Dichter Nebel über der Sowjetunion

Nach dem Bad kuschelte sich Elisa in ihren Bademantel und genoss bei einer heißen Tasse Tee das Abendlicht das durch das Giebelfenster zu sehen war. Ihr Blick wanderte zu der kleinen Notiz, die sie in Händen hielt und sie würde beten wenn sie denn gläubig wäre. Die letzten Tage waren ereignisreich gewesen und ob sie auch die Mühe wert gewesen waren würden sie am morgigen Tag feststellen. Sie hatte ihre Tarnung gegenüber Noah Hill aufgegeben und dieser war Elisa nicht sehr begeistert vorgekommen, dass Nathan Finch seine Tätigkeit ihr gegenüber preisgegeben hatte. Doch nun war das nicht mehr zu ändern. Im Grunde hatte er sich mit dem Rätsel, das er Elisa und Valerie gezeigt hatte, selbst verraten. Den Rest musste Elisa sich einfach nur zusammenreimen und das Reimen lag ihr nun mal. Da die Fakten nun offen lagen, planten sie die Reise zum Heimatort Vasilovs mit Hill und Finch.
Als erstes war die Einreise zu beachten. Dieses Kaff lag mitten im Feindesland. Die Agenten des MI5 waren im Grunde für inländisches Zuständig und befanden sich bei einer Mission im Ausland per se schon auf dünnem Eis. Und Elisa? Als amerikanische Agentin konnte sie sich ausmalen was ihr blühen würde wenn man sie auf russischem Boden erwischte. Gulag, Verhöre und/oder Erschießungskommando, nichts davon war etwas auf das sie scharf war. Doch nicht umsonst hatte Harper sie gelehrt was es wert sein konnte reich zu sein und die Reichen und Mächtigen zu kennen. Schon seit Jahren kannte Elisa Irina Petretkova. Eine reiche Witwe adliger Abstammung, die ihre eigenen Gründe hatte ihr Heimatregime nicht zu lieben. Elisa hatte seinerzeit gemeinsam mit John Harper Irina angeworben und immer wenn sie in die UdSSR wollte nutzte sie ihre Bekanntschaft. Zur Sicherheit versüßte Elisa den Landesverrat noch mit einem Diadem oder einem Collier aus dem Bestand ihres Vaters. Also war der Plan mit Elisas Jet einzureisen und als Grund für die Reise diente eine Einladung zu einer der frivolen und elitären Feiern im Hause Petrekova. Die Tatsache, dass Elisa mit zwei schmucken Briten einreiste machte die Sache noch glaubhafter. Beim KGB war man über den erlesenen und unersättlichen Geschmack der jungendhaften Witwe durchaus im Bilde. Dann würde man die restliche Strecke mit Irinas Privathelikopter zurücklegen, die restliche Strecke würden sie durch den Schnee marschieren müssen. Elisa musste über Noah Hill schmunzeln, der Schneider der einen edlen und eleganten Geschmack im Bezug auf seine Kleidung hatte, legte auch im Einsatz mehr Wert auf gutes Aussehen als auf Zweckmässigkeit. Elisa hoffte das ihm im tiefen Schnee nicht die Zehen abfroren und er sie aufhielt. Sie wäre dann gezwungen ihn als Störfaktor auszuschalten und das würde die Zusammenarbeit mit Nathan sicher schwieriger gestalten. Im Kaff angekommen erschwerte ihnen dichter Nebel die Arbeit. Allerdings hatte der Nebel auch so seine Vorteile. Elisa, Nathan und Noah konnten zwar weniger sehen aber auch sie waren nicht so schnell auszumachen. Sie schwärmten aus. Nach kurzem hörte sie Noahs Stimme durch den Funk „Wir sind nicht allein. Drei Personen, zwei Weiblich, eine Männlich wie´s aussieht. Stehen an einem Grab. Aber ich kann nichts hören. Näher ran ist gefährlich.“ Nathan deutete Elisa an, dass sie gemeinsam die Position wechseln mussten und so kämpften sie sich durch Gestrüpp und Unterholz bis sie eine Position erreicht hatten, in der Elisa über das Richtmikrofon mit Unterbrechungen und kratzigen Untertönen das Gespräch, der Personen verfolgen konnte. Bei den Personen handelte es sich, nach der Sprache um Russen. Sie hatten den Sarg ausgebuddelt und suchten nun nach dem Schlüssel. Elisa fluchte. Sie waren zu spät. Die Russen würden den Schlüssel ergattern und damit die Informationen aus dem Bankschließfach erhalten. Doch irgendetwas hielt die drei auf den Sarg einfach zu öffnen. „Sarin -Gas“ hörte Elisa durch das Mikrofon. Wieso sollte Vasilov den Schlüssel mit Saringas schützen. Elisa hielt Nathan und Noah über den Funk auf dem Laufenden. Aus den Kommentaren aus dem Funkgerät entnahm Elisa das Noah am liebsten sofort alle auf diesem Friedhof umgenietet hätte, um den Sarg im Ganzen nach London zu schaffen. Nathan war natürlich entsetzt, wie er es auch nur in Erwägung ziehen konnte Sarin-Gas nach Britannien schaffen zu wollen. Elisa versuchte die hitzige Diskussion über Funk zu ignorieren und weiter auf das Gespräch der Russen zu achten. Als eine der Frauen angab, dass sie über Funk Verstärkung und einen Helikopter rufen wollte, spie Elisa die Informationen in das eigenen Funkgerät, lies das Richtmikrofon auf dem Rucksack zurück und zog die Waffe. 3:3 konnten sie es mit den Russen aufnehmen, zumal diese gar nicht damit rechneten, dass sie vor Ort waren. Aber mit Verstärkung – nein – Gulag, Verhör, Erschießungskommando. Nathan und Noah sahen das genauso und so gab Nathan den Befehl, das Noah die Frau aufzuhalten hatte, die versuchte Verstärkung zu rufen und zu einem entfernten Wagen lief. Er selbst würde den stämmigen Russen aufs Korn nehmen würde und Elisa sollte die zweite Frau übernehmen.
Dann schrie er über den Friedhof in seinem holprigen Russisch „Waffen runter, sie sind umzingelt.“
Doch natürlich interessierte das die Russen in keinster Weise. Der stämmige Russe drehte sich herum und eröffnete sofort das Feuer auf Nathan und die Frau gab Fersengeld, noch bevor Elisa einen Schuß abgeben konnte. Elisa überblickte kurz das Terrain. Sie konnte Noah nicht sehen, hatte keine Ahnung wo er war und wenn sie quer über den Friedhof lief um der Frau zu folgen, konnte sie leicht ins Visier des Russen geraten. Also entschied sie geschützt durch das Gestrüpp und die Bäume um den Friedhof zu laufen. Dann sah sie die Frau, die in einem dunklen Mantel im Licht des Schnees, sich hinter einem Grabstein verschanzt hatte. Die Waffe vor sich um zu schießen, den Rücken Elisa zugewandt. Elisa versuchte ihren Atem zu kontrollieren und sich so leise wie möglich zu nähern. Doch die Frau war völlig von dem Geschehen vor sich in Bann gezogen. Der Russe und Nathan lieferten sich ein übles Gefecht.

 

Als Elisa nah genug herangekommen hielt sie die Waffe auf den Hinterkopf der Frau gerichtet „Waffe fallen lassen und aufstehen, oder ich schieße.“ Keine Reaktion der Frau, Elisa gab einen Warnschuss und drei weiter Schüsse ab, danach legte sie die Waffe dann auf ihren Schädel an. „Ich sagte Waffe fallenlassen und aufstehen.“ Durch den Schuss und den Treffer zuckte die Frau zusammen und tat wie ihr geheißen. Elisa zog sie, vor sich haltend wie einen Schutzschild in den Schutz der Bäume. Die Frau trug einen weiße Fellmütze, eine dicke Brille und Elisa wunderte sich nicht das sie nicht geschossen hatte. Mit so einer Brille, deren Gläser getönt wirkten, konnte man in der Dunkelheit wohl so gut wie nichts sehen. Die Frau trug zu dem einen Mantel und einen Rock. Elisa war erneut verwundert welche Kleidung manch einer zu Einsätzen trug. In dem Moment tauchte Noah neben Elisa auf, durchs Funkgerät gab Nathan durch, dass der Russe lag aber Nathan selbst verwundet war. Noah eilte zu ihm und brachte ihn zu Elisa und der Russin. Der Russe bewegte sich noch und wie es Elisa vorkam wollte er das Sarin-Gas im Sarg freisetzen.

 

Nach kurzer Absprache gab Nathan zu verstehen, dass er die Russin in Schach halten konnte und Noah und Elisa sich um den Sarg kümmern sollten. Noah hatte den Ruf nach Verstärkung nicht aufhalten können, auch wenn er die Frau außer Gefecht gesetzt hatte und so blieben ihnen nur noch Minuten wenn nicht gar Sekunden.
„Aufhören. Bleiben sie liegen oder ich schieße.“ Elisa gab noch diese Warnung ab bevor sie auf den Kopf des Russen zielte. Doch der gab nicht nach und so blieb Elisa nichts weiter übrig als einen gezielten Schuss in seinen Kopf abzugeben. Nachdem der Russe nachweislich außer Gefecht gesetzt war, sein Gehirn klebte an dem Grabstein von Vasilovs Vater, schlug Noah ein Loch auf Kopfhöhe in den Sargdeckel und fischte in Windeseile nach dem Schlüssel. Elisa hielt den Atem an. Wenn er die Granate berührte brauchte sie sich über Gulag und Verhöre oder gar einem Erschießungskommando keine Sorgen mehr machen. Sie würden hier auf diesem russischen Friedhof elendig am Sarin-Gas krepieren. Als Noah triumphierend schaute, drehte sich Elisa herum und holte ihren Rucksack aus dem Gebüsch und machte sich auf den Weg zu Nathan und der Gefangenen. Das war zudem ein guter Fang. Sie würden sie Verhören und sehen was sie herausbekommen konnten. Doch nun lief Ihnen die Zeit weg. Das Geräusch eines Rotors erklang über ihren Köpfen. Sie mussten sehen, dass sie fortkamen. Nathan holte aus und mit seinem gesunden Arm schlug er den Kolben seiner Handfeuerwaffe gegen den Hinterkopf der Frau, die daraufhin zu Boden glitt. Elisa verzog verärgert den Mund aber sie hatten keine Zeit für Diskussionen und so schnappte sich noch das Köfferchen, dass die Russin die ganze Zeit über wie ein Schatz in Händen gehalten hatte und sprintete dann Nathan hinterher. Sie hatten noch eine Strecke zurückzulegen bis zum Treffpunkt mit dem Helikopter und Noah stütze den verletzten Nathan. Sie redeten nicht viel. Wie es schien waren sie erfolgreich gewesen. Nun ja zumindest waren sie noch am Leben und sie hatten den Schlüssel. Eine kurze Untersuchung der Wunde in Nathans Arm im Helikopter ergab das er Überleben würde und nur die nächste Zeit etwas eingeschränkt war. Irina kümmerte sich liebevoll um Nathan und wie es schien hatte Nathan Finch eine weitere Bewunderin gefunden. Elisa kam es vor als bedaure Irina das die Feier lediglich eine Tarnung gewesen war.
Den Heimweg legten sie ebenfalls schweigsam zurück. Elisa musste damit klarkommen, dass sie einem Mann der am Boden gelegen hatte, in den Kopf geschossen hatte und auch wenn Nathan sich mit keinem Wort beschwerte ging Elisa davon aus, dass seine Wunde höllisch schmerzte. Als sie in London ankamen war es zu spät für die Bank und so verabredeten sie sich für den nächsten Tag gemeinsam die Bank aufzusuchen.
Elisa war daraufhin nach Hause gegangen und hatte sich einen gemütlich Abend im Bad und ihrem Heim bei einem guten Wein gegönnt. Bis Jeanet mit einer Nachricht nach oben kam die kurz zuvor ihren Weg in die Elisabeth Street 1 gefunden hatte. Valerie würde mit Markov nach Lenningrad reisen. Elisa hoffte das sie Valerie nicht überschätzt hatte. Markov war kein Mann den es zu unterschätzen galt und auf heimischen Boden konnte wer weiß was passieren.
Sie war nicht gläubig aber jetzt schickte sie doch ein Gebet gen Himmel, dass der liebe Gott ein Auge auf ihre Freundin Valerie hatte. Ein Toter in der Woche war genug für ihr Gewissen.

