieb Elisa nichts weiter übrig als einen gezielten Schuss in seinen Schädel abzugeben. Nachdem der Russe nachweislich außer Gefecht gesetzt war, sein Gehirn klebte an dem Grabstein von Vasilovs Vater, schlug Noah ein Loch auf Kopfhöhe in den Sargdeckel und fischte in Windeseile nach dem Schlüssel. Elisa hielt den Atem an. Wenn er die Granate berührte brauchte sie sich über Gulag und Verhöre oder gar einem Erschießungskommando keine Sorgen mehr machen. Sie würden hier auf diesem russischen Friedhof elendig am Sarin-Gas krepieren. Als Noah triumphierend schaute, drehte sich Elisa herum und holte ihren Rucksack aus dem Gebüsch und machte sich auf den Weg zu Nathan und der Gefangenen. Das war zudem ein guter Fang. Sie würden sie Verhören und sehen was sie herausbekommen konnten. Doch nun lief Ihnen die Zeit weg. Das Geräusch eines Rotors erklang über ihren Köpfen. Sie mussten sehen, dass sie fortkamen. Nathan holte aus und mit seinem gesunden Arm schlug er den Kolben seiner Handfeuerwaffe gegen den Hinterkopf der Frau, die daraufhin zu Boden glitt. Elisa verzog verärgert den Mund aber sie hatten keine Zeit für Diskussionen und so schnappte sich noch das Köfferchen, dass die Russin die ganze Zeit über wie ein Schatz in Händen gehalten hatte und sprintete dann Nathan hinterher. Sie hatten noch eine Strecke zurückzulegen bis zum Treffpunkt mit dem Helikopter und Noah stütze den verletzten Nathan. Sie redeten nicht viel. Wie es schien waren sie erfolgreich gewesen. Nun ja zumindest waren sie noch am Leben und sie hatten den Schlüssel. Eine kurze Untersuchung der Wunde in Nathans Arm im Helikopter, ergab das er Überleben würde und nur die nächste Zeit etwas eingeschränkt war. Irina kümmerte sich liebevoll um Nathan und wie es schien hatte Nathan Finch eine weitere Bewunderin gefunden. Elisa kam es vor als bedaure Irina das die Feier lediglich eine Tarnung gewesen war.
Den Heimweg legten sie ebenfalls schweigsam zurück. Elisa musste damit klarkommen, dass sie einem Mann der am Boden gelegen hatte, in den Kopf geschossen hatte und auch wenn Nathan sich mit keinem Wort beschwerte ging Elisa davon aus, dass seine Wunde höllisch schmerzte. Als sie in London ankamen war es zu spät für die Bank und so verabredeten sie sich für den nächsten Tag gemeinsam die Bank aufzusuchen.
Elisa war daraufhin nach Hause gegangen und hatte sich einen gemütlich Abend im Bad und ihrem Heim bei einem guten Wein gegönnt. Bis Jeanet mit einer Nachricht nach oben kam, die kurz zuvor ihren Weg in die Elisabeth Street 1 gefunden hatte. Valerie würde mit Markov nach Lenningrad reisen. Elisa hoffte das sie Valerie nicht überschätzt hatte. Markov war kein Mann den es zu unterschätzen galt und auf heimischen Boden konnte wer weiß was passieren.
Sie war nicht gläubig aber jetzt schickte sie doch ein Gebet gen Himmel, dass der liebe Gott ein Auge auf ihre Freundin Valerie hatte. Ein Toter in der Woche war genug für ihr Gewissen.

 

 

OOC: Einen großen Dank erneut an Nea, die wieder eine super schöne Finalortschaft gebastelt hat und die volle Orga in Händen hatte. Das war Spitze. Einen Dank an die Mitspieler Elena, Anna, Nathan, Noah und Adran. Mir hat dieser Abend super viel Spaß gemacht und hat gezeigt, wenn man vernünftig spielt kann man auch mit Combat sehr viel Spaß haben. Ich hoffe euch ging es genauso. Das ich in der „Siegermannschaft“ gewesen bin, haben wir Noah zu verdanken der auf die Idee kam trotz Sarin-Gas und Granate in diesem Sarg rumzufingern. Mal sehen was unser Preis ist … lacht. Ich freu mich auf Plotteil 3 und hoffe der macht euch genauso viel Spass. Eure Talia

 

