Gedankenskizzen

Die Gespräche hatten sie teils erhellt und teils noch mehr Verwirrung gestiftet. Um ihre Gedanken zu ordne nahm sie in einer Pause ihren Stift und versuchte auf einem Block eine Skizze zu zeichnen mit deren Hilfe sie ihre Gedanken zu ordnen gedachte.

In einem Dreieck angeordnet schrieb sie die ihr bekannten Sekten auf. Dann versuchte sie die Orte und Personen einer der Sekten zuzuordnen. Aus dem Gespräch mit dem Fischer, der sich Eric Johannson nannte und der mit seinem Trawler vor der Küste gestrandet war, hatte sie herauslesen können, das er sehr wohl über den Krakengott Bescheid wusste. Er nannte ihn „die Alten“. Auch wenn sie sich zu keinem Zeitpunkt von ihm bedroht gefühlt hatte ordnete sie seinen Namen dem Chuthul-Clan zu. Jax hatte in ihrem Gespräch preis gegeben das der Kult des Krakengottes in Innesmouth mehr zu Hause war als in Kingsport selbst. Miss Marshs Familie kam aus Innesmouth und wie Charis selbst hatte feststellen können hatte Miss Marsh eine seltsame Beziehung zum Meer. Aber wenn sie zu diesem Kult gehörte verstand Charis nicht so recht, warum Miss Marsh gleichzeitig des Öfteren Furcht zeigte. So wie es damals bei dem Gewitter gewesen war. Sie hatte Angst gezeigt, bei dem Gedanken, dass etwas oder irgendwer aus dem Meer steigen konnte. Aber wieso hatte sie Angst wenn sie den Krankengott anbetete. Trotz dieser Ungereimtheit ordnete sie Miss Marsh diesem Kult zu.

Dann war da noch Mr. Gilmann. Wenn man den Aufzeichnungen und Indizien Glauben schenkte , dann hatte Phil Gilmann an mehr als einer Orgie teilgenommen. Diese festlichen Ausschweifungen waren dem gelben König zu zuordnen. Aber es war augenscheinlich, dass Miss Marsh und Gilman in einer Verbindung zu einander standen. Sie versuchten es zu verbergen aber dennoch sah man sie oft zusammen. Und was war mit Jax Morrow. Er war mit Gilmann befreundet oder in irgendeiner anderen Form verbunden. Er hatte nicht gezögert, als Gilman dem Fischer zu Leibe rücken wollte und war mit einer Pistole bewaffnet hinter Gilmann hergestiefelt.

In dem Buch, dass sie Mrs. Mason abgekauft hatte, hatte sie eine Anmerkung gefunden die mitteilte, dass Jaxs Onkel für die Herstellung einer Droge bekannt war, die für die Feste genutzt wurden. Jax Onkel war mittlerweile verstorben und Jax hatte das Pub geerbt. Charis war sich sicher, dass Jax auch das kleine Nebengeschäft mit übernommen hatte. Diese Droge sollte den Weg zu Carcosa weisen. Was für ein Ort das auch immer sein sollte. Jax hatte mit keiner Wimper gezuckt als Charis den Namen in seiner Gegenwart hatte fallen lassen. Aber sein plötzlicher Aufbruch, nachdem er zuvor noch ausgiebig mit ihr geflirtet hatte, lies sie annehmen das er betroffen gewesen war. Auch wenn er es gut zu verbergen suchte. Doch hatte sie an einem Tag Jax mit Miss Marsh und Gilmann im Zwiegespräch ertappt. Als Charis in das Pub eingetreten war hatten alle Drei sofort das Gespräch beendet. Aber die Stille war fast beredenter gewesen als ihre jedwedes Wort. Jax trug sie zwischen den zwei Kulten ein. Auch wenn sie ihm eher dem gelben König zuordnen würde. Dannja und Sarah wussten so viel wie sie selbst oder noch weniger. Am Strand, in der Nähe der Höhle hatte Dannja sich verletzt aber mit nichts angedeutet das sie über die Höhle Bescheid gewusst hätte. Sie strich Beide durch. Sie hatten genauso wenig wie sie selbst mit diesen Kulten zu tun.

Charis ordnete auch die anderen Personen zu oder versah sie mit großen Fragezeichen. Am Ende hatte sie ein Gewirr von Kreisen und Pfeilen auf dem Blatt. Seufzend lehnte sie sich zurück. Manchmal fragte sie sich ob sie nicht doch lieber ihre Sachen packen und woanders hingehen sollte. Dank der Bestechung, des Gehaltes und den kleinen Zuwendungen die sie immer wieder in Form von Bearbeitungsgebühren erhob würde sie alsbald ein gutes Polster haben. Aber nur dann würde sie diesen Ort verlassen. Niemals wieder würde sie zurückgehen. Egal welcher Teufel in Kingsport sein Unwesen trieb konnte schlimmer sein als der der sie zu Hause erwarten würde. Carcosa was für ein Ort sollte das sein. Das musste sie schnellst möglich herausfinden.

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Okkulte Sekten

Viele Tage waren vergangen. Charis sammelte die Informationen die sie und Sarah zusammengetragen hatten. An dem Abend an dem sie mit hochhakigen Schuhen am Strand entlang gestackelt waren hatten sie mehr zufällig eine Höhle in den verkanteten Riffen entdeckt. Als sie durch den schmalen dunklen Eingang gegangen waren öffnete sich ein Höhlenraum, der mit einem schwachen und leicht schimmernden Licht durchflutet gewesen war. In dieser Höhle befand sich ein Tisch, der laut Sarahs Aussage mit Blut befleckt und eine Statur. Der Anblick der Monstrosität hatte Charis erstarren lassen und Sarah vor Schreck in den Wassereinschluss plumpsen lassen. Sie hatten mit vereinten Kräften Sarah aus dem Tümpel gezogen und hatten sich schleunigst aus dem Staub gemacht. In den nächsten Tagen war Sarah nicht dazu bewegen gewesen erneut die Höhle aufzusuchen, obwohl Charis mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass es sicher hilfreich sein würde wenn sie die Schriftzeichen, die sich am Sockel der Statur befanden, abzeichnen würde um herauszufinden welche Bedeutung sie hatten.

Dennoch waren die Tage nicht ungenutzt vergangen. Sie waren weiteren Hinweisen gefolgt. In der Galerie waren sie auf einen Hinweis zu einem Buch gestoßen und im Hinterhof des Pubs hatten sie erneut etwas in Artemis Handschrift entdeckt, aus dem sich die Verdachtsmomente gegen Phil Gilmann erhärteten. In den Kellerraum des Arms und Queens hatten sie nicht vordringen können. Die Tür war verschlossen gewesen und obwohl sie es versucht hatten war es ihnen nicht gelungen das Schloss aufzubrechen.

Beinahe hätte man sie beim Verlassen des Hinterhofes erwischt. Nur dem gewagten und kühnen Vorstoß, genau auf die Gruppe zu zulaufen, die sich vor dem Buchladen versammelt hatte, war es zu verdanken, dass man sie nicht auf frischer Tat ertappt hatte. Im Buchladen hatte Charis ein kleines Vermögen für das Buch ausgegeben müssen, das sie von der unseriös wirkenden und nach Charis Meinung in die Angelegenheit verwickelten Mrs. Mason erstanden hatten. Sarah war zu Tode erschrocken gewesen als sie im Schaufenster des Buchladens eine Statur entdeckte die der in Höhle zum Verwechseln ähnelte.