 

 

OOC: Einen großen Dank erneut an Nea, die wieder eine super schöne Finalortschaft gebastelt hat und die volle Orga in Händen hatte. Das war Spitze. Einen Dank an die Mitspieler Elena, Anna, Nathan, Noah und Adran. Mir hat dieser Abend super viel Spaß gemacht und hat gezeigt, wenn man vernünftig spielt kann man auch mit Combat sehr viel Spaß haben. Ich hoffe euch ging es genauso. Das ich in der „Siegermannschaft“ gewesen bin, haben wir Noah zu verdanken der auf die Idee kam trotz Sarin-Gas und Granate in diesem Sarg rumzufingern. Mal sehen was unser Preis ist … lacht. Ich freu mich auf Plotteil 3 und hoffe der macht euch genauso viel Spass. Eure Talia

 

Veröffentlicht unter Belgravia | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Marta Hari von London

Das Gespräch mit Nathan war mehr als zufriedenstellend gelaufen. Noch überwiegten die Informationen, die Elisa an Nathan weitergab aber Sie war zuversichtlich, dass sich das in Zukunft ändern würde. Langley hatte seine Recherchen erledigt und Elisa war sich nun sicher, dass der von ihr gefundene Koch und der ebenso tote Kellner die Bombe und die Spieluhr in die Botschaft geschmuggelt hatten, aber nicht in Eigenregie. Langley unterstützte Elisas Analyse, dass der Anschlag zu Lasten der Eiskönigin ging. Und alle Indizien führten in die UDSSR. Erst früh am nächsten Morgen als die Lösung der von Vasilov versteckten Rätsel vor ihr lag war sie ins Bett gefallen, doch an einen ruhigen Schlaf war gar nicht zu denken.
Sie mussten Wissen was der „Arktischen Hammer“ war und mit welchen Auswirkungen sie zu rechnen hatten, insofern Vasilov mit seiner Arbeit fertig geworden war. Bei den außenpolitischen Problemen, die im Augenblick die Politik der Staaten beherrschte konnten sie wahrlich nicht noch eine biologische Ausnahmesituation gebrauchen. Bei der Suche nach ihm war Elisa auf ein Bankschließfach gestoßen.  Nachdem sie in der Bank selbst ein Schließfach angemietet hatte war ihr klar geworden, dass das Schließfach entweder in einer großen „Wir überfallen eine britische Bank“ Aktion oder mit dem entsprechenden Schlüssel zu öffnen war. Die Rätsel, die sie in den vergangenen Stunden gelöst hatten, wiesen auf den Geburtsort Vasilovs als Auffindungsort des Schlüssels hin. Bevor sie ihren Jet und eine Einreise in die UDSSR beantragen würde, würde sie zunächst mit Nathan reden müssen. Vielleicht gab es ja einen besseren und einfacheren Weg wie die Briten an das Innenleben des Schließfaches kamen, ohne dass man sich auf das Territorium des Feindes begab.
Aber es gab auch noch etwas anderes zu erledigen. Botschafter Markov war die Bergspitze der UDSSR hier in London und Elisa kannte nur eine Person, die Zugang zu Markov gefunden hatte. Valerie vanDyke! Elisa hatte Valerie von der Agency prüfen lassen und alle Angaben waren mit dem was Valerie ihr erzählt hatte stimmig. Nach dem Tod der Eltern gab es zwar einen Bruch im Leben der Frau, aber Elisa wusste wie verstörend familiäre Dramen mitunter sein konnten. Sie selbst war zwar nicht zur Besitzerin eines elitären Clubs für sexuell amouröse Abenteuer avanciert, dafür aber zur CIA Agentin. Was davon schlimmer oder gefährlicher war wusste Elisa auch nicht so genau und würde sie sicher auch nicht weiter hinterfragen.
Jedenfalls musste Elisa Zugang zu den Informationen bekommen. Tilly hatte Elisa seit einiger Zeit nicht gesehen. Wie Jake ihr berichtet hatte war sie auf einer Urlaubsreise und außerdem wusste Elisa nicht mal ob Tilly Zugang zu Markov hatte. Tilly war als Informatin sehr nützlich, aber Elisa würde sich an den Jackpot im Club halten. So machte sie sich am frühen Abend auf den Weg in den Club. Natürlich war Valerie nicht verborgen geblieben, dass Elisa sich mit Jake amüsiert hatte und so fragte sie zur Begrüßung ob Elisa nach Entspannung suchte. Elisa unterdrückte das kurz einsetzende Schamgefühl und kam dadurch schneller auf den Punkt als sie beabsichtigt hatte.
Nach Elisas Einwand, dass ihr Gespräch absolut vertraulich war, zogen sie sich in Valeries Privatgemächer zurück, die genauso prunkvoll und opulent waren wie der Rest des Clubs. In einem Gespräch in dem Elisa ihr kein Geld bot, sondern sie einfach an ihren Patriotismus erinnerte und die Zusicherung gab, dass die Station wie auch ihr Land sie schützen würde rekrutierte sie Valerie für die CIA.
Elisa verabschiedete sich als Valerie von den Belangen des Clubs vereinnahmt wurde und war höchst zufrieden mit sich. Allerdings gab es einen kleinen Schatten in diesem Arrangement. Nathan Finch! Er würde nicht erfreut sein, wenn er erfuhr, dass Valerie von Elisa eingespannt wurde. Er kannte die Risiken und Gefahren ganz genau und so wie sie ihn einschätzte würde er Valerie schützen wollen. Außerdem hatte er mit Valerie, wie Elisa annahm, ein intimes Verhältnis. Wenn sie in ihrem Bestreben an Informationen zu gelangen, dass Bett mit anderen Männern teilte und Elisa hatte sie ohne weitere Umschweife dazu aufgefordert, ja fast schon bedrängt, würde das Nathan Finch sicher nicht gefallen. In seiner Position wäre die Zusammenarbeit mit dem Briten damit durchaus gefährdet. Aber Elisa vertraute darauf, dass seine Professionalität über seine Männlichkeit siegen würde. Solche Spionageaktivitäten waren mithin die Ältesten und wie Elisa fand, noch immer die Effektivsten. Sie hätte Valerie diese Bürde wohl abgenommen, wenn Elisa Zugang zu Markov gefunden hätte. Aber er hatte, obwohl sie ihm die Einladung persönlich vorbeigebrachte hatte, nicht weiter auf sie als Frau reagiert. Augenscheinlich entsprach Elisa nicht seinem Beuteschema und so musste sie die Quelle anzapfen die zur Verfügung stand.
Sie würde Valerie schützen, so gut und soweit es in ihrer Macht stand. Aber Valerie hatte die Abenteuerlust buchstäblich im Gesicht gestanden als sie sich verabschiedet hatten und Elisa wusste, dass die junge Frau klug und sehr geschickt im Umgang mit Männern war. Bisher jeder Mann der ihr über den Weg gelaufen und den Elisa kennengelernt hatte war von ihr fasziniert und lag ihr zu Füßen. Allein aus diesem Grund machte sich Elisa wenig Sorgen um sie.
Elisa glaubte fest daran, dass diese Verbindung eine der lohnenswertesten sein würde die sie je aufgebaut hatte.
Veröffentlicht unter Belgravia | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Der Tag danach …