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Marta Hari von London

Das Gespräch mit Nathan war mehr als zufriedenstellend gelaufen. Noch überwiegten die Informationen, die Elisa an Nathan weitergab aber Sie war zuversichtlich, dass sich das in Zukunft ändern würde. Langley hatte seine Recherchen erledigt und Elisa war sich nun sicher, dass der von ihr gefundene Koch und der ebenso tote Kellner die Bombe und die Spieluhr in die Botschaft geschmuggelt hatten, aber nicht in Eigenregie. Langley unterstützte Elisas Analyse, dass der Anschlag zu Lasten der Eiskönigin ging. Und alle Indizien führten in die UDSSR. Erst früh am nächsten Morgen als die Lösung der von Vasilov versteckten Rätsel vor ihr lag war sie ins Bett gefallen, doch an einen ruhigen Schlaf war gar nicht zu denken.
Sie mussten Wissen was der „Arktischen Hammer“ war und mit welchen Auswirkungen sie zu rechnen hatten, insofern Vasilov mit seiner Arbeit fertig geworden war. Bei den außenpolitischen Problemen, die im Augenblick die Politik der Staaten beherrschte konnten sie wahrlich nicht noch eine biologische Ausnahmesituation gebrauchen. Bei der Suche nach ihm war Elisa auf ein Bankschließfach gestoßen.  Nachdem sie in der Bank selbst ein Schließfach angemietet hatte war ihr klar geworden, dass das Schließfach entweder in einer großen „Wir überfallen eine britische Bank“ Aktion oder mit dem entsprechenden Schlüssel zu öffnen war. Die Rätsel, die sie in den vergangenen Stunden gelöst hatten, wiesen auf den Geburtsort Vasilovs als Auffindungsort des Schlüssels hin. Bevor sie ihren Jet und eine Einreise in die UDSSR beantragen würde, würde sie zunächst mit Nathan reden müssen. Vielleicht gab es ja einen besseren und einfacheren Weg wie die Briten an das Innenleben des Schließfaches kamen, ohne dass man sich auf das Territorium des Feindes begab.
Aber es gab auch noch etwas anderes zu erledigen. Botschafter Markov war die Bergspitze der UDSSR hier in London und Elisa kannte nur eine Person, die Zugang zu Markov gefunden hatte. Valerie vanDyke! Elisa hatte Valerie von der Agency prüfen lassen und alle Angaben waren mit dem was Valerie ihr erzählt hatte stimmig. Nach dem Tod der Eltern gab es zwar einen Bruch im Leben der Frau, aber Elisa wusste wie verstörend familiäre Dramen mitunter sein konnten. Sie selbst war zwar nicht zur Besitzerin eines elitären Clubs für sexuell amouröse Abenteuer avanciert, dafür aber zur CIA Agentin. Was davon schlimmer oder gefährlicher war wusste Elisa auch nicht so genau und würde sie sicher auch nicht weiter hinterfragen.
Jedenfalls musste Elisa Zugang zu den Informationen bekommen. Tilly hatte Elisa seit einiger Zeit nicht gesehen. Wie Jake ihr berichtet hatte war sie auf einer Urlaubsreise und außerdem wusste Elisa nicht mal ob Tilly Zugang zu Markov hatte. Tilly war als Informatin sehr nützlich, aber Elisa würde sich an den Jackpot im Club halten. So machte sie sich am frühen Abend auf den Weg in den Club. Natürlich war Valerie nicht verborgen geblieben, dass Elisa sich mit Jake amüsiert hatte und so fragte sie zur Begrüßung ob Elisa nach Entspannung suchte. Elisa unterdrückte das kurz einsetzende Schamgefühl und kam dadurch schneller auf den Punkt als sie beabsichtigt hatte.
Nach Elisas Einwand, dass ihr Gespräch absolut vertraulich war, zogen sie sich in Valeries Privatgemächer zurück, die genauso prunkvoll und opulent waren wie der Rest des Clubs. In einem Gespräch in dem Elisa ihr kein Geld bot, sondern sie einfach an ihren Patriotismus erinnerte und die Zusicherung gab, dass die Station wie auch ihr Land sie schützen würde rekrutierte sie Valerie für die CIA.
Elisa verabschiedete sich als Valerie von den Belangen des Clubs vereinnahmt wurde und war höchst zufrieden mit sich. Allerdings gab es einen kleinen Schatten in diesem Arrangement. Nathan Finch! Er würde nicht erfreut sein, wenn er erfuhr, dass Valerie von Elisa eingespannt wurde. Er kannte die Risiken und Gefahren ganz genau und so wie sie ihn einschätzte würde er Valerie schützen wollen. Außerdem hatte er mit Valerie, wie Elisa annahm, ein intimes Verhältnis. Wenn sie in ihrem Bestreben an Informationen zu gelangen, dass Bett mit anderen Männern teilte und Elisa hatte sie ohne weitere Umschweife dazu aufgefordert, ja fast schon bedrängt, würde das Nathan Finch sicher nicht gefallen. In seiner Position wäre die Zusammenarbeit mit dem Briten damit durchaus gefährdet. Aber Elisa vertraute darauf, dass seine Professionalität über seine Männlichkeit siegen würde. Solche Spionageaktivitäten waren mithin die Ältesten und wie Elisa fand, noch immer die Effektivsten. Sie hätte Valerie diese Bürde wohl abgenommen, wenn Elisa Zugang zu Markov gefunden hätte. Aber er hatte, obwohl sie ihm die Einladung persönlich vorbeigebrachte hatte, nicht weiter auf sie als Frau reagiert. Augenscheinlich entsprach Elisa nicht seinem Beuteschema und so musste sie die Quelle anzapfen die zur Verfügung stand.
Sie würde Valerie schützen, so gut und soweit es in ihrer Macht stand. Aber Valerie hatte die Abenteuerlust buchstäblich im Gesicht gestanden als sie sich verabschiedet hatten und Elisa wusste, dass die junge Frau klug und sehr geschickt im Umgang mit Männern war. Bisher jeder Mann der ihr über den Weg gelaufen und den Elisa kennengelernt hatte war von ihr fasziniert und lag ihr zu Füßen. Allein aus diesem Grund machte sich Elisa wenig Sorgen um sie.
Elisa glaubte fest daran, dass diese Verbindung eine der lohnenswertesten sein würde die sie je aufgebaut hatte.
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Der Tag danach …