Bereits am nächsten Tag war sie mit den Worten, sie wolle einige Tage bei einer kranken Tante verbringen aus der Stadt geflüchtet. Von da an war Charis allein mit dem Rätsel der verschwunden Mädchen gewesen. Getrieben von Neugierde und den lähmenden Alpträumen die sie jede Nacht heimsuchten gelang es ihr nicht, trotz der immer lauter werdenden Mahnungen der Bewohner Kingsports, in ihrem Eifer nach zu lassen. Ihre Nachforschungen, die jetzt darin bestanden in mehr oder minder manipulativen Gesprächen sich ihren Verdächtigen zu nähern und sich darin oftmals mehr als es ihr selbst gefiel preis zu geben, verliefen eher zögerlich.

Von Miss Marsh hatte sie über die drei vorherrschenden okkulten Sekten in Kingsport erfahren. Der Sekte die den Cthulhus verehrten. Ein gruseliger Krakengott, der den Fischer die Netze füllen sollte. Der Sekte um den gelben König. Die ihrem König in ausschweifenden Orgien und Gelüsten des Fleisches huldigten. Und die des Ziegengottes der, wie sie in einem späteren Gespräch mit Jax, dem Wirt des Pubs erfuhr, mit menschlichen Frauen Nachkommen zeugen wollte mit deren Hilfe sie versuchten die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Immer eindringlicher wurden die Warnungen sie solle keine neugierige Fragen stellen, sich nicht in Dinge einmischen die Hinzugezogene nichts angingen. Aber selbst wenn sie das Verschwinden der Mädchen hätte vergessen können. Ihre Alpträume konnte sie nicht vergessen. Jeden Morgen wenn sie wie gerädert und schweißgebadet erwachte fühlte sie sich gedrängt weiter zu forschen.

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Alpträume und Kräutertee

Sie kuschelte sich in die weiche Decke, die Sarah ihr gegeben hatte um es sich auf dem Sofa etwas gemütlicher zu machen. Es war etwas unbequem wie die vom Alter gezeichneten Federn sich in ihr Fleisch drückten. Dennoch war es besser als im Hotel, zumindest jetzt wo sie wusste was sich im oberen Stockwerk befand. Während sie darauf wartete das der Kräutertee, den sie jetzt schon seit Tagen vor dem Zubettgehen trank um einzuschlafen und nachts nicht von Alpträumen gequält aufzuwachen, Wirkung zeigte, ließ sie in Gedanken die Ereignisse der letzten 24 Stunden Revue passieren.

Zunächst war Miss Faye Beauregard im Rathaus aufgetaucht. Selbstsicher und in ungewöhnlicher wenn auch augenscheinlich teurer Garderobe hatte sie im Foyer des Rathauses gestanden und durch ihre Frage „Ist das hier das Rathaus“ sich bemerkbar gemacht. Bei Miss Beauregard handelte es sich um die Tochter des verstorbenen Antiquitätenhändlers. Laura hatte die Akte vorbereitet und Bürgermeister Orne hatte Miss Beauregards Besuch bereits angekündigt. Sie würde das Haus, das Interieur sowie sämtliche Verkaufsgegenstände aus dem Laden erben, von denen Einiges, wenn man der Inventarliste glauben wollte, durchaus beachtlichen Wert hatte. Ihr Auftreten zeugte von der Sicherheit und Noblesse, die ein Leben in Wohlstand und in einer geachteten Familie mit sich brachte. Doch war sie Laura gegenüber durchaus freundlich gewesen und ohne die Arroganz die solchen Menschen oft anhaftet. Laura empfand sie als äußerst sympathisch, wenn sie auch ein unterschwelliges Gefühl von Neid und Missgunst nicht ganz abschütteln konnte. Nachdem sich Miss Beauregard verabschiedete hatte suchte Laura den Ort auf an dem sie einen Teil des Geldes aus dem Gilmann-Bündel versteckt hatte und zog einige Scheine heraus. Sie nahm sich vor sich etwas Extravagantes leisten.

Doch dazu sollte sie am nächsten Tag keine Gelegenheit haben. Statt von einem Geschäft ins nächste zu laufen auf der Jagd nach Kleidung, Schmuck oder Sonstigem war sie auf einer anderen Art von Jagd gewesen. Als sie am morgen früh im Rathaus eintraf, saß der Bürgermeister augenscheinlich aufgeregt an seinem Schreibtisch. Obwohl Laura dafür gesorgt hatte, dass ihr Ausschnitt den Blick des Bürgermeisters beschäftigt hielt, war dieser gedanklich so gefangen, dass er weder den vorgelegten Schriftstücken noch Lauras offenherzigem Dekolletee einen genaueren Blick zuwarf. Laura nahm dies dankbar hin. Die Unterschrift des Bürgermeisters prangte nun auf der Genehmigung für die Grabungen und Laura konnte ihre Vereinbarung mit Mr. Gilmann einhalten.

Nach ihrer Mittagspause in Sarahs Bäckerei war das Rathaus verwaist und Laura begann das Chaos auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters zu ordnen. Dabei fiel ihr Blick auf ein Papier auf dem in großen roten Lettern das handschriftlich zugefügte Wort „Kopulieren“ prangte. Neugierig überflog sie den Bericht. Beim zweiten Lesen, nahm sie einen Stift und kritzelte sich Notizen auf ein Stück Papier. Danach suchte sie nach einer Karte und versuchte den genannten Ort „Devils Table“ darauf zu finden. Eine Weile haderte sie mit sich im Wald nach dem Ort zu suchen, aber die Neugier wollte nicht weichen und so stakste sie nach ihrem Dienst durch den Wald. Ob sie den Ort „Devils Table“ gefunden hatte oder nicht wusste sie nicht. Allerdings hatte sie eine Tagebuchseite gefunden, die ihr noch mehr Schauer über den Rücken jagte. Diese Tagebuchseite schien aus dem Tagebuch von Artemis Orne zu stammen und wenn es den Tatsachen entsprach was sie dort gelesen hatte, dann war Mr. Gilmann irgendwie in die Sache verwickelt. Ob er an dem Verschwinden der Mädchen Anteil hatte wusste Laura nicht, aber er hatte Anteil an der Orgie, die wohl am Devils Table stattgefunden hatte. Also hatte nicht nur Mr. Marsh damit zu tun, wie aus den drogenumschleierten Worten der Prostituierten Farms im Polizeibericht abzuleiten war, sondern auch Mr. Gilmann und irgendwie stand das alles mit dem Verschwinden der Orne Mädchen in Zusammenhang. Ein Schauer lief ihr den Rücken herunter. Der makellos wirkende Mr. Gilmann?. Er hatte Laura selbst bestochen, sie wusste nicht warum sie so erstaunt war, dass er noch in andere unmoralischen Angelegenheiten verstrickt zu sein schien.

Auf dem Weg zurück in die Stadt überlegte Laura fieberhaft, wem sie sich anvertrauen konnte. Mr. Gilmann?  Ganz sicher nicht. Miss Marsh? Nicht solange Laura keine Ahnung hatte inwieweit Miss Marsh involviert war. Sarah? Als sie an Sarah dachte viel ihr ein das Diese am Vorabend erzählt hatte, das Tagebuch von Artemis Orne gefunden zu haben. Dort war zu lesen gewesen, dass Artemis herausgefunden hatte, dass man Athena Orne mit einem Mann in weißer Maske ins Hotel hatte gehen sehen. Da sie mittlerweile vor Sarahs Bäckerei stand und die junge Blonde nirgends zu sehen war. Beschloss Laura im Hotel selbst nach weiteren Hinweisen zu suchen.