Der Festsaal in der Botschaft befand sich in einem jämmerlichen Zustand. Russbedeckt und verkohlt lagen das Klavier, die Festdekoration und sonstige Möbel auf dem abgebrannten und durch das Löschwasser aufgeweichten Parkett. Elisa starkste durch die Überreste, holte die versteckten Waffen aus den Pflanzenkübeln und übergab sie Sergeant Byrons. Danach suchte sie Alles nach Hinweisen ab. Inmitten des größten Schutthaufens stieß sie auf die Reste der Spieluhr und dem kläglichen Zipfel Papier was von der Nachricht der Eiskönigin übergeblieben war. Eine Untersuchung des Papierfetzens durfte keine gehaltvollen Informationen mehr hergeben. Aber an der Spieluhr fand Elisa eine metallene Typenplakette, abgewischt konnte Elisa erkennen das etwas in die Metallscheibe eingeprägt worden war. Sie steckte sie ein. Hier konnte sie damit nicht viel anfangen und wühlte zunächst einmal weiter. Doch der Schutthaufen gab nicht mehr her. So ging Elisa nach oben in die Zentrale, reinigte die Plakette bis sie den Schriftzug erkennen konnte „Duskanja“. Elisa schnaubte, damit konnte sie aber nicht viel anfangen. Über eine sichere Leitung sprach sie mit Langley. Forderte mehr Unterstützung an und neue Gerätschaften, da einige von ihnen bei der Explosion zu schaden gekommen waren, fragte nach den Informationen über das Ausscheiden des Botschafters und bekam zumindest im Bezug auf den Schriftzug die Zusicherung, dass sich die Recherche Abteilung in Langley eingehend damit befassen würde bis sie in der Londoner Station wieder einsatzfähig waren. Elisas Gedanken standen nicht still. Im Ballsaal war sie nicht weiter fündig geworden aber sie hatte noch die Möglichkeit, die Umgegend abzusuchen und die Leute vom Cateringservice zu verhören. Sie beauftragte einige Agenten den Supervisor der Cateringfirma in ihr Büro zu bringen und machte sich dann auf den Weg die Umgebung abzusuchen. Doch ausser Russ und Splitter der Fensterscheiben fand sie um die Botschaft herum nicht viel. Alles in allem war der alte Prachtbau einigermaßen heilgeblieben und die von der Sekretärin bestellte Glaserei begann schon wieder die Fenster mit Sicherheitsglas zu bestücken. Sie war schon drauf und dran zurück in die Botschaft zu gehen als ihr Blutspuren auf dem Gehweg auffielen. Es waren nicht nur einzelne Tropfen, eher wie eine schlecht verwischte Blutlache. Elisa sah sich um. Es war noch früh und in dieser Seitenstraße herrschte allgemein nicht viel Trubel und Betrieb. Sie schaute zwischen die parkenden Fahrzeuge und darunter und beinahe hätte sie die Leichen, die in dem roten Lieferwagen lagen übersehen. Mit spitzen Fingern öffnete sie die rückwärtige Tür. Der für Blut typische Metallgeruch schwoll ihr entgegen. Sie fluchte leise aber inbrünstig. Schnell schloss sie die Tür wieder und rannte zurück in die Botschaft. Sie organisierte sich ein Stempelkissen und einige saubere Blätter, steckte ein sauberes Tuch und das Dietrich-Set, das auch über eine Pinzette verfügte, ein und zog als letztes die Stoffhandschuhe über die schlanken Finger. Dann eilte sie zurück zu dem Fahrzeug. Zum Glück war noch niemand weiteres darüber gestolpert. Sie öffnete erneut die Tür, drängte sich in den schmalen Fahrzeugfond und nahm die Fingerabdrücke der beiden Männer, die wie sie feststellen konnte mit einem gutplatzierten Kopfschuss getötet worden waren. In dem einen erkannte Elisa den Koch der am Vortag in der Botschaft für das Büffet zuständig gewesen war. Der Andere trug eine Kellneruniform der Catering Firma die Elisa für den Abend engagiert hatte. Zwischen den Leichen eingeklemmt untersuchte sie sie so gut wie es eben möglich war. Natürliche wiesen die Köpfe riesige Austrittswunden auf und Elisa würde hier nicht mehr feststellen können. Nachdem sie sich überzeugt hatte, dass die Straße noch immer still und friedlich dalag, stieg sie aus dem Wagen, schloss die Tür und lehnte sich kurz an das Fahrzeug. Sie stopfte alles in die mitgebrachte Tasche inkl. der mittlerweile blutverschmierten Handschuhe. Jetzt musste sie aber sehen, dass sie Abstand zwischen sich und die Leichen brachte. Diplomatische Immunität hin oder her wenn man sie hier erwischte würde sie viele Fragen beantworten müssen.
Zunächst ging sie in die Botschaft. Gab alles an Langley bzw. an die entsprechenden Abteilungen in der Station weiter, wusch sich in der Mannschaftskabine und zog ein frisches Kleid an bevor sie sich an das Verhör mit dem Supervisor der Catering Firma machte. Alles in Allem war es ein ergiebiger Tag gewesen. Der Supervisor hatte nicht viel gewusst, und Elisa glaubte ihm als er wieder und wieder beteuerte, dass er mit dem Bombenanschlag nichts zu schaffen hatte. Dennoch konnte er den Koch und den Kellner Identifizieren, schließlich war der Koch als einziger in der Botschaft gewesen und von den Kellnern war nur einer nicht am nächsten Tag zur Arbeit erschienen. Damit hatte Elisa auch diese Namen zur Überprüfung weitergeben können.
Am Abend, noch vor dem Treffen mit Nathan, bekam sie die Information, dass es sich bei „Duskanja“ um ein russisches Arbeitslager, ein sogenanntes GULAG handelte. In diesem Gulag wurden in der Hauptsache weibliche Häftlinge verwahrt bis Einigen, in den 50igern, ein Aufstand und ein Ausbruch gelang. Elisa war überzeugt, dass die Eiskönigin in diesem GULAG eingesessen hatte. Sie liebte die Macht, genoss ihre Überlegenheit und zelebrierte es wenn sie die Kontrolle über Andere ausüben konnte. Genauso war man wenn man lange Zeit und unter schlechten Bedingungen auf alle Drei hatte verzichten müssen. Genauso gab sie ihre Erkenntnisse auch an Nathan weiter.
Die Agency hatte bestätigt, dass ohne den Botschafter Elisa das sagen hatte und nach dem sehr merkwürdigen letzten Gespräch im Büro Caldwells war Elisa der Auffassung, das es notwendig war bei Nathan einiges klarzustellen. Also ließen sie Beide ihre Deckung fallen und Elisa fand das es zu einem sehr produktiven und effektiven Informationsaustausch gekommen war. Beiderseitige Zusicherungen, dass sie zukünftig Zusammenarbeiten würden rundeten den erfolgreichen Arbeitstag ab.
Den Abend verbrachte Elisa grübelnd über den Unterlagen aus dem Haus der Vasilovs. Sie war sich sicher, dass in diesen Rätseln etwas von Bedeutung steckte. Etwas das sie weiterbringen würden. Sie musste sich einfach nur anstrengen.
Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen

Ein bombastischer Empfang

Der Ausflug mit Valerie war entspannend und sehr fröhlich verlaufen. Sie hatten die Rue du Faubourg Saint-Honoré unsicher gemacht und waren von einem Modedesigner zum nächsten gestolpert. Elisa war dort gut bekannt und man wusste um ihre finanziellen Mittel und so war ihnen ein überaus freundlicher und zuvorkommender Empfang in jedem Haus gewiss. Ein Model hatte es Elisa angetan aber sie war unsicher gewesen, da es recht gewagt und extravagant geschnitten war. Valerie hatte sich für ein kurzes, weißes und ausgesprochen niedliches Ensemble mit einer Fellstola entschieden und riet nun Elisa eindringlich zu, sich für das Gewagte und nicht für da Althergebrachte zu entscheiden. Nach einigen Champagner und weiteren guten Zureden hatte Elisa das Kleid für eine Unsumme erstanden und sie waren in die Rue de Paradise geschlendert um in einem der niedlichen, kleinen Lokalitäten ein paar Pariser Spezialitäten zu sich zu nehmen. Die Gesellschaft Valeries war kurzweilig und amüsant. Elisa hatte schon seit langem nicht so gelacht wie an diesem Tag, doch genaueren Nachfragen hatte Valerie gekonnt umschifft und Elisa war nicht einen Deut schlauer was die dunkelhaarige Frau anging.
Am Abend nach ihrer Rückkehr traf Elisa Valerie, auf dem Weg in den Butterfly Club, in der Elisabeth Street. Valerie wollte nach dem Rechten sehen, da sie wohl einige Tage nicht im Club gewesen war. Sie plauderten etwas und gerade als Elisa etwas mehr über den russischen Botschafter herausbekommen wollte trat ein Mann zu ihnen. Valerie begrüßte ihn freundlich als Mr. Hill, vermeintlich ein bekannter Herrenausstatter in der Elisabeth Street. Elisa musste schmunzeln, wie es schien kannte Valerie jeden Mann in London. Doch dieser Mr. Hill war in einer weiteren Angelegenheit interessant. Unter dem Deckmantel mit einem Geschäftspartner eine Wette bezüglich eines Rätsels zu haben, übergab er Valerie und Elisa ein Papier auf dem in einem wirren Buchstabensalat eine Textzeile codiert zu sein schien. Den Text hatte Mr. Hill bereits dekodiert, doch konnte er mit der Aussage nicht viel anfangen. Elisa, die selbst im Haus der Vasilovs auf einige Rätsel gestoßen war, überlegte einen Moment. Natürlich konnte es gut sein, dass es sich hier um einen Zufall handelte doch Elisa glaubte nicht an Zufälle.
Nachdem sie Mr. Hill zu helfen versucht hatte und Valerie wie auch er sich von Elisa verabschiedet hatten, suchte sie nochmals die Witwe Vasilov auf. Sie durfte erneut das Arbeitszimmer aufsuchen, doch dort war außer dem was Elisa schon gefunden hatte nichts weiter Auffälliges. Im Kinderzimmer des kleinen Valentin wurde sie dann aber fündig. Mr. Hills Rätsel, ihr Instinkt war folgerichtig gewesen, dieser Mr. Hill war mehr als ein Schneider und Verkäufer. Nachdem sie auch in anderen Teilen des Hauses noch suchte fand sie ein viertes Rätsel und ging erst als sie sicher war das es im Haus nichts weiter zu finden gab. Sie würde sich mit Lori und Tarak zusammensetzen müssen. Die Rätsel waren nicht einfach zu lösen, wie Elisa nach einem ausgedehnten Spaziergang im Hyde Park hatte feststellen müssen. Eines der Rätsel hatte daraufhin gedeutet doch Elisa war vergeblich mehrere Stunden durch den Park gewandert. 
Die Rätsel mussten warten. Der Tag des Empfangs war angebrochen und Elisa wie auch die ganze Botschaft waren mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das Büffet musste aufgebaut werden, die engagierte und geprüfte Bigband hatte die Instrumente aufgebaut und den Sound in der Halle der Botschaft gecheckt. Gläser, Teller und eine riesige blau, weiß, rote Torte wurde hereingeschafft. Allein vom Luftballon aufblasen bekam Elisa rote, dicken Wangen und Atemnot. Doch dann war alles perfekt gewesen. Wo man hinschaute traf man auf das amerikanische Banner, selbst auf den Keksen, die von der Bäckerei angeliefert worden waren. Für einen Moment hatte Elisa den Eindruck es wäre zu viel des guten Gewesen doch es war nicht der erste Empfang, den sie auszurichten hatte und sie würde den Geschmack des Botschafters schon treffen. Jedenfalls wurden sie rechtzeitig fertig, inklusive der Tatsache das sie zwei Waffen in den Pflanzenkübeln des Ballsaales versteckte für den Notfall. ((Danke Beric für die wirklich sehr amerikanische Dekoration)). Lori und sie zogen sich im Büro der CIA um und standen pünktlich im Foyer, um die eintreffenden Gäste zu begrüßen.
Zunächst verlief alles nach Plan und Protokoll. Die Gäste trafen ein, wurden anständig und aufs freundlichste begrüßt. Der zweite Ehrengast nach Botschafter Caldwell blieb aber aus und nachdem Elisa den Botschafter unterrichtet hatte, dass der russische Botschafter noch nicht eingetroffen war und dieser Entschied, dass man nicht auf Markov warten würde begrüßte Elisa die Gäste in einer kleinen Ansprache. Danach gab sie das Mikrofon an Botschafter Caldwell weiter. Dann kam die erste Überraschung des Abends. Der Begrüßungsempfang des Botschafters wurde zu seinem Abgesang. Botschafter Caldwell teilte den Anwesenden und auch Elisa mit, dass er den Präsidenten gebeten hatte ihn abzuberufen und dass er in die Staaten zurückkehren würde. Ein Blick auf Bobbie sagte ihr das diese zwar nicht überrascht aber auch nicht begeistert aussah. Aber das spielte für Elisa auch keine größere Rolle, nach der Nummer in seinem Büro wusste sie auch nicht ob sie über seinen Fortgang traurig oder erfreut sein sollte.
Das er sich nicht mit Elisa abgesprochen hatte zeigte mal wieder welche Einstellung der Mann für ihre Arbeit hegte und so kam Elisa zu dem Schluss, dass ihre Freude überwiegen würde. Nach den Reden ging man zu Tanz und Gesprächen über. Elisa den guten Champagner genießend blickte einen Moment in den Saal und auf die tanzenden Menschen. Die Bigband war ihr Geld wert und sie bewunderte gerade Vals und Nathans Fähigkeiten im Tanz als ihre eine Dissonanz in der Musik auffiel. Töne, die nicht zu dem von der Bigband gespielten Lied passten. Sie schlängelte sich durch die tanzenden Gäste bis sie ungefähr die Mitte des Ballsaales erreicht hatte. Und da war sie die nächste Überraschung des Abends. Auf dem Boden stand eine Spieluhr. Elisa lief es eiskalt den Rücken hinunter. Sie stellte ihr Champagnerglas auf dem Boden ab und neben der Spieluhr hockend untersuchte sie diese nach einer Sprengfalle. Die Uhr erinnerte sie an die, die die Eiskönigin in dem alten Sanatorium verwendet hatte. Elisa fand keinerlei Drähte und als die kleine Figur aufhörte sich zu drehen erwartete Elisa fast die knarzende Stimme der Eiskönigin aus der Spieluhr zu hören. Doch statt der Stimme vernahm Elisa ein stetiges Piepsen. Durch ihr seltsames Verhalten alarmiert waren die Tänzer an den Rand des Saales gewichen und auch die Musiker hatten ihr Spiel eingestellt.
Lori, die ebenfalls in die Saalmitte getreten war folgte dem Piepsen bis zu der großen Torte, die auf einem der Büffettische stand. Mit einem kurzen Befehl gab Elisa der Security die Anweisung alle Gäste in das Foyer zu bringen, aber niemanden aus der Botschaft zu lassen. Dann ging sie zu Lori die mittlerweile eine große Bombe, die unter der Torte versteckt gewesen war, freigelegt hatte.
Elisa war kein großer Bombenspezialist und Tarak, der Befehlshaber der Marines hatte schon vor Wochen für diesen Tag einen Urlaubsantrag gestellt und war nicht erreichbar. Nathan warf als Kriegsveteran einen Blick auf die Bombe und bestätigte Elisas Eindruck das es sich nicht um eine Finte handelte. Ein kleines Kärtchen auf dem zu lesen stand: „Dem jungen Glück alles Gute. S.K eine Verehrerin“ hatte neben der Torte ihren Platz gefunden. Doch Elisa brauchte weder die Initialen noch die Nachricht um zu wissen, dass es sich um ein erneutes Spielchen der Eiskönigin handelte. Sie ging zum Botschafter und informierte ihn. Sie wunderte sich nicht, dass er diesmal nicht Miss Kane`s Namen nannte. Sicher war seine Holde zu wertvoll, als dass er die Gefahr einging, dass sie mit der Bombe in die Luft flog. Denn er ordnete an, dass die Botschaft zu evakuieren und alle in einem geeigneten Radius von der Botschaft weg zu bringen waren. Die Umgegend konnten sie in der kürze der Zeit nicht evakuieren und Elisa hoffte, dass die Bombe nicht eine annähernde Sprengkraft hatte wie Nathan angedeutet hatte.
Die Security setzte sich auf Elisas Order in Bewegung. Lori blieb bei ihr und selbst der Botschafter war geblieben bis selbst der letzte Gast aus der Botschaft evakuiert worden war. Er sprach ihr sein Vertrauen aus und befahl ihr eindringlich, dass sie nur versuchen sollte die Bombe zu entschärfen wenn sie sicher war, dass sie Erfolg haben würde. Elisa hätte gelacht, wenn die Situation nicht so grotesk gewesen wäre. Jetzt sprach er ihr sein Vertrauen aus welch ein Hohn. Aber das spielte auch keine Rolle mehr. Befreit von ihrem Rock, für den Fall das sie rennen musste, warf sie einen genaueren Blick auf die Bombe. Es waren vier Drähte, die den Zünder mit dem Sprengstoff verbanden. Soviel konnte Elisa sehen. Also eine 25%ige Chance das sie als Heldin aus der Nummer herauskam, 75% für die Tatsache das sie hinterher als Rußfleck die Wand der Botschaft schmückte.
Lori riet ihr ebenfalls eindringlich ab zu versuchen die Bombe zu entschärfen und Elisa erklärte ihr, dass sie es einfach versuchen musste. Die Detonation der Bombe war gewiss. Wenn Elisa den richtigen Draht erwischte würde nichts passieren, erwischte sie den Falschen geschah das was auch geschah wenn sie nichts tat. Sie konnten also nur gewinnen. Lori schaut sie an als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank „Außer das du dabei mit drauf gehst.“
Sie blickte zu Lori ernst an. Nein, das glaubte Elisa nicht. Die Eiskönigin liebte Spielchen. Ja sie schien alles und jeden zu hassen und wünschte sicherlich jedermanns Tod, aber diese Bombe war nur eines ihrer Spielchen. Die CIA war die Gegnerin, die Einzigen die bisher gegen sie gespielt hatten und ja sie hatte verloren, aber Elisa war sich fast sicher, dass die Eiskönigin sie nicht tot sehen wollte. Sonst hätte sie nicht die Spieluhr geschickt. Nicht einen Countdown gesetzt und damit die Möglichkeit das sie alle noch evakuieren konnten. Hätte sie sie töten wollen, hätte sie die Bombe gezündet als sie noch unentdeckt gewesen war und damit auf einen Schlag alle getötet. Den Botschafter, die Gäste, viele Agenten der unterschiedlichsten Geheimdienste. Sie wollte sie nicht töten. Sie wollte mit ihnen spielen, wie die Katze mit einer Maus. Ihnen einen derben Schlag versetzen und dann sie wieder entkommen lassen. Sie würde sie töten, irgendwann aber Elisa glaubte nicht, dass es bereits so weit war noch spielten sie. Ein Spiel dessen Regeln die Eiskönigin machte. Das alles konnte sie Lori nicht erklären, nicht in der Kürze der Zeit. Sie befahl Lori den Botschafter in Sicherheit zu bringen und dann ebenfalls draußen zu warten. 
Elisa hoffte inständig, dass ihre Fähigkeiten als Analystin sie jetzt nicht im Stich ließen. Die Eiskönigin wollte nicht töten, noch nicht! Sie wollte spielen. Sie nahm ein Messer von dem Büffettisch und kniff einen der Drähte zusammen.
Sie setzte gerade ihr Leben auf diese Annahme. Dann atmete sie tief durch und schnitt den Draht durch.
Eine Sekunde später lief sie um ihr Leben.

Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen

Ventile

Elisa fühlte sich nun besser. Aber es hatte sie einiges an Anstrengungen gekostet ihr inneres Gleichgewicht kurzfristig wiederherzustellen. Sie blickte auf die Gestalt in dem ausladenden Bett und musste lächeln. In den nächsten Tagen würde Jake the Snakes hintere Ansicht keinen erbaulichen Anblick bieten. Aber sie hatte Dampf ablassen müssen und das ging manchmal einfach nur wenn man jemandem weh tat. Scham zog ihre Wangen herauf. So etwas hatte sie noch nie getan. Jake würde einfach zu besänftigen sein und mit der ausreichenden Menge an Scheinen würde er seinen Hintern jederzeit gerne wieder zu Elisas Verfügung stellen. Anders verhielt es sich mit dem eigentlichen Ziel ihres Zornes
„Kaffee oder Tee, Madame?“ riss die Stimme Elisa aus ihren Überlegungen. Sie schüttelte den Kopf und blickte auf die andere Seite des Zimmers, er lag seitlich – wohl um seinen Hintern zu schonen – auf dem Bett und lächelte sie mit verschlafenen Augen an. „Nein, danke. Sie ging zu dem Sessel auf dem sie ihre Tasche hatte fallen lassen, zog einige Geldscheine heraus, sie hörte ein rascheln und dann fühlte sie seinen Atem in ihrem Nacken.
Sie drehte sich herum küsste ihn sittsam, seine Nacktheit ignorierend, auf die Wange während sie die Geldscheine in seine Hand drückte.
„Das ist nicht nötig, sie haben bereits mit dem Clubbei….“ sie unterbrach ihn. „Ja, ich weiß. Dennoch, nimm es. Du hast es dir verdient und dann möchte ich ein Taxi.“
Er verstand und ließ sie allein zurück. Sie schlang den weißen Bademantel fester um ihren Leib und blickte hinunter auf den Eton Square. Wie war es nur dazu gekommen ?
Vorgestern hatte sie zunächst die Apotheke der jungen Belfor aufgesucht. Elisa hatte gehofft, dass die junge Frau erfreuliche Nachrichten für sie hatte. Allerdings waren die Ergebnisse der blonden Apothekerin nur halb befriedigend gewesen. Sie hatte nichts gefunden was jemanden zwingen konnte ohne Wenn und Aber die Wahrheit zu sagen, aber sie konnte wohl einige Substanzen mischen und etwas herstellen was den Geist benebelte und die Sinne verwirrte, so dass es demjenigen der die Substanz im Körper hatte, schwerer fallen würde sich zu fokussieren und konzentrieren um Lügen zu erfinden. Leider hatten diese Substanzen nicht unerhebliche Nebenwirkungen. Es konnte ein Ansteigen des Blutdruckes bewirken, Herzrasen und andere Anomalien im Herzen bis hin zu Herzstillständen hervorrufen. Letztendlich hieß das man riskierte jedes Mal, wenn man das Mittel anwendete, den Tod dieses Menschen. Das war so ganz und gar nicht was Elisa sich erhofft hatte. Sie ließ der Frau etwas Geld zur Aufmunterung da und sie einigten sich darauf, dass weiter Nachforschungen erfolgen würden, die Elisa natürlich großzügig entlohnen würde.