Der Festsaal in der Botschaft befand sich in einem jämmerlichen Zustand. Russbedeckt und verkohlt lagen das Klavier, die Festdekoration und sonstige Möbel auf dem abgebrannten und durch das Löschwasser aufgeweichten Parkett. Elisa starkste durch die Überreste, holte die versteckten Waffen aus den Pflanzenkübeln und übergab sie Sergeant Byrons. Danach suchte sie Alles nach Hinweisen ab. Inmitten des größten Schutthaufens stieß sie auf die Reste der Spieluhr und dem kläglichen Zipfel Papier was von der Nachricht der Eiskönigin übergeblieben war. Eine Untersuchung des Papierfetzens durfte keine gehaltvollen Informationen mehr hergeben. Aber an der Spieluhr fand Elisa eine metallene Typenplakette, abgewischt konnte Elisa erkennen das etwas in die Metallscheibe eingeprägt worden war. Sie steckte sie ein. Hier konnte sie damit nicht viel anfangen und wühlte zunächst einmal weiter. Doch der Schutthaufen gab nicht mehr her. So ging Elisa nach oben in die Zentrale, reinigte die Plakette bis sie den Schriftzug erkennen konnte „Duskanja“. Elisa schnaubte, damit konnte sie aber nicht viel anfangen. Über eine sichere Leitung sprach sie mit Langley. Forderte mehr Unterstützung an und neue Gerätschaften, da einige von ihnen bei der Explosion zu schaden gekommen waren, fragte nach den Informationen über das Ausscheiden des Botschafters und bekam zumindest im Bezug auf den Schriftzug die Zusicherung, dass sich die Recherche Abteilung in Langley eingehend damit befassen würde bis sie in der Londoner Station wieder einsatzfähig waren. Elisas Gedanken standen nicht still. Im Ballsaal war sie nicht weiter fündig geworden aber sie hatte noch die Möglichkeit, die Umgegend abzusuchen und die Leute vom Cateringservice zu verhören. Sie beauftragte einige Agenten den Supervisor der Cateringfirma in ihr Büro zu bringen und machte sich dann auf den Weg die Umgebung abzusuchen. Doch ausser Russ und Splitter der Fensterscheiben fand sie um die Botschaft herum nicht viel. Alles in allem war der alte Prachtbau einigermaßen heilgeblieben und die von der Sekretärin bestellte Glaserei begann schon wieder die Fenster mit Sicherheitsglas zu bestücken. Sie war schon drauf und dran zurück in die Botschaft zu gehen als ihr Blutspuren auf dem Gehweg auffielen. Es waren nicht nur einzelne Tropfen, eher wie eine schlecht verwischte Blutlache. Elisa sah sich um. Es war noch früh und in dieser Seitenstraße herrschte allgemein nicht viel Trubel und Betrieb. Sie schaute zwischen die parkenden Fahrzeuge und darunter und beinahe hätte sie die Leichen, die in dem roten Lieferwagen lagen übersehen. Mit spitzen Fingern öffnete sie die rückwärtige Tür. Der für Blut typische Metallgeruch schwoll ihr entgegen. Sie fluchte leise aber inbrünstig. Schnell schloss sie die Tür wieder und rannte zurück in die Botschaft. Sie organisierte sich ein Stempelkissen und einige saubere Blätter, steckte ein sauberes Tuch und das Dietrich-Set, das auch über eine Pinzette verfügte, ein und zog als letztes die Stoffhandschuhe über die schlanken Finger. Dann eilte sie zurück zu dem Fahrzeug. Zum Glück war noch niemand weiteres darüber gestolpert. Sie öffnete erneut die Tür, drängte sich in