Und sie war mehr als Fündig geworden.  Ein Absperrband der Polizei prangte an der Tür zu dem hintersten Hotelzimmer des obersten Stockwerkes. Als Laura verbotener Weise sich Einlass verschafft hatte, wünschte sie sich fast es wäre ihr nicht gelungen die Tür zu öffnen. Überall im Zimmer war Blut zu sehen, Lachen getrockneten Blutes rund um das Bett und an der Wand auf die der erste Blick fiel prangte ein Symbol augenscheinlich auch mit Blut gemalt.

Laura zog den Zettel, mit den Notizen aus dem Polizeibericht, aus ihrer Manteltasche und zeichnete, mit schnellen Strichen und einem Stift den sie in ihrer Tasche fand, das Symbol ab. Sie wollte das Zimmer nicht betreten doch dann viel ihr Auge auf die Kommode und das was sie dort entdeckte erinnerte sie an den Polizeibericht aus dem Rathaus. Nach einem Blick durch den Treppenflur, huschte sie unter dem Absperrband durch, griff nach dem Bericht und las ihn in aller Eile durch.

So schnell sie konnte eilte sie jetzt zu Sarah, die zum Glück von ihren Einkäufen zurückkommend die Bäckerei aufschloss. Es hatte ihnen nicht genügt den ganzen Abend über das was Laura gefunden hatte zu reden. Sie hatten auch am Strand noch nach Hinweisen suchen müssen. Hinweise auf Athena oder Artemis Orne hatten sie nicht gefunden. Aber das was sie gefunden hatten machte das alles auch nicht klarer. Nur mystischer, gruseliger und wie Laura befürchtete auch gefährlicher. Kein Wunder, dass in dieser Nacht selbst der Kräutertee Sie nicht vor den Albträumen bewahren konnte.

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Kingsport

Das Entsetzen nahm sie mit jeder Sekunde mehr und mehr gefangen. Verschloss ihre Lungen und sie hatte das Gefühl zu ersticken. Das Rathaus war leer wie meist, so sah niemand wie sie mit wachsweichen Beinen den Hintereingang nehmend in den anliegenden Parkbereich verschwand. Sie brauchte drei Streichhölzer in der feuchten Luft Kingsport’s bis die Spitze ihre Zigarette glühte und sie den derben Rauch tief in ihre Lungen ziehen konnte. Besser! Das Zittern lies langsam nach aber es war nicht zu leugnen, dass sich einen gefährlichen Ort für ihren Neuanfang ausgesucht hatte. War sie dem Grauen entkommen nur um es gegen ein weitaus düsteres Grauen einzutauschen? In der kurzen Zeit, die sie hier war hatte es bereits einen gewaltsamen Tod gegeben und jetzt waren zwei Mädchen vermisst. Als das erste Mädchen verschwand hatte man hinter versteckter Hand gemunkelt, die Nichte des Bürgermeisters war mit einer verbotenen Liebe durchgebrannt. Doch jetzt wo auch die Schwester auf unerklärliche Weise verschwunden war, wurden die Stimmen leiser, verhaltener. Eine Romanze zu dritt? Wohl kaum. Und dabei hatte alles so gut angefangen.

Entgegen ihrer sonstigen Art hatte sie nicht gezögert als sie die Anzeige vor wenigen Wochen gesehen hatte. „Schreibkraft in Kingsport gesucht. Chiffre 7358“ Vier einfache Worte aber sie hatte das Gefühl gehabt dies wäre ihre Chance. Und sie hatte sie ergriffen. Anstatt ein Schreiben aufzusetzen, hatte sie einen Koffer mit ihren wenigen Habseligkeiten gepackt. Nur Kleidung, keine Erinnerungsstücke. Woran sollte sie sich auch erinnern wollen? Es gab nichts, was sie nicht liebend gern würde vergessen wollen. Den Koffer hatte sie in einem Schließfach am Busbahnhof versteckt und hatte am ersten Tag als er wieder betrunken auf dem Sofa eingeschlafen war unter dem Vorwand Essen einzukaufen das Haus verlassen, sich in den Bus gesetzt und war davon gefahren. Das schäbige Hauskleid hatte sie an der ersten Stadt in der sie angehalten hatten gegen ein Kostüm eingetauscht, dass sie für wenig Geld erstehen konnte. Hatte ihre Haare auf Schulterlänge abgeschnitten, das leuchtende Rot in einem Braunton verwandelt und war mit ihren letzten 5 $ nach Tagen der Irrfahrt in Kingsport angekommen. Den ersten Abend hatte sie sich bei Mr. Gilmann und den Anderen, die sie im Pub getroffen hatte, durchgeschnorrt und hätte wenn das Glück ihr nicht hold gewesen wäre, auch die Zeche im Hotel prellen müssen.

Doch obwohl niemand was von einer Anzeige hatte wissen wollen, hatte man sie als Schreibkraft, Empfangsdame oder besser gesagt als Mädchen für Alles angestellt. Sie hatte weder Zeugnisse noch Referenzen vorlegen können, aber der Bürgermeister hatte scheinbar gefallen an ihren schlanken Beine und ihren Brüste gefunden und so hatte sie nicht mehr als das gebraucht.

Der Stellung hatte sie es dann zu verdanken, dass wenige Tage später Mr. Gilmann mit einem Anliegen auf sie zugekommen war. Er wollte eine Grabung vornehmen und dazu brauchte er eine Genehmigung. Das Bündel das er ihr zugeschoben hatte war voll mit Geldscheinen gewesen. So viel Geld hatte sie noch nie zuvor auf einen Haufen gesehen. Sie war keine Gesetzlose, jedenfalls nicht bisher und doch hatte sie nur eine Sekunde gezögert bevor sie das Geld angenommen hatte. Sie hatte nur einen Weg finden müssen, diese Genehmigung zu besorgen. Dann hatte sie festgestellt, dass der Bürgermeister immer nur einen kurzen Blick auf das warf was sie ihm zum Unterschreiben vorlegte, wenn sie ihm gewisse Einblicke gewährte während sie über das sprach was er da angeblich unterschrieb. In der Form hatte sie es getestet. Mit dem ersten Antrag würde sie einen Ausweis auf ihren neuen Namen Laura Stenson erhalten und der Zweite war das Antragsformular für die Ausgrabungen des Mr. Gilmann gewesen. Beides war ohne Probleme vom Bürgermeister unterzeichnet worden. Jetzt fehlte nur noch die eigentliche Genehmigung, doch seit seine Nichten verschwunden waren war er nur kurz und in sehr schlechter Stimmung im Rathaus aufgetaucht.

Mr. Gilmann würde sievielleicht zunächst beruhigen können indem sie von Fortschritten faseln und ihm einige Anträge zum Gegenzeichnen geben würde. Doch er würde bald die Genehmigung einfordern, dessen war sie sich sicher.

Dann war sie heute Morgen die Unterlagen im Archiv durchgegangen. Kingsport schien bekannt dafür zu sein das des Öftern Menschen unter mysteriösen Umständen zu Tode kamen und Laura hatte feststellen müssen, dass es immer wieder Vermisste gab. Die Anzahl der jungen Mädchen überwiegte dabei die der Männer und wen es den Nichten des Bürgermeisters ebenso erging würde man sie entweder gar nicht oder tot auffinden. Sie warf die Kippe auf den Boden. Der erneut einsetzende Nieselregen würde die Glut löschen.