Danach suchte sie den Botschafter. Sie hatte keine Lust ihn in seinen privaten Gemächern aufzusuchen, doch da er seit Tagen nicht gesehen worden war blieb ihr schlussendlich nichts Anderes übrig. Doch dort war er nicht aufzufinden. Also machte sie sich auf den Weg ins Pub um etwas zu essen. Der Pub war voll und platzte aus allen Nähten. Wie es die Hölle wollte traf Elisa dort auch auf den Botschafter. Sie zog seine Aufmerksamkeit auf sich und als er sich dann endlich von Bobbie losreißen konnte, brachte Elisa ihn an der Straßenecke auf den neuesten Stand. Unter anderem hatte Mr. Finch um ein Treffen mit dem Botschafter und dem Chief of the Station gebeten. Kurz hoffte Elisa das der Botschafter dem nicht zustimmen würde, da sie damit enttarnt sein würde, zumindest bei den Briten. Doch sie wusste auch, dass diese Hoffnung unsinnig war. Natürlich bestätigte Caldwell den Termin und das Unheil nahm seinen Lauf.
Nachdem der Botschafter mit Bobbie das Pub und die Umgegend verlassen hatten, kehrte Elisa in das Pub zurück. Es war spät und sie war hungrig. Das schien allerdings auch für den Hund zu gelten, der seit Tagen zu jeder Tages- und Nachtzeit durch das Pub streifte. Das Pub hatte sich geleert da die Sperrstunde näher rückte und der Barkeeper längst die letzte Runde ausgerufen hatte. Elisa bestellte sich noch schnell ihr Lieblingssandwich und eine Flasche Bier zum Mitnehmen. Während sie wartete sprach sie noch kurze Zeit mit einer jungen Frau die angab Kunstexpertin zu sein und erst seit kurzem in dem Hinterhof neben dem Pub wohnte. Danach ging sie in den Park um die Gedanken schweifen zu lassen und ihr Sandwich mit dem Bier zu genießen. Da sah sie am Ufer des Sees eine Silhouette. Natürlich war es keine gute Idee des Nachts durch den Park zu streifen und näher an Gestalten heranzutreten, die geheimnisumwoben vor einem See standen. Aber sie war besorgt und trat näher. Dabei sah sie, dass es sich um einen Mann handelte. „Alles in Ordnung mit ihnen Mister?“ ihre Stimme klang laut in der Stille der Nacht. Keine Antwort! Als ein Mondstrahl durch die Wolken fiel und die Gestalt am Ufer beleuchtete glaubte Elisa den russischen Botschafter zu erkennen. Sie schrak zurück und verließ auf leisen Sohlen den Park. Was bei allen guten Geistern, machte der Botschafter in der Nacht am Ufer des Sees im Hyde Park?“
Doch am nächsten Tag kam Elisa nicht dazu diese Frage näher zu beleuchten. Die Vorbereitungen für den Empfang mussten abgeschlossen werden und am Abend fand das Treffen mit Mr. Finch statt.
Da der Botschafter sich einen Moment verspätete vertrieb Elisa Nathan Finch mit einem frisch aufgebrühten Tee die Zeit. Dann erschien der Botschafter, in seinem Schlepptau Bobbie. Elisa gefror das Lächeln im Gesicht und obwohl sie sich schnell wieder unter Kontrolle hatte blieb ihre Miene weder dem Botschafter noch Bobbie verborgen. Sie setzten sich in die Sitzecke und um noch etwas Zeit zu schinden, schenkte Elisa Bobbie und dem Botschafter einen Kaffee ein. Finch, der in Anwesenheit von Bobbie und Elisa die Hosen herunterlassen musste, sprich seine Tarnung ungefragt preisgeben musste, fragte zumindest nach der Sicherheitsstufe der beiden Frauen. Ohne auf die für Finch existenzielle Frage einzugehen, verkündete der Botschafter das beide Frauen anwesend blieben. Finch und der Botschafter begannen das Gespräch. Natürlich ging es um das brandheiße Eisen, nämlich den Tod von Vasilov. Bobbie mischte sich in das Gespräch ein als stände es ihr zu. Elisa konnte es nicht fassen und blieb im Gegensatz zu ihr betont ruhig. Bobbies Verhalten ließ Finch sicher glauben, dass Bobbie der Chief of the Station und Elisa eine einfache Agentin, die nur den Einsatz vermasselt hatte, war. Als sie aufgefordert wurde gab sie einen knappen aber effizienten Bericht über den Einsatz im Sanatorium an den Briten weiter. Finch gab sich nach einigem hin und her damit zufrieden und betonte die Forderung der Briten in Zukunft enger zusammen zu arbeiten. Unter anderem verlangte er die Aufdeckung der Namen der Agenten auf britischem Territorium im Zuge der Aufdeckung der britischen auf amerikanischem Boden. Elisa musste über die Taktik des Briten lächeln. Natürlich würde man keine Agenten verbrennen, nicht die Briten und nicht die Amerikaner und dies wusste Finch selber sehr genau. Es war eine einfache Taktik um etwas Anderes nicht ganz so schwerwiegendes durchsetzen zu können. Elisa begann gerade eine entsprechende Antwort zu formulieren, als der Botschafter ihr zuvor kam und die Nennung der Agenten bestätigte. Elisa musste sich am Riemen reißen, dass ihr nicht der Mund vor Entsetzen und Entgeisterung aufklappte und offen stehen blieb. Finch selbst war mehr als erstaunt, nahm das Geschenk aber natürlich begeistert entgegen. Als er dann nachhakte mit wem er sich zukünftig abzustimmen hatte und der Botschafter daraufhin Bobbies Namen nannte und Elisa befahl dem Mann eine Liste zu übergeben, bebte Elisa innerlich vor Zorn. Wenn sie nicht Gefahr laufen wollte den Botschafter in den nächsten drei Minuten zu erschießen, würde sie den Raum verlassen müssen. Aber schnellst möglich. Doch das ließ er nicht zu. In dem Brustton der Überzeugung, er hätte in diesem Gespräch alles richtig gemacht, befahl er Elisa, nachdem er bestätigt hatte das sie noch immer der Chief of the Station war und Finch sich bereits verabschiedet hatte, sich mit dieser Situation zu arrangieren. Bobbies Verhalten ignorierte Elisa weiterhin ihr blieb einfach keine andere Wahl wenn sie nicht etwas tun wollte was sie eventuell später bereuen würde. Dann war sie aus dem Raum gegangen, ja quasi geflüchtet. Nach einigen Zorn Ausbrüchen war sie hier im Club gelandet und ihr Zorn hatte sich auf und durch den Körper des Mannes verflüchtigt, der soeben das Zimmer verlassen hatte.
Sie hatte sich soeben fertig geduscht und angekleidet als sie Bewegung an der Tür wahrnahm. Valerie stand, von der Aussicht auf Paris die Wangen attraktiv gerötet und diskret genug den Aufenthalt Elisas in der Nacht im Club nicht zu erwähnen, im Türrahmen.
 „Fertig und Bereit für den Abflug?“
Elisa lächelt ihr entgegen. „Ja, ich muss nur kurz bei mir daheim vorbei und mich umziehen. Aber dann können wir los und machen uns einen schönen Tag in Paris, Valerie.“
Arrangieren!?! Sie würde sich arrangieren. Aber ob das Arrangement dem Botschafter zusagen würde, dass wagte Elisa stark zu bezweifeln.
Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen

Bei den Russen

Sie hatte sich fest entschlossen die Einladung für den Empfang persönlich bei dem russischen Botschafter abzugeben. Ob ihr Versagen im Sanatorium sie dazu antrieb oder etwas gänzlich anderes konnte und wollte Elisa im Moment nicht ergründen. Ja, sie brauchte definitiv einen Sieg, mit dem sie ihren Ruf in der Agency wieder herstellen konnte. Aber vielleicht musste sie nur in Erwägung ziehen, dass sie für den Außeneinsatz einfach nicht der geeignete Agent war. Ihre anderweitigen Fähigkeiten galten weiterhin als ungebrochen. Als sie jetzt vor dem Tor der russischen Botschaft stand war sie einfach nur nervös. Nicht das sie Angst hatte, aber wer wusste schon so genau was die Russen tun würden. Schließlich würde sie gleich russisches Herrschaftsgebiet betreten, faktisch nach Russland einreisen. Was wenn man … sie schalt sich selbst eine Idiotin und ließ keine solchen Gedanken mehr zu. Als der russische Wachmann ihr mit einer Handbewegung anzeigte, dass sie das Gelände der Botschaft betreten durfte, ging sie beherzt auf die zwei großen Türen der Botschaft zu.
Irgendwie hatte sie sich vorgestellt, die Botschaft der Russen wäre identisch mit der ihren. Aber natürlich war auch das völliger Irrsinn. Wo ihre Botschaft hell und luftig wirkte, dank der hellen Farben und der Verwendung von Glas und Chrom, war die Botschaft der Russen dunkel und für Elisa höhlenartig durch die Verwendung von Holz und eher dunklen Verkleidungen. Im Nachhinein hatte sie überlegt, dass die Russen dieses Arrangement als warm und wohlig empfinden mochten, schließlich war in Russland ein strenger und eisiger Winter keine Seltenheit. Doch jetzt wo der Botschafter, der sich bei Elisas Eintreffen in einem Gespräch mit Miss Jegorowa befand, sie in eine seitlich gelegene, kleine Arbeitsecke führte, musste Elisa an das große und weitläufige Büro von Thomas denken. Sicher war dieses „Séparée“ nur für den kurzfristigen Empfang gedacht der Botschafter hatte sicher irgendwo im Haus gelegen einen Arbeitsraum, der dem von Thomas ähnelte und in dem er die wirklich wichtigen Besucher empfing.
Aber nun saß sie mit ihm hier. Sie blickte auf sein harsch wirkendes, schmales Gesicht aus dem die schlanke Nase majestätisch hervorstach unter dem grauen und militärisch kurz geschnittenen Haar. Er wirkte abweisend. Selbst wenn er lächelte wirkte es mehr höhnisch als freundlich, mehr eisig als warm. In ihrer Nervosität fing sie fast an zu plappern. Gebrauchte zu viele Worte um ihr kurzes Anliegen dazulegen, was im krassen Gegensatz zu seinen knappen und sehr direkten Sätzen stand. Nach ein paar Minuten hatte Elisa fast Freude daran seine kurzen Aussprüche zu parieren in dem sie sich in freundlichen unnützen Phrasen erging. Ein Beobachter hätte sie wohl mit einer Friseurhaube verglichen, die versuchte einen Eisberg zum Schmelzen zu bringen. Es gab nur einen kurzen Augenblick in dem Elisa den Eindruck hatte wirklich zu ihm vorgedrungen zu sein. Nämlich in dem Moment wo sie sich bereits von ihm verabschiedete. Sie hatte ihm nämlich überraschend und aus einem Impuls heraus die Hand gereicht und er hatte sie geschüttelt, auch wenn Elisa seinen Ausdruck nicht sofort deuten konnte. Sie war sich nicht ganz sicher ob es sich lediglich um eine Phrase des Anstandes handelte, als er ihr zusicherte sie würden auf dem Empfang sicher eine Gelegenheit zum Gespräch haben.
Dann hatte sie ihre Füße schnellstmöglich wieder auf britischen Boden gesetzt und war nach Hause geeilt. Sie hatte mit Jeanet einen Moment geplaudert, eine Kleinigkeit zu Abend gegessen und hatte sich dann in ihren Lieblingssessel gemummelt um ein Buch zu lesen. Doch ihre Gedanken kreisten immer noch um den Botschafter und den Besuch in der Botschaft. Miss Jegorowa schien mehr zu sein als man nach dem ersten Anschein annehmen mochte. Im Gegensatz zu den Russen die Elisa kannte, wirkte sie eher wie eine redselige Amerikanerin, nicht so straight, nicht so introvertiert und beileibe nicht so organisiert wie es die Russen scheinbar immer waren. Dem Gesichtsausdruck nach zu schließen, den der Botschafter Markov ihr zugeworfen hatte würde er dieser Einschätzung Elisas sicher folgen. Was sagte dies über das Verhältnis der Beiden aus? Elisa blickte gedankenverloren in die Nacht hinaus. Der russische Botschafter!?! Ein sehr unangenehm wirkender Mann. Unnahbar, kalt und berechnend waren die Adjektive mit Elisa ihn zuerst beschreiben würde. Sie war sich fast sicher, dass er sie einfach für eine dümmliche Amerikanerin hielt die die Presse in Schach hielt und die er ansonsten nicht weiter interessant fand. Das kam ihr gut zu pass. Wenn die Russen den Druck auf sie verstärkten würde sie nicht mehr so entspannt arbeiten können wie bisher.
Aber würde er mit einer dümmlichen Amerikanerin das Gespräch suchen. Ach, was sie hörte nur die Flöhe husten. Das war lediglich eine Phrase gewesen um eine aufdringliche Amerikanerin los zu werden, die ihm in seiner Botschaft die Zeit stahl. Sie wandte sich wieder ihrem Buch zu. Doch ihre Gedanken kamen nicht zur Ruhe. Das war irgendetwas was sie übersah.
Er hatte ihre Aufmachung mit keinem Blick gewürdigt. Dieser Mann war das krasse Gegenteil zu Thomas. Undurchsichtig, verschroben und überlegt, er würde sicher niemals aus einer Laune heraus seine Position gefährden, indem er eine Liaison mit einer Schauspielerin offen auslebte. Aber er war ein Mann. Und wie alle Männer hatten er gewisse Bedürfnisse, es sei den sie waren unter 10 und/oder über 90. Sicher würde auch er seinem Begehren nachgeben.  Doch er würde es eher im verborgenen, methodisch und …… Elisa fing an zu grinsen. Sie würde Valerie zu dem Botschafter befragen müssen. Sie war sich fast sicher, dass der Botschafter irgendein Agreement eingegangen war oder zumindest eines angeboten hatte.
Sie klappte das Buch zu. Ja! So musste es sein.