den schmalen Fahrzeugfond und nahm die Fingerabdrücke der beiden Männer, die wie sie feststellen konnte mit einem gutplatzierten Kopfschuss getötet worden waren. In dem einen erkannte Elisa den Koch der am Vortag in der Botschaft für das Büffet zuständig gewesen war. Der Andere trug eine Kellneruniform der Catering Firma die Elisa für den Abend engagiert hatte. Zwischen den Leichen eingeklemmt untersuchte sie sie so gut wie es eben möglich war. Natürliche wiesen die Köpfe riesige Austrittswunden auf und Elisa würde hier nicht mehr feststellen können. Nachdem sie sich überzeugt hatte, dass die Straße noch immer still und friedlich dalag, stieg sie aus dem Wagen, schloss die Tür und lehnte sich kurz an das Fahrzeug. Sie stopfte alles in die mitgebrachte Tasche inkl. der mittlerweile blutverschmierten Handschuhe. Jetzt musste sie aber sehen, dass sie Abstand zwischen sich und die Leichen brachte. Diplomatische Immunität hin oder her wenn man sie hier erwischte würde sie viele Fragen beantworten müssen.
Zunächst ging sie in die Botschaft. Gab alles an Langley bzw. an die entsprechenden Abteilungen in der Station weiter, wusch sich in der Mannschaftskabine und zog ein frisches Kleid an bevor sie sich an das Verhör mit dem Supervisor der Catering Firma machte. Alles in Allem war es ein ergiebiger Tag gewesen. Der Supervisor hatte nicht viel gewusst, und Elisa glaubte ihm als er wieder und wieder beteuerte, dass er mit dem Bombenanschlag nichts zu schaffen hatte. Dennoch konnte er den Koch und den Kellner Identifizieren, schließlich war der Koch als einziger in der Botschaft gewesen und von den Kellnern war nur einer nicht am nächsten Tag zur Arbeit erschienen. Damit hatte Elisa auch diese Namen zur Überprüfung weitergeben können.
Am Abend, noch vor dem Treffen mit Nathan, bekam sie die Information, dass es sich bei „Duskanja“ um ein russisches Arbeitslager, ein sogenanntes GULAG handelte. In diesem Gulag wurden in der Hauptsache weibliche Häftlinge verwahrt bis Einigen, in den 50igern, ein Aufstand und ein Ausbruch gelang. Elisa war überzeugt, dass die Eiskönigin in diesem GULAG eingesessen hatte. Sie liebte die Macht, genoss ihre Überlegenheit und zelebrierte es wenn sie die Kontrolle über Andere ausüben konnte. Genauso war man wenn man lange Zeit und unter schlechten Bedingungen auf alle Drei hatte verzichten müssen. Genauso gab sie ihre Erkenntnisse auch an Nathan weiter.
Die Agency hatte bestätigt, dass ohne den Botschafter Elisa das sagen hatte und nach dem sehr merkwürdigen letzten Gespräch im Büro Caldwells war Elisa der Auffassung, das es notwendig war bei Nathan einiges klarzustellen. Also ließen sie Beide ihre Deckung fallen und Elisa fand das es zu einem sehr produktiven und effektiven Informationsaustausch gekommen war. Beiderseitige Zusicherungen, dass sie zukünftig Zusammenarbeiten würden rundeten den erfolgreichen Arbeitstag ab.
Den Abend verbrachte Elisa grübelnd über den Unterlagen aus dem Haus der Vasilovs. Sie war sich sicher, dass in diesen Rätseln etwas von Bedeutung steckte. Etwas das sie weiterbringen würden. Sie musste sich einfach nur anstrengen.
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