Sie brauchte diese Unterschrift. Die Schultern gestrafft und ein Lächeln auf den Lippen ging sie wieder hinein. In dem Moment als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, fiel ihr Blick auf eine junge Frau die alles verkörperte was Laura sich wünschte.

„Ist das hier das Rathaus?“ erklang deren Stimme und Laura ging auf sie zu.

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Ich wünsche Euch allen …

globe-animiert-1… ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest, mit vielen schönen Moment im Kreis Eurer Lieben.

Eure Talia

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Ein Drachenei sticht in See

Mein Blick glitt über das Tor hinunter zur Stadt. Schon von weitem war das ausgelassene Treiben zu hören. Gesänge, gefördert vom Rausch des dornisches Weines, ausgelassene Stimmung wohin man auch schaute oder besser gesagt hörte. In wenigen Augenblicken musste sie sich aufraffen und zum 102_001Hafen hinunter gehen. Sie hatte die Dienerschaft angewiesen, die Kinder dem Anlass entsprechend einzukleiden. Sie hatte Doran überreden können, sich für eine der zwei Zeremonien zu entscheiden. Beide Festivitäten an diesem Tag durchzustehen hätte die Kinder leicht überfordern können. Natürlich hätte ein Austausch stattfinden können, schließlich gab es genügend Auswahl an Kindern die als Doran und Naerys durchgingen. Aber das Risiko einzugehen, dass jemand die unscheinbaren Unterschiede zwischen den Kindern wahrnahm war zu groß gewesen. Sie hatten also gemeinsam beschlossen, dass die Verabschiedung Ser Azraels das Ereignis war an dem die Kinder teilhaben sollten. Wir immer war ihr komisch zumute wenn sie die Doppelgänger sah. Gewiss, ihre Kinder hatten sich verändert ob sie mit den anwesenden Kindern überhaupt etwas gemein hatten konnte Charis nicht mehr beurteilen. Wie viele Jahre war es jetzt her. Fast 5 Namenstage hatte sie verpasst. Doran war schon auf dem Weg ein junger Mann zu werden und Naerys ? Aus dem süßen Baby, das sie geboren und in den Armen gehalten hatte, war dorne-100_008ein Kind geworden, das sich sicher nicht im Mindesten an seine Mutter erinnern konnte. Sie musste auf Doran in dieser Angelegenheit vertrauen. Dank seiner Weitsicht war nach seinem Gedächtnisverlust, der Aufenthaltsort ihrer Kinder nicht für immer verloren gegangen. Das Gespräch mit dem Fürst nagte noch an ihr. Sicher ihr waren die Kinder zeitnah aufgefallen, die durch den Seitenflügel des Palastes polterten aber nie hatte Nymeria auch nur daran gedacht sie einzuweihen. Erst Doran hatte ihr den Plan den Nymeria ausgeheckt hatte erläutert. Obwohl schon mehr oder minder alles arrangiert war, bat er sie um ihre Einwilligung.

Wie konnte sie einwilligen, dass ihre Kinder die sie unter dem Herzen getragen hatte nicht mehr die ihren waren. Und dennoch der Plan hatte seine Vorteile. Doran und Naerys kämen so in den Genuss, der Vorteile die ihnen bei ihrer Geburt in die Wiege gelegt worden waren. Sie hatten ein Anrecht auf Teile der martellschen Ländereien, des Vermögens und natürlich auch auf die Macht und die Möglichkeiten die dieser Name mit sich brachte. Und Charis würde sie sehen, anfassen und lieben können. Natürlich konnte sie nicht als ihre Mutter gelten. Sie wäre lediglich die Tante. Aber sie hatte die Qual der Wahl sie konnte Mutter zweier toter Kinder sein, die nie wieder hier leben konnten und die sie wohl nie wiedersehen würde. Oder sie konnte die Tante sein von Kindern, die in dem Haus aufwuchsen in das sie gehörten und die sie würde aufwachsen sehen können. Sie liebte ihre Kinder mehr als ihr eigenes Leben und so traf sie die einzige Entscheidung, die sie zum Wohle ihrer Kinder treffen konnte. Sie stimmte zu und Doran dankte ihr aufrichtig und versprach ihr die Kinder so schnell wie nur irgend möglich zurück zu holen.dorne-100_012

Aber nun mussten sie erstmal die Prozession, die Reden und all das hinter sich bringen. Von den Wachen flankiert gingen sie die verschlungenen Wege hinter den Häusern in Richtung des Hafens. Am Zugang zum Hauptplatz, vorbei an der Residenz des Hauses Dalt mussten sie durch die Massen. Die Wachen machten ihnen den Weg frei bis auf den Hauptweg. „Doran“ an der einen und „Naerys“ an der anderen Hand ging Charis über die Hauptgasse zu dem Podest, das für die Reden aufgebaut worden war. Die Kleine ruckelte Unruhig an ihrer Hand doch der Junge machte den Versuch eines erhabenen Gesichtsausdruck. Er machte seine Sache gut auch wenn Charis durch aus bemerkte das seine Augen des Öfteren aufgeregt die Massen streifte. Sie stellten sich zur linken des Thrones und nun war warten angesagt. Zum Glück dauerte es nicht zu lang bis die Prozession sich dem Hafen näherte. Nymeria ritt vorweg. Auf ihrem schneeweißen Pferd sah sie fantastisch aus. Nicht nur die Menge schaute ihren Namen jubelnd auf das Bild das sie abgab. Mit ernstem Blick einem Kleid, dassdorne-100_011 in der Abendsonne an das silbrige Meer Dornes erinnerte. Elegant stieg sie vom Pferd reichte einem heraneilenden Diener, die Zügel und begrüßte Charis und die Kinder mit einer für alle sichtbaren Geste. Charis bedankte sich angemessen wie es das Protokoll vorsah und die Kinder taten es ihr ohne große Aufforderung gleich. Als nächster Ritt der Isenwälder vor. Seine glänzende Rüstung schimmerte wie gleisendes Silber. Seine Dienerschaft musste Stunden mit dem polieren der edlen Rüstung verbracht haben. Charis wusste, dass Azrael in vielen Schlachten tatsächlich gekämpft hatte aber sie vermutete nicht mit dieser Rüstung, dafür sah sie zu neu zu unbenutzt aus. Sie strich dem Jungen über die Schulter als dessen Mund vor Bewunderung bei dem Anblick weit offen stand. Ser Azrael nahm seinen Helm ab, zog die schweren Handschuhe aus und deutete den Trägern wohin sie die Truhe abstellen sollten, während sein Knappe das Pferd und den dorne-100_013Helm des Ritters zum Schiff brachte. Dann folgten die Truppen. Sie zogen an dem Podest vorbei und auch ihre Rüstungen glänzten im Abendlicht. Die Menge, die beim Einzug Nymerias und auch Ser Azraels deren Namen gerufen hatten, jubelten jetzt ausgelassen den Soldaten zu, die für sie in die Schlacht ziehen würden. Vorwiegend sah sie martellsche Fahnen und Wimpel, die wild in der Luft geschwungen wurden doch hie und da war auch ein Wimpel oder eine Fahne mit dem Emblem des Hauses Isenwald auszumachen.