 

Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen

Bewegte Tage

Ausgeschlafen und entspannt räkelt sich Elisa am nächsten Morgen in ihren Bett. Diese Tilly hatte ein wahres Wunder vollbracht. Sie fühlte sich einfach nur gut. Hatte einen ruhigen und erholsamen Schlaf genießen können und die Sonnenstrahlen, die einladend und warm durch das Giebelfenster einfielen animierten sie voller Elan den Tag zu beginnen. Unter der Dusche fiel ihr ein, dass sie nicht mal die Rechnung beglichen hatte. Valerie hatte ihre Karte und wusste wo Elisa im Notfall zu finden war. Sie würde sie sicher nicht sofort wegen Zechprellerei bei der Polizei melden. Sie würde nachher einfach im Club vorbeischauen und ihre Schulden begleichen.
Den Tag verbrachte sie geschäftig jedoch bei bester Laune und von Minute zu Minute, in der sie sich so ausgeglichen fühlte, stieg die Summe des Trinkgeldes das sie für Tilly hinterlassen würde. Dem Botschafter lief sie den ganzen Tag nicht in die Arme, was ihrer Laune zusätzlich zuträglich war. Mit ihm konnte sie im Moment nicht gut Kirschen essen. Mit Lori ging sie die Einladungen für den Ball durch und so wurde es schon früher Abend bis sie sich auf den Weg in Richtung Butterfly Club machen konnte. Valerie öffnete ihr und sie erledigten das Geschäftliche quasi zwischen Tür und Angel. Zu Elisas Überraschung teilte ihr Valerie mit, dass sie für den Vorabend gar nicht bezahlen musste, es war sozusagen ihre „Schnupperprobe“. Valerie unterrichtete sie, dass sie sich nun würde entscheiden müssen, ob sie den jährlichen Clubbeitrag von 10.000 Pfund zahlen wollte um offiziell Mitglied zu werden. Danach konnte sie die Angebote des Clubs uneingeschränkt nutzen und an den Events des Clubs kostenfrei teilnehmen. Elisa überlegte nicht lang. Der Butterfly Club war eine Institution, die nach ihrem Dafürhalten von gewichtigen Leuten mit Rang und Namen besucht wurde. Welche Angebote Elisa in Anspruch nehmen würde und welche sie tunlichst meiden würde, entschied sie schließlich selbst. Flugs und ohne lang zu zögern stellte sie Valerie einen Scheck über 11.000 Pfund aus und stellte klar, dass die Mehrsumme ein Dankeschön an Tilly darstellte. Somit war sie wohl ein „Butterfly…er“.
Wie sie so im Türrahmen standen gesellte sich Mr. Finch zu ihnen. Sie einigten sich darauf sich mit Vornamen anzusprechen und da es Nathan nach deftigen Fish und Cips gelüstete, machten sie sich kurzer Hand auf den Weg ins Queens. Elisa genoss den Abend in Gesellschaft der Beiden und als sie sich mitten in der Nacht von Valerie verabschiedete hatte sie diese nicht nur zu einer Einkaufstour nach Paris eingeladen, schließlich würde in der nächsten Woche der Empfang in der Botschaft steigen, sondern ihr sogar einige private Informationen entlocken können.
Auch der darauffolgende Tag verlief weiterhin so beschwingt. Das Wetter zeigte sich ungewohnt sonnig und freundlich und Elisa genoss jeden Sonnenstrahl. Aber vielleicht kam es ihr, aufgrund ihrer munteren Laune, auch nur so vor. Dem Botschafter begegnete sie weiterhin nur in der Presse. Trotz der Sensation die der Tod von Alexej Vasilov darstellte, konnte er die Affäre von Bobbie und Thomas nicht ganz von den Titelseiten verdrängen. Elisa war es egal.
Die Witwe Vasilov wurde von den Briten bisher abgeschottet. Elisa vermutete das die Briten zunächst alles von der Witwe erfahren wollten was sie wusste und bis sie sicher waren, das nichts gehaltvolles an ihnen vorbeigehen würde, würden sie keinen an die Frau heranlassen. Der Botschafter und alle anderen Geheimdienste einschließlich des ihrigen würden sich in Geduld fassen müssen.
An der Straßenecke, neben Horrowitz & Sons traf Elisa auf Anna Jegorowa. Valerie hatte ihr am Vorabend von deren Vorhaben erzählt, eine Stiftung in die Welt zu rufen, die geistig und körperlich beeinträchtigten Menschen helfen sollte. Elisa nutzte die Gelegenheit um näheres von und über diese Frau zu erfahren, in dem sie anbot, sie mit einem nicht unwesentlichen Geldbetrag zu unterstützen. Das für Elisa seltsame Interesse der Russin wurde im Umgang mit dem leicht debilen und zurückgeblieben Sohn des alten Horrowitz deutlich. Elisa kam nicht umhin zu bemerken, das Jegorowa ein glückliches Händchen im Umgang mit diesen Menschen zu haben schien, denn der junge Bodevan, spazierte nach einem kurzen Plausch mit derselben selig lächelnd von dannen.
Nachdem Elisa sich verabschiedet hatte suchte sie die versteckt liegende Apotheke auf. Das Kopfschmerzmittel, das sie kaufte war nur ein Vorwand um herauszufinden, ob die blonde Apothekerin bereit wäre Substanzen herzustellen, die für Elisa von wesentlich größerer Bedeutung waren. Sicher im Hauptquartier stand ihnen alles zur Verfügung was sie brauchten, doch hatte die Erfahrung Elisa gelehrt, dass es auch gut war über inoffizielle Quellen zu verfügen. Außerdem hatte sie nicht immer die Zeit und Möglichkeit, jemanden in einem offiziellen Verhör entsprechend vorzubereiten. Erst einmal hatte sie um ein schnell zu verabreichendes Mittel gebeten, welches die Zunge der Person lösen würde und wahrheitsgemäße Auskünfte zur Folge hatte. Wenn die Apothekerin das zustande brachte hatte Elisa noch mehr für sie zu tun. Einiges würde sicher leichter herzustellen sein, anderes eher schwerer. Die junge Frau konnte sich auf einen regelmässigen Geldsegen einstellen, wenn sie hielt was sich Elisa von ihr erhoffte.

Als nächstes traf sie die Pubbetreiberin, im Gespräch mit Lori, im Pub an. Sie unterhielten sich einige Augenblicke über den Empfang und die Arbeit – natürlich die Offizielle – im Allgemeinen und erst als sie sicher bei Elisa zuhause eingekehrt waren besprachen sie einige wichtige Dinge über die Mission, über das weitere Vorgehen und den Botschafter.
Es war ein ergiebiger Tag gewesen und nachdem Lori sich verabschiedete hatte, fiel Elisa müde in ihre Federn. Morgen würde sie dem russischen Botschafter gegenüber treten müssen. Die Einladung zum Empfang wollte Elisa ihm persönlich übergeben. Natürlich hatte das Botschafter Caldwell nicht angeordnet aber Elisa hielt es für notwendig. Sie mussten mehr über das Pendant von Thomas auf der Seite der Russen wissen und dazu würde Elisa näher an ihn herankommen müssen. Es eilte ihm ein Ruf voraus den Elisa schaudern ließ, aber sie war fest entschlossen sich selbst ein Bild machen. Morgen … aber erst morgen.

OOC: Gestern Abend fiel der Startschuss für den Beginn der zweiten Plotphase. Ich bin echt gespannt. Es wird sicher sehr spannend werden.

Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen

Konsequenzen

Natürlich war die Agency nicht begeistert gewesen, sie hatte mehrere bisweilen hitzige und nervenaufreibende Gespräche mit Amerika geführt. Ihr Mentor innerhalb der Agency hatte ihr mehr oder minder den Hintern gerettet, so würde eine Versetzung nach Timbuktu wohl ausbleiben. Doch den Vogel hatte der Botschafter abgeschossen. Sicher sie hatten den Wissenschaftler nicht retten können. Sein kluges und von allen Ländern der Welt geschätztes Gehirn klebte an den verrotteten Wänden des abgewrackten Sanatoriums außerhalb Londons. Gut, jetzt wohl nicht mehr. Die Briten hatten sich des Leichnams angenommen und sein Tod beherrschte die nationale und internationale Presse. Selbst in der Schweiz hatte man seinem Leben und seinem Tod einen ausführlichen Bericht auf der ersten Seite gegönnt. Elisa war nicht sicher ob sie froh, darüber sein sollte das im Eifer der Ereignisse die Beisetzung ihres Vaters nur auf Seite 3 ihren Platz gefunden hatte.