Sie und Nymeria hatten von Beginn an keinen guten Start. Und im Laufe der Monde die Charis jetzt zurück in Dorne war, hatte sich ihr Verhältnis auch nicht gebessert. Aber eines musste Charis ihr dorne-100_014lassen. Sie hatte als Regentin Herausragendes geleistet. Waren die Jubelrufe schon die ganze Zeit laut und überschwänglich gewesen schwollen sie dennoch nun um ein vielfaches an als Doran auf seinem Hengst auf den Platz ritt. Waren Nymerias und Ser Azraels Gesichter eher ernst, konzentriert und erhaben gewesen. Strahlte das Gesicht des Fürsten. Er genoss in vollen Zügen und er lächelte, winkte und gab dem Volk, zurück was er von ihnen geschenkt bekam. Er stieg vom Pferd und niemand hätte geahnt wie ihn an manchen Tagen sein Bein noch quälte. Vor dem Podest deutete er eine respektvolle Begrüßung erst in Richtung Nymerias und dann in die ihre an. Dem Jungen wuschelte er durch das dunkle Haar worauf dieser ihn mit leuchtend aufgerissenen Augen und einem Lächeln das heller strahlte als die Sonne anblickte. Dann begannen die Reden.

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Der Fürst begann mit folgenden Worte: 

„Volk von Dorne. Ich danke euch. Kein Volk in Westeros zeichnet sich durch Treue und Einheit so aus wie das Dornische. Heute sind wir Zeuge wie Dorne sich erhebt und sich der Tyranei widersetzt. Ser Azrael aus dem Hause Isenwald wird gen Norden Reisen und die Einheit und die Tatkraft unseres Volkes zu unserem Feind tragen. Niemals wird der Norden es schaffen uns zu zähmen, uns zu brechen oder uns unterjochen.“ Er lächelt und lässt das Volk kurz in Jubel ausbrechen. „Wir wollen auch Lady Nymeria Dalt danken für ihren unermüdlichen Einsatz in den Monden meiner Erkrankung. Sie ist ein leuchtendes Symbol der Kraft und der Entschlossenheit unseres Landes. Lady Dalt .. “ er blickt sie an und über gibt ihr mit einer Handbewegung das Wort.  „Mein Fürst.“ Sie sieht ihn dankend an und wendet dann den Blick, um auf den Platz und die Menschen darauf zu sehen. „Volk von Sonnspeer, Volk von Dorne! Stolzes, ungebeugtes, wunderschönes Volk der Wüste, der Steine und des Sandes!“ Ihre Stimme hallt klar und laut durch den Hafen. „Euer Fürst ist genesen, nach dem schändlichen Attentat der Feinde Dornes, und durch eure Liebe und eure Treue erstarkt wie nie zuvor. Der heutige Tag gehört euch, denn Dorne wird niemals untergehen.“ Sie atmet durch und lächelt strahlend in die Menge, bevor ihre Augen Azrael suchen. „Lord Kommandant, tretet vor!“

„Lord Kommandant. In den vergangenen Monden habt Ihr Dorne treu gedient und die Sicherheit von Sonnspeer gewährleistet. Zieht nun hin und tragt das Drachenei an einen der am besten befestigten Orte Dornes, in die Festung Isenwald. Bringt Zerstörung und Tod unseren Feinden und kehrt sicher und unversehrt und als Held Sonnspeers wieder.“

Waren die Reden von Doran und Nymeria pathetisch gewesen so stand Ser Azrael ihnen in nichts nach.dorne-100_017

Ser Azrael sah Nymeria einen Moment unewegt an, dann einen Seitenblick auf Doran. Zieht dann langsam sein Schwert. Wartet vielleicht mit gezogenem Schwert ein paar Sekunden zu lange, dreht sich dann um und ruft mit lauter Stimme „Für Dorne und nieder mit seinen Feinden! Bei diesem Schwert schwöre ich Dornes Feinden Blut und Tod zu bringen. Mögen sie in der Hölle brennen!“ Hebt das Schwert über den Kopf „Ein Hoch auf den Fürsten und die Regentin“ Nachdem der Jubelschrei verebbt, wendet er sich wieder zum Podest um fällt auf die Knie das Schwert vor sich mit der Spitze auf dem Boden haltend „Ich erbitte mir Eure Glückwünsche und den Segen Dornes für meine Queste“

Nachdem auch der Segen gewährt worden war schulterten die Träge die Truhe mit dem „Drachenei“ um es ebenfalls auf das Schiff zu laden. Als letztes bestieg Ser Azrael das Schiff gesellte sich zu dem Kapitän. Doch noch bevor das Schiff ablegen konnte, stürmte ein kleines Mädchen in einem weißen Kleidchen an Deck und auf ihn zu um ihm einen kleinen Blumenstrauß zu überreichen. Ser Azrael bedankte sich und schickte das kleine Mädchen zurück, das aufgeregt auf Nymeria zu lief. Ich bin dorne101_001mir sicher keiner außer mir war es vergönnt gewesen den leicht sauertöpfischen Blick des Ritters auszumachen. Dann wurden die Leinen gelöst und die Segel gehisst und das erste Schiff gewann Abstand vom Kai. Das Volk lief an den Rand und noch immer begleiteten die Jubelrufe die Abreisenden. Charis sammelte die Kinder ein, nickte Doran und Nymeria kurz zu und nutze die Gunst des Augenblicks um sich zurück in den Palast zu begeben.

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Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft

Doran schreckte schweißgebadet und keuchend auf. Er war auf der Chaiselongue eingeschlafen. Wirr und wild waren die Träume gewesen, deren Auswirkungen er jetzt noch spürte. Bilder leidenschaftlicher Umarmungen, wilder Küsse dann ein Messer mit langer, scharfer Klinge geführt von der Hand, die ihn zuvor noch im Liebesspiel zärtlich berührt hatte und ein Schmerz der seinen ganzen Körper zu versengen schien und ihn aus seinem Schlaf gerissen hatte. Der Schmerz der jetzt noch immer in seinem Bein pulsierte raubte ihm fast wieder die Sinne. Das war nicht die erste Schwertwunde die er zu ertragen hatte. Er schloss die Augen und fing an in einem gleichmäßigen Rhythmus zu atmen. Nach einiger Zeit hatte er, den Schmerz im Griff und öffnete die Augen.dorne301_002

Die Abenddämmerung zeichnete ein wunderbares Licht an den Horizont und Doran lächelte und erfreute sich für einen Moment an diesem Anblick. Nichts war mehr so wie es wohl vorher gewesen war. Er war nur mehr ein Schatten seiner selbst ohne Kraft und Durchhaltevermögen. Selbst die drei Schritte zur Balustrade würden ihn mehr Kraft kosten als er vielleicht hatte. Er war Fürst von Dorne und dennoch wusste er im Moment nicht was in seinem Reich vor sich ging und die leidenschaftlichen Umarmungen Nymerias, die ihm sein Traum zurückgebracht hatte schienen auch der Vergangenheit anzugehören.

Er hatte versucht mit ihr zu reden. Aber sie war nicht weiter darauf eingegangen. Es schien als würde sie ihm zum Vorwurf machen, dass er sich nicht mehr an sie hatte erinnern können. Es war sicher ein schlimmer Moment für sie gewesen als ihr sein Gedächtnisverlust bewusst geworden war. Aber es schien als wäre sie zornig und wütend auf ihn. Als hätte er sich dieses Schicksal ausgesucht. Sie hatte in diesem Gespräch hart und kalt auf ihn gewirkt und er wusste nicht wie er diesen Eindruck mit den Bildern aus seinen Träumen in Einklang bringen sollte. „Ich schäme mich meines Körpers nicht. Und noch nie hat ein Mann eine Nacht mit mir vergessen.“ dorne301_004Die Worte klangen noch immer in seinen Ohren. Sie hatte über ihre Aufgabe als Regentin reden wollen und eingeräumt das sie seine offizielle Geliebte gewesen war aber das hatte in seinen Ohren kalt angehört. Als er sie gefragt hatte ob die Leidenschaft alles gewesen war, dass sie geteilt hatten war sie noch zorniger geworden als hätte er sie beleidigt. Er atmete tief die salzige Meerluft ein. Dann einem Impuls folgend biss er die Zähne zusammen und erhob sich. Atmete dreimal tief durch als er stand und ging auf die Balustrade zu. Er wartete einige Sekunden bis er die Hände auf den Rahmen legte und das Gewicht von seinem verletzten Bein verlagert. Als er sie gefragt hatte was er ihr bedeutete, sagte sie ihm dass sie nicht über ihre Gefühle reden wolle, dass sie sich um Dorne und um ihn gekümmert habe als er unpässlich gewesen war und wenn ihm das nicht genug wäre ….

Als wäre Pflichtbewusstsein und Leidenschaft mit Liebe gleichzusetzen. Er stellte weder das eine noch das Andere in Frage aber er hatte etwas anders hören wollen, vielleicht das sie ihn liebte, ihm vertraute, zu ihm gehörte. Er glaubte Charis wenn sie sagte, dass er sie wirklich geliebt hatte und zu seiner Frau hatte machen wollen. Er konnte es an der Wärme in seinem Herzen fühlen wenn er sie ansah aber er war sich nicht sicher ob sie dieses Gefühl teilte. Wie konnte er auch? Alles was er hatte waren die Bilder in seinen Träumen und dieses undefinierbare Gefühl. Dagegen stand diese zornige Kälte die sie ihm entgegenbrachte und in ihren Augen hatte er kein Bedauern, keinen Verlust und keinen Schmerz erkennen können allenfalls Mitleid mit seinem bedauernswerten Zustand. Wahrscheinlich teilte sie längst ihr Bett, mit einem starken und kräftigen Krieger.

Wie auch immer. Er würde sich noch eine Minute des Selbstmitleides gönnen und dann würde er es angehen.dorne301_003

Als er sich umdrehte um in sein Gemach zu gehen fühlte er sich gestärkt. Während er durch die Tür ging zog er an der Klingel und als die Dienerin im Gemach vor ihm stand herrschte er sie an sie möge nach Master Airan und der Prinzessin rufen. Master Airan musste ihm helfen. Er brauchte ein Trainingsprogramm das ihm half zu alter Stärke zurück zu gelangen und Charis würde ihm Rede und Antwort stehen. Er würde vorbereitet sein. Er hatte nicht nach dieser Macht verlangt, hatte sie nicht erbeten aber Dorne war nun sein Königreich und er würde nicht weniger als sein Bestes geben.

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Winkelzüge, Kreuzzüge und sonstige Züge

Airan hatte sich sorgsam um Doran gekümmert. Die Wunden auf seiner Brust waren gut verheilt und auch wenn die Narben noch unschön aussahen waren sie nichts im Vergleich zu der vormals schwärenden Beinwunde. Jetzt war die Entzündung abgeklungen und das Fleisch konnte zu heilen anfangen. Airan sagte Doran das es wichtig war sie sauber und trocken zu halten und in nächster Zeit durfte er das Bein nicht belasten. Obwohl ich davon ausging, dass es noch einige Zeit dauern würde bis Doran bereit war aufzustehen, zeigten sich erste Anzeichen der für ihn typischen Unruhe und Ungeduld. Seiner Meinung nach wäre er am liebsten direkt aus dem Bett gesprungen und hätte wahrscheinlich noch ein Kampftraining absolviert. Aber sein geschwächter Körper lehrte ihn das solche Unternehmungen noch einige Zeit würden warten müssen. Allein das Aufsetzen an den Bettrand hatte ihn so viel Kraft gekostet das ihm die Schweißperlen vor Anstrengung auf der Stirn standen. „Genug Kampftraining für heute!“ sagte er mit einem schiefen Lächeln im Gesicht das von dem schmerz verzerrten Ausdruck seines Gesichtes nicht ablenken konnte.dorne300_001

Ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich neben ihn. Wir sprachen einige Stunden und ich beantwortete ihm die Fragen so gut es ging und mir wurde bewusst wie viel aus seinem Gedächtnis verschwunden war. Einige Ereignisse kamen zurück als ich darüber mit ihm sprach. Aber ich weigerte mich vehement über Nymeria mit ihm zu reden. „Doran, euch hat viel verbunden. Soweit ich es sehen konnte hattest du tiefe Gefühle für sie und ich weiß sie auch für dich. Du wolltest sie zur Frau nehmen. Bei den Sieben du hast Dorne und Sonnspeer in der Zeit dieser Krise in ihre Hände gelegt. Aber alles andere solltest du mit ihr besprechen. Ich weiß, dass sie tief verletzt ist, weil du dich nicht an sie erinnern kannst. Ihr müsst miteinander reden. Sie hat viel für dich getan in den letzten Monden.“ Er nickte kurz und gab seinen Platz am Rande des Bettes auf. Als ich ihm helfen wollte hob er abwehrend die Hand. „Nicht. Ich komme klar. Lass mich ein wenig allein, Charis. Ich habe vieles zu verdauen und über vieles nachzudenken.“dorne300_002

Ich verließ das Zimmer und suchte ebenfalls etwas Ruhe in der Abgeschiedenheit der Wassergärten. Irgendwann hatte ich meinen Entschluss gefasst und machte mich auf den Weg zurück in den Palast. Nymeria würde wie immer in Dorans Arbeitszimmer sein. Im Thronsaal erkundigte ich mich bei einer herumlaufenden Dienerin ob die Regentin gerade Besuch hatte. Als die Frage verneint wurde machte ich mich auf den Weg. Es würde kein leichtes Gespräch werden. Nymeria und ich waren keine guten Freunde geworden, hatten zu keinem herzlichen Verhältnis gefunden. Außerdem kam es mir vor, dass sie meinen ungebetenen Ratschlag vielleicht als Anmaßung empfinden würde. In Anbetracht der Tatsache, dass ich Doran gut kannte war mir klar, dass sie eine Leidenschaftliche Frau sein musste aber ich hatte gesehen wie sie Gefühle tief in ihrem Inneren verborgen hielt und sie dort in Kraft und Zorn umwandelte. Aber zu einem vertraulichen Gespräch von Frau zu Frau sollte es nicht kommen. Wir hatten uns gerade erst an den Besprechungstisch niedergesetzt und den Kelch auf Dorne erhoben als Ser Azrael Isenwald im Durchgang stand. Sein schlechtes Timing war wohl angeboren. Aber seit Nymeria die Regentschaft übernommen hatte, arbeiteten die Beiden eng zusammen und mir schwante das ich ihn so schnell nicht wieder loswerden würde.dorne300_003