Der Botschafter schien außer sich vor Wut. Selbst Bobbie hatte wohl etwas von seiner Verärgerung abbekommen. Elisa hatte die verweinten Augen und die tränennassen Wimpern in ihrem Gesicht gesehen, als sie auf der Treppe der Botschaft dem Botschafter und der Schauspielerin, nach der Rückkehr von der Beisetzung, in die Arme lief. Er stauchte Elisa regelrecht zusammen. Was passiert wäre und wieso sie den Wissenschaftler nicht hatten retten können, warum sie ihn über das verhinderte Zugunglück nicht informiert hatte. Elisa wusste nur zu gut, dass ein solches Versagen nicht ohne Konsequenzen blieb und sie war auch gewillt jede Konsequenz zu erdulden, aber sie in aller Öffentlichkeit so zusammen zu falten und das vor Bobbie, die weder zur Botschaft noch zur Agency gehörte und statt in seinem Büro, dies mitten im Treppenaufgang zu erledigen, so dass selbst die schlechtbezahlteste Putzfrau noch alles mitbekam, empfand Elisa mehr als unangebracht und der Situation nicht mindesten angemessen. Sie hatten mehr als 100 Menschenleben gerettet und waren alle drei unbeschadet aus dem Gebäude gekommen. Mit jedem Vorwurf des Botschafters und mit jedem Wort, mit dem sie sich ihm erklären musste wurde auch Elisa immer wütender. Sie versuchte sachlich zu bleiben, nahm aber beim Berichten der unappetitlichen Aspekte der Mission, auch vor Bobbie, kein Blatt vor den Mund. War es ihr Egal ob diese geschockt oder angeekelt sein würde. In aller Eindringlichkeit machte sie dem Botschafter klar, dass sie eine Entscheidung hatten treffen müssen, dass es um Minuten wenn nicht gar Sekunden gegangen war und das die Möglichkeit bestanden hatte, das Elisas Gehirn, oder das eines der anderen Agenten, jetzt die Wände des Sanatoriums verzierten. Beim Vorwurf ihn nicht ausgiebig oder schnell genug unterrichten zu haben, wiederstand sie dem Drang ihn zu Fragen ob es ihm lieber gewesen das 100 Menschen starben, nur weil sie damit beschäftigt gewesen wäre, ihn unter irgendwelchen Bettdecken zu suchen, da er es vorgezogen hatte während des Einsatzes nicht in der Einsatzzentrale anwesend zu sein. Elisa ging davon aus, dass er sehr genau wusste das dies seiner Prioritätenliste geschuldet gewesen war.
Er befahl ihr harsch und ohne Umschweife einen Termin mit der Witwe Vasilov zu vereinbaren und sich um das Treffen mit dem Innenminister zu kümmern. Elisa salutierte zackig und antwortete recht höhnisch mit einem „Jawohl, wenn das alles ist, Sir.“ Sie war so wütend gewesen, dass es ihr fast egal ob sie ihn gerade beleidigte oder nicht. Doch er schien das gar nicht wahrzunehmen. Elisa hatte den Eindruck, dass er viel zu sehr damit beschäftigt war den Einzug Bobbies in die Botschaft zu koordinieren und seine Zukunftsaussichten mit der Schauspielerin zu überdenken. Für heute hatte sie keine Lust mehr irgendwelche weiteren Aufgaben zu erledigen. Es gab nichts, was nicht auf den nächsten Tag verschoben werden konnte. Der Botschaftssekretärin gab sie die Anweisungen, die sie während des Flugs bezüglich des Empfangs niedergeschrieben hatte und bat sie den Termin mit dem Innenministerium abzustimmen. Sie gab ihr ebenfalls die Adresse der Familie Vasilov, die sie von der Visitenkarte aus dem Butterfly Club kannte, um dort den Botschafter für einen Termin vorzumerken. Natürlich wusste weder die Witwe Vasilov noch die Öffentlichkeit, dass die amerikanische Botschaft mit dem Tod des Wissenschaftlers etwas zu schaffen hatte und ob der Besuch des Botschafters nicht mehr schaden als nützen würde darüber machte sie sich keinen weiteren Kopf. Das lag im Ermessen des Botschafters, sie würde sich heute nicht mehr seinen Kopf zerbrechen.
Als sie die Botschaft verlies überlegte sie einen Moment und drehte dann ab Richtung Butterfly Club. Sie hatte Lust auf etwas Ruhe, Entspannung und Genuss. Im Butterfly Club traf sie auf Valerie, die vermeintliche russische Agentin Jegorowa und Tilly. Elisa erinnerte sich an Tilly, war sie die junge Frau, die der Botschafter vor ihrer Abreise zu einem Dinner eingeladen hatte. Valerie, ganz Geschäftsfrau bot Elisa eine Massage durch Tilly an und Elisa nahm ohne zögern bereitwillig an. Den Rest des Abends ließ sie sich durch Tillys fachkundige und doch sanften Hände durchkneten, genoss den aromatischen Tee und den exzellenten Service des elitären Clubs. Müde und wie durch ein Wunder entspannt ließ sich Elisa ein Taxi rufen und fuhr ohne sich um die Bezahlung Gedanken zu machen am späten Abend nach Hause.
Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen

Von verliebten Botschaftern, Filmsternchen und verpatzten Missionen

Elisa stapfte in Wohnzimmer, schmiss die gesicherte Pistole samt Halfter vor Wut auf die Couch. „Verdammt und zugenäht. Wir waren so dicht dran … so dicht und haben es voll verkackt.“ Jeanet hielt ihr ein Glas Whiskey entgegen : „Nicht gut gelaufen ??“ Elisa schaute sie mit einem vor Zorn bebenden Gesicht an. „Nein – er ist tot. Dieser dämliche russische Wissenschaftler ist mausetot.“ Sie nahm das Glas trank es in einem Zug leer und reichte es Jeanet zum erneuten auffüllen. „Nach dieser Sache mit dieser Sugar Kane ist der Botschafter sowieso schon nicht gut auf mich zu sprechen und jetzt muss ich ihm auch noch erklären, warum diesem Wissenschaftler, den alle Welt seit Wochen sucht, so mir nicht dir nichts der Kopf weggeflogen ist. Davon abgesehen, dass ich froh sein kann wenn die Agency mich nicht ab morgen die Toiletten in Alaska putzen lässt.“ Sie sank tief in den Schreibtischstuhl ihres Vater, der ihr noch immer so groß und übermächtig vorkam und in dem sie sich so klein fühlte als wäre sie immer noch 5 Jahre alt. Jeanet seit Jahren mit dem Hause Silverstein verbunden schaute ihren ehemaligen Schützling an. „Du wirst viel tun Elisa, aber sicher keine Toiletten putzen.“ Sie verbarg das Schmunzeln das ihr auf dem Gesicht lag. Elisa gab einen resignierten Laut von sich und winkte ab. „Du weiß was ich meine.“
„Ich bin in meinem Zimmer wenn du mich brauchst.“ Jeanet sah an dem Durchgang zur Treppe nach oben nochmals zu Elisa, die gedankenverloren in dem Stuhl sahs und das zweite Glas Whiskey mit einem in die Nacht versenktem Blick in langsamen Schlucken trank. Sie seufzte kurz und lies ihren Schützling allein zurück. Elisa war stärker als sie dachte. Sie würde eine Lösung finden.
Elisa lies die letzten Tage in ihren Gedanken Revue passieren. Was konnte denn noch alles schiefgehen. Sie hatte die letzten Atemzüge ihres Vaters in der Schweiz begleitet und war, nachdem alle Vorbereitungen für die Beisetzung abgeschlossen waren, für einen kurzen Zwischenstop nach London gereist. Natürlich hatte sie versucht auf dem Laufenden zu bleiben, aber die Agency hatte ihr eine Pause gegönnt damit sie sich auf ihren Vater und all das Konzentrieren konnte. Deshalb hatten sie die Ereignisse in London unvorbereitet getroffen. Die Meute von Reportern hatte sie zunächst dem Ableben ihres Vaters zugeschrieben. Doch wie sie alsbald hatte erfahren müssen hatte sich der Botschafter in den Wochen ihrer Abwesenheit damit vergnügt, sich ein Filmsternchen anzulachen. Und im Gegensatz zu manch anderem Politiker meinte er es auch noch scheinbar ernst mit der jungen Frau. Also hatte Elisa den nächsten Tag nicht nur damit zubringen müssen Paparazzis in die Schranken zu weisen, Statements und Presseerklärungen für die Situation zu schreiben, sondern auch noch Zeit damit zugebracht die Frau zu durchleuchten und sich ein Bild von ihr zu machen. Nach einem langen und sehr wegweisendem Gespräch im Park mit Bobbie „Sugar“ Kane, war Elisa sichtlich zufrieden. Die blonde Frau war zwar ihres Zeichens Schauspielerin aber Tarak hatte keine Leichen in ihrem Keller finden können, keine verschwommenen und verschollenen Nacktaufnahmen und keine morbiden Anwandlungen. Sie hatten es hier mit einer seriösen Schauspielerin zu tun, insofern dieser Begriff für diesen Geschäftszweig zu verwenden war. Elisa hatte sich davon überzeugen können, dass die junge Frau ein wirkliches Interesse an dem Botschafter zu haben schien und auch geneigt war sämtliche Einschränkungen ihrer Person in Kauf zu nehmen die Elisa ihr drastisch und in voller ehrlicher Härte vor Augen geführt hatte. Zudem hatte sie scheinbar ihren Kopf nicht nur zum hübsch Aussehen auf ihren Schultern.
Das Statement für die Pressekonferenz schrieb Elisa danach mit leichterem Herzen. In ihrem Kopf wuchsen sogar schon Pläne wie man die Position von Miss Kane für die Zwecke der Agency würde benutzen können.
Doch zunächst war das Verschwinden des russischen Wissenschaftlers noch immer Priorität auf der Agenda der Agency. Lori und Tarak hatten in dem Trubel der letzten Tage nicht viel herausfinden können, da sie anderweitig voll eingespannt gewesen waren und der Botschafter war mit Einkäufen und anderen Dingen beschäftigt über die Elisa gar nicht näher informiert sein wollte. Ja, sie hatte mit dem Botschafter geflirtet und ja sie hatte das Gefühl gehabt er interessiere sich für sie, aber sie war nicht eifersüchtig nur geschockt gewesen, wie der Botschafter solch ein Risiko hatte eingehen können zumal so kurz nach seiner Amtseinführung. Das war Schnee von gestern. Von daher nahm Elisa die Dinge selbst in die Hand. Festentschlossen war sie, ohne sich zuvor anzukündigen bei Miss van Dyke im Butterfly Club aufgetaucht. Und dieser Besuch war Recht ergiebig gewesen. Nach anfänglichem freundlichem Geplänkel war Valerie van Dyke selbst auf den Wissenschaftler zu sprechen gekommen und Elisa hatte die Gelegenheit genutzt und an ihren Patriotismus appelliert. Am Ende war sie mit einer Einladung zur Ladys Night und aller notwendigen Informationen aus dem Club spaziert. Sie hatte die Dinge einsehen können, die bei dem letzten Besuch des Wissenschaftlers an dem Abend als er verschwand zurückgeblieben waren. Valerie war sogar so freundlich gewesen ihr ein paar Informationen zu zustecken, die ihr von den Russen in die Hände gefallen waren. Im Grunde stand Elisa jetzt gehörig in der Schuld von Valerie van Dyke und Elisa würde prüfen müssen bei wem sie jetzt so tief in der Kreide stand.
Beim nachfolgenden Gespräch mit dem Botschafter stellte Elisa fest, dass er bereits ebenfalls über genau diese Informationen verfügte auch wenn sie sich nicht sicher war, ob er genau wusste welche Relevanz und Priorität diese Informationen hatten. Doch sie bekam sein Ok für den Einsatz Mission Eiskönigin und als auch von Langley grünes Licht kam plante sie mit Lori und Tarak den Einsatz, so genau wie das in der kürze der Zeit und der wenigen Informationen über den Einsatzort möglich war.
Die Pressekonferenz am nächsten Tag verlief reibungslos und erfolgreich und gegen Abend trafen sie sich im Hauptquartier um den seit Wochen vermissten Wissenschaftler. Lori hatte angemerkt das es vielleicht sinnvoll wäre sich mit den Briten zusammenzuschließen und Elisa hatte vom Botschafter die Bestätigung bekommen, dass Mr. Finch für den MI5 tätig war, von daher wäre eine Zusammenarbeit sicher möglich gewesen. Jedoch hätte Elisa dafür ihre Tarnung preisgegeben müssen und so überlies sie es Langley sich mit den Briten kurzzuschließen.
Als an diesem Abend über den Fernschreiber das grüne Licht kam, machten sie sich gerüstet und nichts ahnend was sie zu erwarten hatten, auf den Weg zu den Koordinaten des Sanatoriums. Das Aussengelände war weitläufig und von dem verfallenen Gebäude aus gut einsichtig. Sich verborgen zu halten war selbst in der eingesetzten Dunkelheit nicht einfach obwohl sie alle entsprechend gekleidet waren. Die Aussentür war nicht verschlossen und so betraten sie einer nach dem anderen und sich gegenseitig deckend das Gebäude. Sie fanden sich in einem langem Flur wieder, der von einer Tür nach der Anderen unterbrochen wurde. Lori prüfte die Tür, die ihr am nächsten war und schüttelte den Kopf. Diese Tür war verschlossen gewesen. Sie kamen nur langsam voran und prüften jede Tür. Schließlich wollten sie die Feinde nicht urplötzlich in ihrem Rücken haben. Elisa rechnete jeden Augenblick mit dem eintreffen der Russen. Sie wusste ja, das zumindest eine vermeintliche Agentin auch über die entsprechenden Informationen verfügte. Sie waren noch nicht weit gekommen als ein Krächzen durch den Flur hallte, gefolgt von einer blechern wirkenden weiblichen Stimme die zu ihnen sprach. Tarak ganz Soldat hatte die Waffe im Anschlag und suchte nach einem Ziel, doch der Flur schien nach wie vor leer. In diesem Moment spürte Elisa wie es um sie kalt wurde, sofort fielen weiße Flocken von der Decke. Elisa schob den Kragen ihres Rollkragens über ihren Mund doch die Flocken wirkten wie Schnee. Weder brannten sie auf der Haut noch fiel Elisa und den Anderen das Atmen schwer. Sie gingen langsam weiter über den Flur die Waffen im Anschlag. Dann entdeckten sie neben einer Tür eine Apparatur. Die Stimme der Eiskönigin kam aus diesem Gerät und verhöhnte sie. Sprach von Mäusen, die in die Falle getappt waren und davon das sie sich vor ein bisschen Schnee nicht zu fürchten brauchten. Elisa versuchte das Gerede zu verdrängen und drückte mit der Hand gegen die nächste Tür. Mit einem Knarzen öffnete sie sich. Elisa lugte kurz hinein während Lori auf die gegenüberliegende Seite huschte und ihr zu verstehen gab das eine Person in dem Zimmer zu sehen war, liegend auf einem Bett. Lori sicherte den Flur und Elisa und Tarak drangen in das Zimmer ein, sicherten es und betrachteten dann den Mann der gefesselt aber sonst scheinbar ohne weitere Verletzungen lag. An seinem Hals trug er ein breites metallenes Band. Durch das Gerät drang die Stimme der Eiskönigin das mit ihrem Eintreten ein Countdown eingeläutet worden war, das das Halsband am Hals von Dr. Alexej Vasilov in 5 Minuten mit einer Detonation hochgehen würde die dem Wissenschaftler den Kopf vom Rumpf trennte.