Natürlich behielt ich Recht. Nymeria bat ihn sich zu uns zu setzen und wir besprachen zunächst die Genesung Dorans. Sie und ich, wir hielten uns an die Absprache, dass niemand außer uns Beiden von Dorans verwirrtem Zustand Kenntnis erhalten sollte. Alsbald kamen wir auf Nachrichten aus Köngismund zu sprechen. Nymeria hatte erfahren, dass der König zu einem Kreuzzug im Namen der Sieben gegen Dorne aufgerufen hatte. Azrael schien deswegen in Sorge. Er meinte es könnte unter dem Volk zu Zwietracht kommen, wenn im Namen der Sieben gegen Dorne angegangen wurde. Zumindest wenn unter den gläubigen Dornischen Unsicherheit geschaffen wurde. Nymeria und ich vertraten eher die Meinung, dass die Dornischen in erste Linie dornische waren. Stolz auf ihre Unabhängigkeit, auf ihre Lebensweise und ihr Fürstenhaus. Aber der Bericht, dass ein Heer in Summerhall zusammengeführt wurde und welches zudem mit großen Mengen Holz beliefert wurde rief bei uns allen Besorgnis hervor. Azrael Isenwald dachte an Katapulte mit hoher Durchschlagskraft. Nymeria wohl einen Angriff über oder am Knochenpass und ich naja ich hatte wieder die Legenden in meinem Haus im Ohr, dass in den Ruinen von Summerhall die letzten Dracheneier verborgen wären, die nur darauf warteten das ein mutiger Targaryen sie zum Leben erweckte. Aber was auch immer dort in Summerhall ausgekocht wurde. Wir würden es in Bälde erfahren.dorne300_004

Wirklich unangenehm wurde das Gespräch erst als Nymeria in einem Nachsatz vorschlug die Förmlichkeiten abzulegen, wo wir doch irgendwie zu einer Familie gehörten. Sicher ich war schon oft im Gespräch mit ihr in die vertraulichere Form der Anrede gefallen aber ob ich mit Ser Azrael Isenwald ebenso vertraulich werden wollte war ich mir nicht sicher. Als dieser mich im nächsten Satz mit Charis ansprach konnte ich nicht an mich halten. „Ihr seid unglaublich SER Azrael. Ich gehöre noch nicht zu eurer Familie, euer Bruder hat es wie es scheint mit der Hochzeit nicht eilig und ich traue euch nicht. Und im Grunde weiß ich noch nicht mal ob ich euch überhaupt leiden kann. Aber wenn ihr mit diesem Wissen leben könnt und es auch niemals vergesst, dann sind Förmlichkeiten wirklich unerheblich, Azrael. “ Azrael nahm die Worte besser auf als Nymeria. Jovial erklärte er, dass es sicher besser wäre Vertraulichkeiten in Situation und Umstand abzuwägen. Als wenn es je eine Situation geben würde in der ich Vertraulichkeiten mit ihm austauschte. Aber Nymeria konnte ihren Zorn kaum noch unterdrücken. Sie merkte an, dass es wichtigeres gäbe als kleingeistige Zänkereien. Das man als Einheit auftreten müsse. Wie sollte das Volk als Einheit folgen wenn der Adel sich in zänkischen Konflikten erging. Soweit hatte sie vielleicht Recht. Als sie dann aber andeutete die Vereinbarung mit dem Haus Isenwald um eine Kleinigkeit abzuändern um sicher zu stellen, dass die Verbindung der Häuser auf alle Fälle geschlossen wurde, ging fast der innere Drachen mit mir durch. Sie war als Regentin eingesetzt, schön und gut. Sie hatte viel für Dorne getan, ohne Frage. Aber wenn sie der Auffassung war sie könnte über mein Leben und meinen Leib verfügen wie es ihr in ihren kosmischen Plan passte dann irrte sie gewaltig. Es fiel mir schwer keinen unnützen Streit vom Zaun zu brechen war mir wohl klar, dass dies nicht helfen würde. Ich machte mir klar was sie gerade durchmachte und so konnte ich ruhig wenn auch bestimmt klar machen, dass sie keine solche Verfügungsgewalt über mich hatte. An ihren folgenden Worten erkannte ich, dass ich sie nicht überzeugt hatte. Die Tatsache, dass Ser Azrael behauptete ein vermeintlich echtes Drachenei zu besitzen ging in diesem Disput fast unter.

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Böses Erwachen

Wie so oft in der letzten Zeit saß ich an Dorans Bett. Einen schweren Einband auf den Knien und las ihm vor. Wenn ich ein Stöhnen vernahm fuhr meine Hand zu der seinen um beruhigend auf ihn einzuwirken. Doch diesmal war etwas anders. Als ich den leichten fast sanften Druck seiner Finger auf meiner Hand spürte fuhr ich erschrocken auf, blickte ihn an und vor Schreck rutschte mir das Buch von den Knien und landete mit einem lauten Knall auf den Boden. Der Körper auf dem Bett zuckte vor Schreck zusammen und als ich in sein Gesicht schaute blickte ich in die bernsteinfarbenen Augen, die ich besser kannte als meine Eigenen. Mein Herz zog sich vor Erregung schmerzhaft dorne102_002zusammen und mit dem Blick der starr auf seine Augen gerichtet waren, wartete ich dass er etwas sagte. Obwohl er mit der Zunge über seine spröden Lippen fuhr kam kein Ton aus seinem Mund. Seine Augen blickten unruhig umher aus ihnen sprach Verwirrung und Verwunderung. Barsch befahl ich einer Dienerin ihn im Auge zu behalten und stürmte aus dem Zimmer. Am unteren Absatz der Treppe lief ich Nymeria direkt in die Arme. Genau sie hatte ich gesucht. Mir waren nicht die vielen Stunden entgangen die sie neben Doran am Bett ausgeharrt hatte. Den Eifer und die überlegte Sorgfalt mit der sie sich um die Belange Sonnspeers gekümmert hatte und dem Bestreben, dass das Volk seinen Fürsten nicht vergaß. Sicher war ich nicht in alles eingeweiht und ich argwöhnte das mir einiges sicher auch nicht gefallen würde, was sie arrangiert hatte. Ich verstand auch nicht warum in einem Palasttrakt praktisch eine ganze Kinderschar Einzug gehalten hatte, die mir meinen schmerzlichen Verlust bewusster machten, dass meine eigenen Kinder irgendwo fern von mir ihr Leben lebten. Aber ich meinte den ehrlichen Kummer zu bemerken der in Nymerias verschlossenem Herzen wohnte und sah den Schmerz und den Verlust in ihren Augen auch wenn sie es meisterlich verstand ihre Gefühle im Zaum zu halten. Aus diesen Gründen zweifelte ich nicht an ihren aufrichtigen Gefühlen für Doran.