Elisa deutete Tarak, die Angaben zu prüfen. Ferner, wurden sie von der Eiskönigin informiert,  würde ein Personenzug auf der Strecke von Liverpool mitten auf den Gleisen stehen bleiben um dort mit einem anfahrenden Zug zu kollidieren. Der Countdown wäre nur zu stoppen indem einer von uns ein bereitliegendes Halsband umlegen würde und somit zur gefangenen Maus der Eiskönigin-Katze wurde. Elisa hatte das zweite Halsband an sich genommen und inspiziert. Sie hatte keine Sprengvorrichtung und nichts anderes daran feststellen können. Doch sie fühlte sich in dieser Situation verunsichert und schier gelähmt. Dr. Alexej Vasilov brabbelte vor sich hin, war zwar ansprechbar aber ausser,  dass die Eiskönigin das Spielen liebte und das sie Alle töten würde, gab er nicht viel sinnvolles von sich.
Elisa überlegte noch immer ob sie es wagen sollte dieses Halsband umzulegen.  Sie hatte nichts dabei um den Schließmechanismus des Bandes zu behindern und so wie es aussah waren überall versteckte Kameras. Währenddessen feilschte Tarak mit der Eiskönigin, dass sie es jedem in diesem Raum umlegen könnten und dass es keine versteckten Bedingungen gab. Elisa war sich zunächst nicht sicher gewesen auf was er hinauswollte. Die Zeit verrann. Als Tarak Elisa das Halsband aus der Hand nahm, wurde ihr langsam klar auf was er hinauswollte. Seine nächsten Worte machten es auch für die Eiskönigin ersichtlich. Er hatte vor dem Wissenschaftler auch das zweite Band umzulegen. Doch die Eiskönigin zählte ruhig weiter den Countdown. 10, 9, 8 Tarak schloss das Band um den Hals des Wissenschaftlers, der krächzte nochmals auf und dann ein Moment der Stille, ein Knacken dann spürte Elisa mehr als das sie sie hörte die Detonation. Der Kopf des Wissenschaftlers sprang von seinem Rumpf, Blut spritze und aus dem Boden zog eine zimmerweite weiße Schwadenwolke empor. Der Körper des Wissenschaftlers zuckte im Nachhall seines Todes und Elisa hörte wie Tarak schrie „Raus hier. Wir müssen hier raus.“ Tarak zog sie am Arm und in Elisa kam wieder Leben. „Ja, raus – Lori, Raus hier.“ Sie gaben Fersengeld und erreichten ohne das jemand auf sie schoss oder sie aufhielt das Auto. Im Funkgerät gaben sie Nachricht ans Hauptquartier, das man die Züge ab Liverpool aufhalten müsste um schlimmeres zu vermeiden.“
Als sie ins Auto eingestiegen waren, drehte Elisa sich nochmals zu dem verlassenen Sanatorium um. Es hatte so friedlich gewirkt wie der Mond durch die Wolken die Konturen des Gebäudes umspielt hatte. Sie hatte versagt. Ja, sie hatten den Zug noch aufhalten können. Ausser dem Wissenschaftler war keiner zu Schaden gekommen. Aber seinen Tod musste sich Elisa anlasten. Sie hatte das Kommando und sie war verantwortlich. Sie hatte keine Ahnung wie Langley die Sache mit den Briten klären wollte. Der Wissenschaftler lag noch immer in diesem Sanatorium. Sie waren Amerikaner und sie waren hier in Groß-Britannien. Die Briten würden sich des Leichnams annehmen müssen. Sie wusste nicht mal genau wie man erklärt hatte den Zug anzuhalten um diese Menschen zu retten. Aber zumindest war diese Katastrophe verhindert worden wobei sie sie ja erst ausgelöst hatten.
Erneut atmete Elisa tief durch dann ging sie nach oben und nahm erstmal ein heißes Bad nach diesem Abend würde sie sowieso nicht schlafen können. Zeit sich so richtig zu betrinken. Die Konsequenzen würden sie morgen dennoch treffen. Dessen war sie sich sicher.
OOC: Ich weiß ein ewig langer Post aber das waren drei Tage RP . Ich hab versucht es kurz zu halten – doch das ist nicht meine Stärke hust hust. Wie anscheinend Agent zu sein.  Doch das Missions RP hat es verdient ausführlich beschrieben zu werden. Ich möchte an dieser Stelle Nea und Beric ganz herzlich danken. Ihr, im besonderen Nea, habt das toll vorbereitet und obwohl wir es versaut haben – lächelt – hat es mir eine Menge Spass gemacht. Auch Lori und Tarak möchte ich danken das was super Leute. Loris Knarre war der Brüller und Tarak sah aus als würde er gleich alles wegballern. Natürlich danke ich auch Thomas, der so schön die Infos zusammengetragen hat. Mal sehen ob es ne Mission gibt wo der Botschafter auch mal mit kann – grinselt. Ein Überfall auf die Botschaft – Botschafterkidnapping, Bedrohung der Geliebten … da fällt uns sicher was ein. Ich bin mir sicher wir alle freuen uns auf den nächsten Plot.
Veröffentlicht unter Belgravia | 1 Kommentar

Mission Raucherclub

Mit zittrigen Händen stellte sie den Kaffee behutsam auf seinem Schreibtisch ab. Sie hatte ihm starken, heißen Kaffee versprochen und davon abgesehen versuchte sie ihn gnädig zu stimmen. Mit einer ausreichenden Portion Koffein wäre er eventuell weniger verstimmt wenn er von ihrer erfolglosen und beinahe gescheiterten Mission erfahren würde.
Die Zimmermädchenverkleidung, die sie sich zum Eindringen in den Raucherclub des Savoy Hotels besorgt hatte, stellte sich schlussendlich als nicht notwendig heraus. Als sie an der Rezeption des Hotels vorbeiging hörte sie, wie eine Frau mit dem Hotelmanager sprach und verlangte die Polizei zu rufen, da bei ihr ins Zimmer eingebrochen worden war. Kurz überlegte Elisa ob es besser wäre ihr Vorhaben auf einen anderen Tag zu verschieben. Aber ihr Wunsch Ergebnisse zu liefern war größer als ihre Bedenken, also entschied sie sich fortzufahren. Im zweiten Stock angekommen fand sie sämtliche Türen, auch die des Rauchclubs, weit geöffnet vor. Ohne sich die Mühe zu machen, die besorgte Uniform überzuziehen, schlüpfte Elisa in den Raum. Sie inspizierte jede Ecke, jedes Tischchen und jedes Buchregal. Weder die reichhaltig bestückten Bar, noch der Kasten in dem sie die edelsten Zigarren fand, die mit Geld zu kaufen waren, noch die noch halb qualmenden Aschenbecher versprachen die Aufklärung im Falle des verschwundenen russischen Mitarbeiters voranzutreiben. Elisa hatte gerade die Litzen in den ausladenden Sesseln abgesucht als sie hinter sich eine Bewegung verspürt hatte.

Eine junge Frau, komplett in schwarz und mit hellblonden Haaren stand mitten im Raum. Elisa erkannte sie als die Frau die bei ihrem Eintreffen, an der Rezeption nach der Polizei gefragt hatte.
Elisa fühlte sich ertappt auch wenn sie versuchte sich das nicht anmerken zu lassen. Sie begrüßte die Frau höflich und mit selbstbewußtem Auftreten. Letztendlich hatte sie sich nichts zu Schulden kommen lassen, außer vielleicht das Betreten eines Raumes in dem sie nichts zu suchen hatte. Dieser Umstand veranlasste Elisa auch ihren richtigen Namen bei der Begrüßung zu verwenden. Ein Lügenkonstrukt war unnötig und würde vielleicht nur dazu führen, dass man sie zudem des Einbruchs verdächtigte. Sie wechselte einige höfliche aber letztes Endes unwichtige Worte mit der Frau und verabschiedete sich alsbald.
Man hatte sie entdeckt und sie hatte nichts Relevantes in Erfahrung bringen können und genau das musste sie Thomas nun beichten. Und als wäre dieser Umstand nicht schon schlimm genug würde sie auch um einige Tage Freistellung bitten müssen. Als sie gerade die Haustür aufschließen wollte, kam ihr Janet zuvor. Vor Aufregung hyperventilierend gab sie von sich, das Francis, der Butler ihres Vaters aus der Schweiz angerufen hatte. Elisas Vater hatte einen Rückfall erlitten und man hatte ihn in ein Spital in Bern bringen müssen. Elisa hatte Francis, der nur selten von der Seite ihres Vaters wich unter der durchgegebenen Nummer des Spitals erreichen können. Es stand nicht gut um ihren Vater und sie würde in die Schweiz Reisen müssen. So kurz nach der Amtseinführung des Botschafters und ihrer eigenen Versetzung nach London, war das ein sehr unglücklicher Umstand. Elisa atmete einmal tief durch als die Stimme des Botschafters durch die Türe hallte. Elisa !!! Sie hoffte diese Mission würde besser laufen als die vom Vorabend. Nun ja es konnte ja nicht immer alles schlecht laufen.
Veröffentlicht unter Belgravia | Kommentar hinterlassen