„Doran… kommt schnell.“ Ich fasste nach ihrer Hand auch wenn es unnötig war. Augenblicklich hastete sie mit mir die Stufen die ich soeben runtergestürmt war wieder hinauf. „Was ist mit Doran? Ist etwas geschehen?“ „Nein oder besser gesagt ja. Ich glaube er kommt zu sich. Er hat seine Augen geöffnet.“ Gab ich unter keuchendem Schnaufen von mir. Gemeinsam stürmten wir ins Zimmer und ich blickte auf das Bett. Doran saß halb aufrecht sitzend etliche Kissen im Rücken auf dem Bett. Die Dienerin musste ihm geholfen haben. Aber seine Augen waren geschlossen und ich fürchtete schon ich hätte sein Erwachen nur geträumt. Dann – sicher von der zuschlagenden Tür aufgeschreckt – hoben sich seine Lider und er blickte uns verwirrt an. „Charis?“ seine Stimme klang krächzend unddorne102_001 rau. Nymeria näherte sich ihm als Erste. Ich folgte ihr und stellte mich links neben Dorans Bett. Sein Blick wanderte abwechselnd von links nach rechts und die Verwirrung war ihm deutlich anzusehen. Ich griff zu einem Becher Wasser als er mit ungeübter Stimme darum bat. Danach klang seine Stimme besser wenn auch noch immer rauer als wir sie kannten. „Was ist passiert. Ich fühle mich als wäre eine Pferdemeute über mich drüber gerast.“ Mit einer energischen Handbewegung scheute Nymeria die Dienerinnen aus dem Zimmer und ihre Stimme klang leicht gepresst als sie ihm antwortete und in wenigen Worten vom Angriff auf sein Leben und dem Überfall erzählte. Ich hatte bemerkt das sie nach seiner Hand hatte greifen wollen aber zurück wich als er sie förmlich und ohne eine Regung des Erkennens anschaute. Die Desorientierung war ihm deutlich anzumerken, aber das er Nymeria nicht erkannte war mehr als beunruhigend. „Doran du hast mich seit deiner Reise nach Zitronenhain nicht mehr so förmlich angesprochen. Aber jetzt ist erstmal wichtig das du erwacht bist und wieder zu Kräften kommst.“ Ich blickte sie erschrocken an. Ihre Worte klangen in meinen Ohren wie ein Vorwurf. Das würde sicher nicht helfen aber ich konnte ihr Gefühl der Verletztheit und der Verbitterung nachvollziehen. Mehrere Monde lang hatte sie sich um alles gekümmert. Hatte ihm beigestanden, hatte über seinen geschunden Leib gewacht, hatte die Erinnerung seines Volkes an ihn bewahrt und jetzt schien es als hätte er sie völlig vergessen. Die Erinnerung an seine Liebe zu ihr völlig verloren. Er bat Nymeria näher zu treten. Als sie neben ihm saß legte er die Hand auf die ihre und sagte : „Deine Worte lassen vermuten, das uns mehr verbindet. Ich bin unsagbar müde, mein Bein schmerzt, mein dorne-100_001Kopf dröhnt und es herrscht so viel Chaos darin, dass ich kaum weiß wie ich heiße.“ Er senkte die Lider und ich bin nicht sicher ob er noch bemerkte wie Nymeria seine Hand von der ihren nahm und sagte : „Ich bin dazu geboren und dazu erzogen, Dorne zu dienen. Meine Gefühle sind nicht von Belang. Bevor du zur Salzküste aufgebrochen bist hast du mir die Geschicke Sonnspeers in die Hand gelegt und ich entscheide nun, dass du Ruhe brauchst. Schlaf und komm zu Kräften.“ Mit geschlossenen Augen nickte Doran „Das ist eine gute Entscheidung und später kann mir vielleicht jemand erklären warum Charis wieder hier ist und ich in der Lage bin jemandem die Geschicke Sonnspeers in die Hand zu legen.“

Sein immer langsamer und ruhigerer Atem zeigte uns an, dass er bereits wieder am wegdämmern wahr. Ich drehte mich nochmals zu Nymeria um als ich das Zimmer verlassen wollte. Sie stand wie angewurzelt an derselben Stelle und blickte auf Doran hinunter. Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen aber auf einmal schien es als würde ihr Körper sich aufrichten und sie hob den Kopf. Woher auch immer sie diese Stärke nahm, sie hatte sie ausgefüllt. dorne-101_001Ihr Gesicht und ihr Blick wirkten ruhig und besonnen. „Es ist besser wenn wir das für uns behalten. Der Fürst, der nicht mehr weiß dass er Fürst ist, ist erwacht und kommt langsam zu Kräften. Mehr muss das Volk zunächst nicht wissen.“ Ihre Stimme klang fest doch ich konnte mir vorstellen wie es in ihr aussah. „Er ist gerade erwacht Nymeria. Er wird sich wieder erinnern. Er war schwer verletzt, Monde ohne Bewusstsein und das schreckliche Fieber. Er wird sich wieder erinnern.“ Ich hielt meine Stimme bewusst in sachlich ruhigem Ton auch wenn die Worte zum Trost gesprochen wurden. War ich mir sicher, dass Nymeria kein Mitleid in meinen Augen sehen wollte. Wir verliesen ohne weitere Worte das Gemach. Ich hoffte ich würde Recht behalten. Welche Schwierigkeiten würden uns wohl noch erwarten.

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Endspurt – oder Des wärd schee

Eigentlich sollte der Endspurt eingeleitet sein. In 13 Tagen ist der Umzugstag gekommen. Und tomwährend ich mich zu den Umzügen zurücksehne in denen ich mir nur Gedanken machen musste ob ich nach Umzug auch sofort Internet haben werde kreisen jetzt meine Gedanken eher darum ob ich warmes Wasser aus dem Wasserhahn oder gar Strom haben werde.

Erinnert ihr euch an den Film „Geschenkt ist noch zu teuer“ mit Tom Hanks, wo er das Haus baut und immer wenn er die Handwerker fragt : „Wann ist es fertig?“ antworten die mit einem schiefen Grinsen und „2 Wochen.“ Genauso fühle ich mich auch. Die Frustration in seinem Gesicht hab ich noch nie so nach empfunden wie im Moment.

Gestern klopft mir die neue Nachbarin vor Ort auf die Schulter und sagt in einem tröstenden Ton : „Denke sie als drou. Des wärd schee.“ Übersetzt für alle Nicht-Hessen : „Denken sie immer dran. Das wird schön.“

Ein guter Ratschlag aber nicht wirklich einfach wenn man mitten im Baugewühl steht, die tom2Wände noch kahl, nicht verputzt und voller Löcher oder noch nicht hochgezogen, Fliesen zum größten Teil noch nicht verlegt, Tapeten liegen noch verpackt in der Garage, gleich neben den wartenden Fliesen.

Schön ist auch wenn der Elektriker neben einen steht und voller Inbrunst erklärt das er in zwei Tagen für 2 Wochen in Urlaub fährt aber die Kabel noch aus der Wand hängen. Aber egal ich

denke als drou. Des wärd schee. – Irgendwann jedenfalls.

Aber weg von meinem RL-Drama, das mich abends um 9 Uhr tot müde ins Bett fallen lässt.

Unser Dorne RP. Ist im Moment ruhig – Sommerzeit – die einen sind in Urlaub, die anderen gehen in Urlaub, ich genießen meinen nicht Urlaub aber es gibt RP und auch schöne Blogpost von Nymeria und Azrael im Dorne Blog. Während Doran in tiefem Verletzungsschlaf vor sich hinträumt lebt Nymeria Dalt echte Frauenpower. Ich möchte an dieser Stelle Nym und auch Azrael nochmals danken, dass sie ohne Federlesen und Probleme, die Verantwortung für die Sim und das RP auf sich genommen haben und dafür sorgen, dass alles weiterhin reibungslos läuft. sun25_003Ich versuche seit drei Tagen abends mit Charis ins RP zu kommen aber ich bin wie erschossen wenn ich heim komme und pack es nicht. Aber alles geht einmal zu Ende auch dieser Umzug und da ich bereits Telefonrechnungen an die neue Adresse bekomme geh ich davon aus. Eines wird funktionieren – das Internet.

In diesem Sinne

Eure Talia

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